Die Rote Liste der bedrohten Tierarten wird länger. Mit viel Mühe versuchen Organisationen und engagierte Menschen, Tierpopulationen zu schützen oder ehemals heimische Arten, die verschwunden waren, aufwendig wieder anzusiedeln. Bei Säugetieren oder Vogelarten wird - zu Recht - jeder kleine Erfolg bejubelt.
Bei den Insekten sieht die Lage nicht besser aus. Die Bestände schrumpfen beängstigend schnell. Bis auf den Rückgang der Bienenvölker war es aber ein bislang weitgehend unbeachtetes Sterben. Nun schrillen endlich die Alarmglocken.
Dabei scheint es im Vergleich zu anderen Spezies so einfach, etwas für die Krabbeltiere zu tun. Wer kennt es nicht: Ein paar Wochen ohne Rasenmähen und der "Dschungel" im Garten quillt über vor Leben. Es kreucht und fleucht, während in Gärten mit millimeter-genormtem Golfrasen fast klinische Stille herrscht. Nur eine Ecke Rasen stehen lassen, hilft im Kleinen bereits den Insekten und ihrer Nahrungskette. Doch so viel biologischen Wildwuchs zuzulassen wie möglich, genügt nicht, die Artenvielfalt zu retten, wenn nicht der kommerzielle eingedämmt wird. Also überkultivierte Kulturlandschaften zurückgeschraubt werden.
Die Staatsforsten geben mit dem neuen Projekt - ausbalanciert zwischen Ökologie und Ökonomie - ein gutes Beispiel. Solange aber Meter um Meter näher an begradigte Flüsse herangerückt, jeder Feldrain in Nutzfläche verwandelt wird, oder immer mehr Flächen verschlossen werden, leidet die Biodiversität. Ob sich das "rechnet", ist zweifelhaft.













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