04.07.2019 - 18:08 Uhr
Deutschland & Welt

Weiterer Preis für "Wackersdorf"

Der Bezirk Oberpfalz hat wieder einmal sein "Füllhorn" für die regionale Kultur ausgeschüttet. In den Bereichen Kultur, Volksmusik und Denkmal gab es wieder einige Überraschungen.

Uber 125 000 Besucher lockte der „Wackersdorf“-Film in die Kinos. Jetzt erhielt der Streifen auch den Oberpfälzer Kulturpreis.
von Autor MSCProfil

Die Musikgruppe "Blecherne Sait'n" aus Schnaittenbach (Kreis Amberg-Sulzbach), das Museum "Beim Taubnschuster" in Eschenbach (Kreis Neustadt/WN) und Regisseur Oliver Haffner mit dem Film "Wackersdorf" sind die diesjährigen Träger des Kulturpreises des Bezirks Oberpfalz. Über den Denkmalpreis (5000 Euro) dürfen sich Annette Dietl und Heinrich Popp freuen. Gewürdigt wird damit die Sanierung des Bürgerhauses "Untere Bachgasse 7" aus dem 16. Jahrhundert in der Weidener Altstadt.

Diese Entscheidungen fielen am Mittwoch einstimmig in der Sitzung des Kulturausschusses des Bezirkstags der Oberpfalz im Historischen Druckerei-Saal Seidel in Sulzbach-Rosenberg. Den Vorsitz hatte Bezirkstagspräsident Franz Löffler. Er würdigte besonders auch den "historischen Raum, der nicht besser passen könnte!" Bezirksheimatpfleger Dr. Tobias Appl und Kollegen stellten die einzelnen Projekte vor:

Der Kulturpreis Film geht an den in München aufgewachsenen Regisseur Oliver Haffner für "Wackersdorf". Der Streifen überzeugt künstlerisch und inhaltlich. "Da es sich bei der Thematik WAA um ein so zentrales Ereignis der Oberpfälzer Geschichte und Identität handelt, ist eine Auszeichnung mit dem Kulturpreis des Bezirks Oberpfalz in gewisser Weise nur folgerichtig!", lautete die Begründung der Jury.

Die Gruppe "Blecherne Sait'n" erhält in der Kategorie Volksmusik den Kulturpreis des Bezirks Oberpfalz. Ingrid und Franz Gericke musizieren seit 1996 zusammen. Sie texten und komponieren eigene Couplets, die sie in Mundart singen und mit Zither und Tuba begleiten. Seit 2014 gehört Josef Donhauser mit Gesang und Gitarre zur Gruppe. Das musikalische Spektrum reicht von traditioneller Volksmusik bis zu moderner Unterhaltungsmusik.

"Beim Taubnschuster" heißt der kulturelle und kommunikative Kultur-Treffpunkt mit uriger Zoigl-Atmosphäre in Eschenbach, der im Bereich Museumden Preis erhält. "Das große Plus", heißt es in der Begründung, "ist neben der hohen Qualität der musealen Präsentation die niederschwellige Art und Weise mit der es gelingt, Besucher ins Haus zu bringen."

Den Denkmalpreiserhalten Annette Dietl und Heinrich Popp, für die Sanierung des Objekts "Untere Bachgasse 7" in Weiden mit einem Baukern aus dem 16. Jahrhundert. "Es ist ein ganz normales Bürgerhaus", betont Appl, "und ein hervorragendes Beispiel dafür, dass man auch eher unscheinbare Denkmäler einer sinnvollen Nachnutzung zuführen kann." Es ist ein Beleg dafür, was man mit hohem Engagement und denkmalpflegerischer Begeisterung aus einem Objekt machen kann, das für viele nur noch ein Fall für eine Generalentkernung gewesen war. Jugend-Kulturförderpreise (je 1000 Euro):Kindergruppe "Stoaklopfer" des OGV Pollanten (Bereich Soziokultur). Begründung: Insgesamt überzeugt die Gruppe dadurch, dass sie die Kinder und Jugendlichen in die ehrenamtliche Vereinsarbeit integriert und gleichzeitig die Natur als Kulturlandschaft und sozialen Raum in den Fokus nimmt. Paula Dischinger (Albertus-Magnus-Gymnasium Regensburg) erhält den Preis für ihre künstlerisch qualitätvolle Mode aus Papier-Präsentationen. (Bereich "ästhetisch-künstlerisches Handeln").

Und die Staatliche Wirtschaftsschule Weiden wird für die Erstellung einer Light-Painting-Ausstellung ausgezeichnet. Thema: KZ-Gedenkstätte Flossenbürg - 74 Jahre danach - Was war? Was bleibt? Was hat das mit mir zu tun? ( Bereich ästhetisch-künstlerisches Handeln und Soziokultur) Die Jurymeinung: "Durch die kommentierten Bilder ist es gelungen, eine Brücke von der historischen Realität zu den Gefühlswelten der Jugendlichern zu schlagen".

Zahlreiche Anträge zur Denkmal-, Heimat-, Sport- und Musikförderung standen noch auf der Tagesordnung, darunter erstmalig die Unterstützung für das 1. Opernfestival Oberpfalz, das 2020 in Amberg starten soll. Den Auftakt bildet die Produktion Freischütz von Carl Maria von Weber und eine Kammeroper, die als Auftragskomposition derzeit entsteht und Motive aus der Sagenwelt Franz Xaver von Schönwerth aufgreift. Ein Zuschuss von 18 000 Euro wurde unter Auflagen einstimmig bewilligt.

In einer einzigartigen Kombination mit Zither, Gitarre und Tuba überzeugt das Trio „Blecherne Sait’n“ aus Schnaittenbach mit echter Volksmusik mit modernen Elementen.
Das Bürgerhaus in der Unteren Bachgasse in Weiden wurde ausgezeichnet.
Auch das Museum „Beim Taubnschuster“ in Eschenbach erhielt einen Preis.
Info:

Förderungen

-Stadt Amberg: Friedhofskirche St. Katharina (53 500 Euro); Anwesen Paradeplatz 16 (40 000 Euro), Instandsetzung Synagoge (33 800 Euro); Anwesen Schiffgasse 3 (11 750 Euro ); Fassaden- und Portalsanierung Schulkirche (6961 Euro); Historisches Dachtragwerk an der Frauenkirche (4600 Euro); Informationsraum Glaskathedrale (7500 Euro); Ankauf von Objekten des Stadtmuseums (2612 Euro); Amberger Kaolinbahn (2261 Euro).

- Kreis Amberg-Sulzbach: Kloster Michelfeld/Stadt Auerbach (40 000 Euro); Historisches Rathaus Auerbach (40 000 Euro); Ehemaliges Bürgerspital Auerbach (40 000 Euro); Zwingergraben Sulzbach-Rosenberg (28 00 Euro); Gesindehaus Vilseck (20 250 Euro).

Weitere Förderung: Heimat- und Volkstumsverein Ehenbachtaler (344 Euro), Trachtenkapelle Hohenburg (318 Euro), Heimat- und Trachtenverein Hirschau (195 Euro); Knabenkapelle Auerbach (800 Euro), Heimat- und Trachtenverein Erz- und Eisenwalzerboum Neukirchen (481 Euro), Ammerthaler Blaskapelle (285 Euro).

- Kreis Neustadt/WN: Katholische Expositurkirche St. Johannes in Kirchendemenreuth (40 000 Euro); Wallfahrtskirche St. Jodok in Tännesberg (34 000 Euro); Historische Stadel im Klosterhof Speinshart (23 000 Euro); Ehemalige Mühle in Pechhof/Gemeinde Schwarzenbach (12 000 Euro); Ehemaliges Herrenhaus der Polierschleife in Mantel (6500 Euro); Anwesen Klosterhof 13 und 12 in Speinshart (2150 Euro bzw. 2000 Euro). Speinsharter Sommerkonzerte (1645 Euro); Wurzer Sommerkonzerte (1500 Euro); Konzerte Kloster Speinshart (415 Euro). Instrumentenkauf: Musikkapelle Dießfurt (760 Euro); Blaskapelle Waldkirch (176 Euro).

- Kreis Schwandorf: Umnutzung des ehemaligen Pfarrhofs zum Pfarr- und Jugendheim in Niedermurach (40 000 Euro); Historischer Wohnstallhaus in Goppoltsried/Markt Neukirchen-Balibini (11 000); Euro); Stadt- und Zwingermauer Nabburg (6000 Euro); Steinstadel und Remise Schloss Stefling/Stadt Nittenau (5000 Euro); Historische Kastenfenster Rathaus Nittenau (4246 Euro); Schlossgaststätte Altendorf (3000 Euro); Hofkapelle Saaß in Burglengenfeld (2000 Euro).

Weitere Förderung: Jugendblaskapelle Musikverein Wackersdorf-Steinberg (1198 Euro); Jugendblaskapelle Nabburg (1242 Euro); Stadtkapelle Neunburg vorm Wald (816 Euro); Stadtkapelle Oberviechtach (679 Euro); Pfreimdtalbläser der Hegegemeinschaft Pfreimd (195 Euro); Blaskapelle Teunz (115 Euro). D’Miesbergler Schwarzenfeld (284 Euro); Musikverein Wackersdorf-Steinberg (214 Euro); Telemann-Konzerte Saltendorf (460 Euro); Klassik-Rock-Gala des Kunstvereins Unverdorben/Neunburg vorm Wald (675 Euro); Jahresheft „Der Erdstall“ (526 Euro). Burgfestspiele „Vom Hussenkrieg“ (5000 Euro); Pascherverein Schönseer Land (5000 Euro).

- Kreis Tirschenreuth: Waldsassener Kasten (40 000 Euro); Haus St. Elisabeth Tirschenreuth (40 000 Euro); „Altes Benefizium“ Erbendorf (18 735 Euro); Hirthaus Tirschenreuth (11 750 Euro); Orgel in der Kappl (5000 Euro). Weitere Förderung: Großkonreuther Jugendblaskapelle Mähring (452 Euro und 1346 Euro sowie 1180 Euro für Gemeinschaftskonzerte mit der deutsch-tschechischen Bläserphilharmonie); Johann-Andreas-Schmeller-Mittelschule Tirschenreuth (840 Euro); Schüleraustausch (585 Euro); Theres-Neumann-Museum Konnersreuth (7500 Euro).

- Stadt Weiden: Anwesen Hinter der Mauer 2 (9000 Euro); Weidener Meisterkonzerte (1500 Euro).

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