24.03.2019 - 22:02 Uhr
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Burg Wernberg: Das Aus für einen Leuchtturm in der Region

Paukenschlag in Wernberg-Köblitz: Aus der Burg Wernberg wird eine Privatklinik. Ein tiefer Einschnitt, meint Frank Werner.

Die Burg Wernberg.
von Frank Werner Kontakt Profil
Kommentar

Die Burg Wernberg gehört zu den bedeutendsten Wahrzeichen der Oberpfalz. Die Sanierung und Eröffnung in den 90er Jahren ist das Vermächtnis von Klaus Conrad. Der Unternehmer aus Hirschau investierte Millionen in das marode Bauwerk und machte daraus ein schmuckes Hotel mit Top-Gastronomie. Mit großem Geldbeutel und noch größerem Idealismus bereitete Conrad nicht nur dem Markt Wernberg-Köblitz damit ein Jahrhundert-Geschenk.

Ohne Mäzenatentum ist ein solcher Leuchtturm in der Region nicht zu bewerkstelligen. Das wusste Klaus Conrad von Anfang an. Mit der Burg und ihrem "Kastell" wurde die Oberpfalz aus dem kulinarischen Dornröschenschlaf erweckt. Sterne-Restaurants und Top-Küchen bereichern seit Jahren die (Speise)Landkarte von Regensburg bis Auerbach.

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Wernberg war auch Sprungbrett für Spitzenköche, die Fluktuation dabei eher gering. Das Verhältnis der Bürger zur Burg war ambivalent. "Nur für Großkopferte", rümpften die einen die Nase. Voller Stolz für das gehobene Niveau und das tolle Ambiente, schwärmten dafür die anderen. "Die Burg" ließ jedenfalls keinen kalt.

Nach dem Abgang von Zwei-Sterne-Koch Thomas Kellermann versuchten die Betreiber den Spagat zwischen erstklassiger Küche und bezahlbaren Preisen. Ein sympathisches Vorhaben, ein Schritt in Richtung Oberpfälzer Bodenständigkeit. Dieses Experiment ist jäh beendet. Es bleibt mit der Burg aber ein wunderschönes Vermächtnis von Klaus Conrad. Es folgt nun offenbar eine Privatklinik auf der Burg. Bleibt zu hoffen, dass die Seriosität weiter Hof hält in Wernberg-Köblitz.

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