26.08.2020 - 17:24 Uhr
WunsiedelDeutschland & Welt

Abgespeckte Luisenburg lockt 1000 Besucher

Die Reihe "LuisenburgXtra" ist beendet, "richtige" Festspiele wird es voraussichtlich erst wieder 2021 geben. Und die Veranstalter stehen jetzt vor einem "Millionen-Loch".

Künstlerische Leiterin Birgit Simmler: "Eine Spielzeit gibt es hoffentlich im Jahr 2021 wieder, wir planen ganz fest damit“
von Holger Stiegler (STG)Profil

"Wir haben zumindest gezeigt, dass es uns trotz Corona gibt." Birgit Simmler, Künstlerische Leiterin der Luisenburg-Festspiele in Wunsiedel, ist froh, dass man in den vergangenen Wochen kulturell wenigstens kleine Häppchen auf die Bühne bringen konnte. Insgesamt sieben Darbietungen waren es in der "LuisenburgXtra"-Reihe, die normalerweise im Innenhof des Fichtelgebirgsmuseums stattfindet. In diesem Jahr wurde sie wegen der Abstands- und Hygieneregeln auf die Burg ausgelagert. Dazu kamen noch drei kleine Konzerte im Felsenlabyrinth.

"Insgesamt waren es etwa 1000 Besucher, also weniger als zwei Drittel der Kapazität einer corona-freien Normalvorstellung", sagt Simmler. Deswegen mag sie auch nicht von einer "Spielzeit" oder einer "Saison" sprechen, die nun zu Ende gegangen ist. "Die Spielzeit gibt es hoffentlich im Jahr 2021 wieder, wir planen ganz fest damit", betont die Künstlerische Leiterin.

Nicht nur vom kulturellen, sondern auch vom wirtschaftlichen Blickwinkel aus sei die ausgefallene Saison natürlich ein Desaster. "Das Millionen-Loch, das entsteht, können weder die Festspiele noch die Stadt Wunsiedel aus eigener Kraft stopfen", erinnert Simmler. Hier falle besonders in Gewicht, dass sich die Luisenburg-Festspiele zu etwa 80 Prozent aus dem finanzieren, was an der Kasse eingenommen wird, und die staatliche Förderung im Vergleich zu Staatshäusern natürlich bescheiden ausfalle. Man sei im Gespräch mit dem Freistaat für eine tragfähige Lösung. "Aber noch gibt es die nicht", sagte Simmler.

Gearbeitet wird auf der Luisenburg natürlich trotzdem, gerade der Forschungs- und Entwicklungsbereich werde intensiver aufgebaut. Hier gehe es unter anderem darum, im Dialog mit Autorinnen und Autoren hochwertige Auftragsarbeiten vergeben zu können und zu entwickeln. Die Ergebnisse sollen sich dann in den kommenden Jahren in den Spielplänen niederschlagen.

In diesen Kontext gehört auch das gemeinsame Fachsymposium über das Musicalschaffen der Luisenburg-Festspiele und der Deutschen Musical Akademie vom 11. bis 13. September mit dem Titel "Uraufführungen im deutschsprachigen Raum - Eintagsfliegen oder neues Repertoire?".

Im Jahr 2021 steht unter anderem das Musical "Der Name der Rose" auf dem Spielplan, das im vergangenen Sommer Uraufführung in Erfurt feierte. Am 11. Oktober wird zu einer vorgezogenen Probe eingeladen, bei der Band und Solisten schon einmal einen kleinen musikalischen Einblick ins Werk geben. "Wir wollen einen Blick hinter die Kulissen bieten, damit die Zuschauer wissen, auf was sie sich freuen dürfen", so Simmler, die bei dem Musical auch Regie führt.

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