Amberg
11.02.2026 - 15:45 Uhr

Neugeborene Ariana erholt sich nach Operation am Klinikum in Amberg

Für Cvitlana und ihre neugeborene Tochter Ariana ist das Klinikum Amberg zur zweiten Heimat geworden – das Baby leidet an einer Fehlbildung der Speiseröhre. Die junge Familie steht nun vor Herausforderungen.

Die Familie glücklich vereint: Cvitlana, ihr Mann und die kleine Tochter Ariana. Bild: Sandra Dietl/Klinikum St. Marien Amberg
Die Familie glücklich vereint: Cvitlana, ihr Mann und die kleine Tochter Ariana.

Anfang Dezember 2025 kam Cvitlanas kleine Tochter Ariana im Klinikum Weiden zur Welt. Sie lebt mit ihrer Mutter in Marktredwitz, nachdem sie die Ukraine aufgrund des Krieges verlassen hatte, da sie schwanger war. Nun berichtet das Klinikum Amberg in einer Mitteilung von ihrer Geschichte. „Ehrlich gesagt, ich hatte einfach nur Angst vor der Vorstellung, mein Kind in der Ukraine mitten im Krieg zur Welt zu bringen. Das wollte ich nicht. Mein Mann und meine Schwiegermutter wollten aber in der Ukraine bleiben, also bin ich alleine mit meiner Mama nach Deutschland“, wird Cvitlana in der Pressemitteilung zitiert. Und weiter: „Es ist schon alles sehr schwer für mich und ich bin jetzt einfach nur froh, meinen Mann für zwei Wochen hier bei mir zu haben.“

Die junge Familie hatte sich die gemeinsame Zeit mit ihrem Baby anders vorgestellt. Schon wenige Stunden nach der Geburt war klar: Das Kind leidet an einer Fehlbildung der Speiseröhre und kann nicht schlucken. Die Aufnahme von Flüssigkeit und Nahrung funktioniert nicht. „Bei dieser angeborenen Fehlbildung ist die Speiseröhre nicht durchgängig, und es besteht zusätzlich eine Verbindung zur Luftröhre. Die einzige erfolgreiche Therapie ist eine Operation, die so schnell wie möglich erfolgen sollte, am besten bereits am zweiten oder dritten Lebenstag. Deshalb wurde Ariana zu uns nach Amberg verlegt“, wird MUDr. Spacil, Chefarzt der Kinderchirurgie am Amberger Klinikum, in der Mitteilung zitiert.

Die Kinderchirurgen Karel Spacil und Patrik Sperling führten den etwa zweieinhalbstündigen Eingriff bei Ariana am offenen Brustkorb durch – mit Erfolg: Knapp eine Woche nach der Operation klappt die Flüssigkeitszufuhr mit Wasser und Tee schon gut. Bald könne man auch die Magensonde entfernen, heißt es vom Klinikum.

„In Amberg habe ich psychologische Unterstützung erhalten, da ich alles verarbeiten musste. Ich war einfach überfordert mit der Situation. Ich fühle mich aber gut aufgehoben, und alle haben sich die Zeit genommen, mir alles genau zu erklären und was nun mit Ariana passiert", wird die junge Mutter zitiert.

Pünktlich zum Besuch ihres Vaters aus der Ukraine kann Ariana auf den Beatmungsschlauch verzichten und aus dem Inkubator heraus. Nun kann sie im Arm von Vater und Mutter kuscheln. Ein besonderer Moment für alle. Die Familie besitzt kein Auto, sodass der Vater täglich mit dem Zug von Marktredwitz nach Amberg kommt. Allein die Hinfahrt dauert drei Stunden. Wenn der Krieg vorbei ist, wollen Mutter und Tochter wieder in die Heimat zurückkehren. „Es ist sehr schwer für ihn, von uns getrennt zu sein, doch aktuell geht es nicht anders. Maximal 38 Tage pro Jahr dürfen ukrainische Männer im Moment ausreisen und auch nur mit speziellen Dokumenten. Aber wir werden das schaffen“, sagt die Mutter.

 
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