12.07.2018 - 14:54 Uhr
Deutschland & Welt

Wincent Weiss und sein größtes "Feuerwerk"

Vor eineinhalb Jahren kommen 500 Zuschauer zu seinem Konzert in München. Jetzt wollen Wincent Weiss weit mehr als das Zehnfache an Fans sehen. Der 25-Jährige beweist bei Tollwood: Er gehört zu den Senkrechtstartern der deutschen Pop-Sänger.

Der Senkrechtstarter unter den deutschen Pop-Musikern: Wincent Weiss gastierte bei Tollwood und gab sein bisher größtes Konzert.
von Wilhelm Amann Kontakt Profil

"Das ist bisher meine größte Show": Wincent Weiss klingt selber ganz fasziniert. Ihm macht der Festival-Auftritt sichtlich Spaß. Selten ist der Altersdurchschnitt so niedrig bei einem Konzert in der Tollwood-Arena. Vor allem die jungen Damen unter 25 sind es, die sich nach vorne drängen, um ganz nahe an der Bühne dran zu sein. Eine von ihnen bringt ein Transparent mit: "It's my birthday - Umarmung?" steht da ganz groß drauf. Und tatsächlich: Ihr Idol sieht es, und schon nach wenigen Songs springt er von der Bühne hinunter und erfüllt den Herzenswunsch, stimmt für Franzi auch noch "Happy birthday" an.

Es zeigt sich schnell: Wincent Weiss genießt das Bad in der Menge. Er singt nicht nur "Mittendrin", er will es auch sein. Zu diesem Titel geht er auf Tuchfühlung mit Hunderten von Anhängern. "Weck mich nicht auf!" wünscht er sich danach musikalisch und lässt wissen: Der Verlauf dieses Abends gehört zu den Träumen, aus denen er am liebsten niemals aufwachen würde.

Beim nächsten Titel holt er sich Verstärkung: "Wohin willst du?" trällert er zusammen mit der gleichaltrigen Singer-Songwriterin Lea, die schon das Vorprogramm bestreiten durfte. Mit seiner Vier-Mann-Band geht Wincent Weiss danach auf einen Streifzug durch die aktuelle Pop-Musik-Szene. Dient sein Medley dazu, das eigene, noch nicht unbedingt allzu üppige Repertoire zu strecken? Lieder von Giesinger, Forster und Connor kommen da eben auch vor.

Im letzten Drittel bedient Wincent Weiss alle Hoffnungen, die seine Fans in diesen Abend gesetzt haben. Begleitet von Pyrotechnik und Papierschnipsel-Regen zündet er nach der Reihe seine Erfolgsnummern, die ihn in den zurückliegenden Wochen in die Charts gebracht haben: "Musik sein", "Frische Luft" und "An Wunder". Kaum eine(r) im Publikum vermag da nicht absolut textsicher mitzusingen.

Er geht, und jeder weiß, was Weiss noch liefern muss: "Feuerwerk" als Knüller und allerletzte Zugabe, und die Jubelstürme scheinen kein Ende zu kennen.Wincent Weiss gibt nicht nur seiner wachsenden Fangemeinde das Gefühl, an diesem Abend einen Nachwuchssänger gesehen und gehört zu haben, der noch Großes vor sich hat - ohne sich groß abzuheben von anderen Vertretern seines Genres. Weiss weiß genau, was gefragt ist, um in der deutschen Musikszene ein Star zu sein. Und dabei gibt er doch tatsächlich in einem Interview zu, dass die Musik, die ihm selber gefällt, eher eine ganz andere ist: Da mag er lieber die härteren Sachen wie von Linkin Park oder System of a Down. Für seine Kariere setzt er jedenfalls auf Ohrwürmer und eingängige Texte, die von Liebe und Freundschaft handeln - und mit denen sich sein Klientel gut identifizieren kann.

Über weite Strecken seines Konzerts schlägt er eher die leiseren Töne an, spielt dazu selber auch auf der Gitarre.

Wincent Weiss gibt alles an diesem Abend - und lässt sich von Tausenden seiner Fans feiern.

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