19.07.2018 - 09:51 Uhr
WindischeschenbachDeutschland & Welt

Spannung vor der Haustür

Fast vor der eigenen Haustür erlebte die 5. Klasse der Grund- und Mittelschule Windischeschenbach ein „tiefes Wunder“.

Jeder durfte sich einen Stein aussuchen. Denn Stein ist nicht gleich Stein!
von Gabriele Weiß Kontakt Profil

Kurz nach 8 Uhr fuhren die Schüler gemeinsam mit ihrer Klassenlehrerin Frau Weber mit dem Bus zum Geozentrum an der KTB. Möglich gemacht hatte diese Exkursion das Bayernwerk als Projektpartner von „Zeitung macht Schule“. Zunächst folgten die Fünftklässler der Biologin Andrea Mack in den Unterrichtsraum im Untergeschoss. Dort war alles auf das Thema „Gestein“ ausgerichtet. In einer kleinen Erzählung erwähnte Mack alle Gesteinsarten, von denen die Schüler auch einige selbst nennen konnten. Neben den Sedimentgesteinen, also Gestein, das durch Ablagerungen entsteht, unterscheidet man zusätzlich Umwandlungsgesteine und Magmatische Gesteine. Letztere wären beispielsweise Plutonite – entstanden aus Magma, die in der Erdkruste stecken blieb – und Vulkanite. Sie entstanden aus Magma, das aus der Erdkruste herausgeflossen ist.

Im Anschluss bekamen jeweils vier bis sechs Schüler eine Gesteinskiste und sollten diese klassifizieren. Auch ein „Schwimmtest“ wurde gemacht. Doch damit nicht genug: Jeder Schüler sollte an diesem Tag einen eigenen Stein mitbringen, worüber sich jeder zunächst wunderte. Doch nun wurde das Rätsel gelöst: Alle durften ihren eigenen Stein untersuchen. Dazu waren fünf Tests notwendig.

  • Härtetest für die Oberfläche: Kann man etwas in einen Stein ritzen? Dieser Frage gingen die Schüler mit Hilfe eines Eisennagels nach. Hier war aber auch zu beobachten, dass dies nicht immer glückte.
  • Geschmackstest: Leckt man an dem Stein, kann man eventuell bereits sagen, ob es sich um einen Salzstein handelt.
  • Härtetest: Man geht häufig davon aus, dass ein Stein wirklich auch steinhart ist. Die Schüler lernten an diesem Tag jedoch, dass es möglich ist, manche mit wenigen Schlägen zu zerschlagen. Aber „steinhart“ blieben trotzdem einige.
  • Salzsäuretest: Hier wird auf die Oberfläche des Steins stark verdünnte Salzsäure geträufelt. Als Hinweis auf einen Kalkstein schäumte und zischte die Säure. Das war leider nur bei einem Schüler der Fall. Bei allen anderen Steinen passierte gar nichts.
  • Mikroskop: Schließt der Stein kleine Mineralien ein? Eine Antwort gab der Blick durchs Mikroskop. Anhand eines Fragebogens konnten die Schüler ihre Beobachtungen ankreuzen und schließlich die mitgebrachten Steine bestimmen.

Mit viel Wissen ausgestattet führte nach einer Pause der Besucherbetreuer Herr Rohrer durch die Ausstellung. Auch in der Pause waren die Schüler nicht untätig – in einem Sandkasten siebten sie einen Teil des Inhalts und stießen auf unterschiedlichste Mineralien. Bevor man die Ausstellung näher betrachtete, wurde ein Film über die Entstehung der Erde gezeigt. Dann konnte man die Entwicklung und Entstehung der Erde anhand eines Zeitstrahls noch einmal nachvollziehen.

Herr Rohrer informierte die Schüler, dass es auf unserem Heimatplaneten vor rund 260 Millionen Jahren einen Superkontinent namens Pangäa – eine zusammenhängende Landmasse – gegeben hat und sich die einzelnen Kontinente und Ozeane erst später entwickelt haben. Maare und unterschiedliche Arten von Vulkanen lernten die Schüler ebenfalls kennen.

Besonders interessant war für alle der Erdbebensimulator, der zwar für die meisten „nicht so schlimm“ war, jedoch zum Nachdenken anregte, wenn dies in einer großen Stadt mit hohen Häusern passieren würde. Fasziniert waren alle von der Bohrspülung, die beim Schütteln flüssig, in Ruhe jedoch wie Gelee ist.

Einen Blick wert waren auch die unterschiedlichen Bohrer und Hilfsmittel, deren Dimensionen erst beim Davorstehen im Außengelände bewusst wurden. Ebenso faszinierend und ein toller Abschluss für einen interessanten Tag: ein Blick von unten auf den 83 Meter hohen Bohrturm.

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