Wildes Personalkarussell auf dem Polit-Jahrmarkt

Robert Habeck als Kanzlerkandiat? Kevin Kühnert als SPD-Vorsitzender? Alles möglich. Willkommen im wilden Polit-Zirkus, kommentiert Frank Werner.

Robert Habeck, Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen.
von Frank Werner Kontakt Profil
Kommentar

Bitte einsteigen, die wilde Fahrt beginnt: Der Polit-Jahrmarkt steuert zwei Wochen nach der Europawahl seinem Höhepunkt entgegen. Als Zugpferd dient der Bundestag, der am Freitag in der Migrationspolitik einen historischen Auftritt hinlegt. Die Groko stimmt gemeinsam mit der AfD. Verschärfte Regelungen für mehr Abschiebungen. Da vergeht nicht nur dem linken SPD-Flügel das Lachen.

Den Pausenclown gibt Sigmar Gabriel. "Macht es wie Dänemark", ruft der frühere SPD-Chef - weiter nach rechts in der Migrationspolitik, weiter nach links in der Sozialpolitik. Ein Drehwurm für die gebeutelten Genossen ist garantiert. Hereinspaziert! Das Personalkarussell ist mächtig in Fahrt. Nach dem flotten Abgang von Andrea Nahles soll es erstmal ein Trio richten, für den Übergang. Der SPD-Vorsitz, laut Franz Müntefering das schönste Amt der Welt neben dem Papst, scheint also des Teufels zu sein. Warum nicht gleich Kevin Kühnert als Dompteur? Für die einen der Beelzebub, für die anderen der Heilsbringer. Aber ehrlich: Schlimmer kann es für die Sozis sowieso nicht mehr kommen.

Schließlich sind die Grünen die Stars in der Manege. Ein unheimlicher Höhenflug. Der größte Trapezkünstler ist Robert Habeck, Deutschlands derzeit beliebtester Politiker. Das Publikum fordert Zugabe: Habeck soll Kanzlerkandidat werden. Aber die Grünen sollten gewarnt sein: vom tiefen Fall des einstigen SPD-Überfliegers Martin Schulz, auch vom schnellen Umfrage-Sturz von CDU-Chefin AKK. Spannung im Polit-Zirkus bleibt garantiert.

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