Wunsiedel
01.08.2019 - 07:29 Uhr

Geldautomat gesprengt: Polizei schießt und durchsucht Wald

Ein lauter Knall schreckte die Anwohner in der Nacht auf Donnerstag, 1. August, auf. Unbekannte haben in Röslau einen Geldautomaten gesprengt. Die Polizei bittet um Hilfe aus der Bevölkerung.

Splitter einer zerborstenen Glasscheibe liegen vor einer Bankfiliale in Röslau (Kreis Wunsiedel), in welcher am frühen Morgen ein Geldautomat gesprengt wurde. Bild: Nicolas Armer/dpa
Splitter einer zerborstenen Glasscheibe liegen vor einer Bankfiliale in Röslau (Kreis Wunsiedel), in welcher am frühen Morgen ein Geldautomat gesprengt wurde.

Unbekannte haben einen Geldautomaten in Oberfranken gesprengt. Anwohner hatten in der Nacht zu Donnerstag, 1. August, einen lauten Knall gehört, wie die Polizei mitteilte.

Nach bisherigen Erkenntnissen sprengten die Unbekannten, kurz nach 3.45 Uhr, den Geldausgabeautomat der Bankfiliale in der Hauptstraße. Eine Streifenbesatzung der Grenzpolizei Selb traf unmittelbar danach vor Ort auf zwei maskierte Täter. Eine Beamtin setzt ihre Dienstwaffe ein. "Während einer der Männer mit einem motorisierten Zweirad die Flucht ergriff, flüchtete der andere zu Fuß", schreibt die Polizei weiter. Es gebe bisher keine Hinweise, dass eine Person verletzt wurde.

Bei der daraufhin eingeleiteten Fahnung fiel einer Streife in Tatortnähe ein weißer VW Golf aus dem Zulassungsbereich „EU-“ auf, der mit hoher Geschwindigkeit und zeitweise ausgeschaltetem Abblendlicht vor den Beamten flüchtete. Der Fahrer versuchte das Dienstfahrzeug, das mit einigem Abstand folgte, mit Fahrmanövern in der Dunkelheit abzuhängen. Zwischenzeitlich unterstützte auch Polizeihubschrauber die Beamten am Boden. In einem Waldstück nahe des Selber Ortsteils Heidelheim sprangen die Unbekannten aus dem Auto und flüchteten zu Fuß in die Dunkelheit. Einsatzkräfte sperrten den Bereich weiträumig ab. Die Polizei durchsuchte am Donnerstagvormittag Durchsuchungsmaßnahmen das Waldstück mit Unterstützung von Diensthundeführern.

Die Bankfiliale wurde durch die Sprengung stark beschädigt, es entstand ein Schaden von geschätzten 100.000 Euro. Alle Bewohner konnten das Gebäude unverletzt verlassen. Einsatzkräfte des Rettungsdienstes und der Bürgermeister kümmerten sich um sie sowie um ihre vorläufige Unterbringung im Bürgerhaus.

Die Kripo Hof nahm die Ermittlungen auf. Nach ersten Erkenntnissen sprengten die Unbekannten den Geldautomaten mittels Einleitung von Gas. Inwieweit die Täter Bargeld erbeuteten, steht derzeit noch nicht fest.

Die Polizei bittet um Hinweise zu folgenden Fragen:

  • Wer hat Donnerstagfrüh, um etwa 3.45 Uhr, Beobachtungen in der Hauptstraße in Röslau gemacht?
  • Wem ist in diesem Bereich ein motorisiertes Zweirad aufgefallen?
  • Wer hat den weißen VW Golf mit den Kennzeichen aus Zulassungsbereich „EU-“ gesehen und kann Hinweise zu den Insassen geben?
  • Wem sind im Bereich des Tatortes und umliegenden Landkreis Kleintransporter oder sonstige Fahrzeuge mit auswärtigen Kennzeichen aufgefallen?
  • Wer hat in den Morgenstunden verdächtige Personen gesehen oder Anhalter mitgenommen?
  • Wer kann sonst Angaben machen, die im Zusammenhang mit der Tat stehen könnten?

Zeugen werden gebeten, sich mit der Kriminalpolizei Hof unter der Nummer 09281/704-0 in Verbindung zu setzen.

Pressemitteilung

 
Kommentare

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Peter Steinbock

Allen, die halfen, die Geldautomatensprenger festzusetzen, sei Dank. Trotzdem habe ich das Gefühl, daß die Anreize zur Bereicherung durch Sprengungen größer sind als derzeit drohende Bestrafungen. Ein Vorschlag: Die Sprenger sollten wissen, daß ihnen unverzüglich ab eine Woche nach Ausführung ihres Sprengstoffverbrechens und Festnahme ein sechsmonatiger körperlicher Mindesteinsatz in der Hand-Entschlammung von Bädern, Weihern und Fließgewässern sicher ist. Natürlich unter Internierungszwang. Könnte das helfen?

04.08.2019
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