27.06.2021 - 17:11 Uhr
WunsiedelDeutschland & Welt

Luisenburg-Festspiele: Spannend wird es nicht nur auf der Bühne

Es wird eine ungewöhnliche Luisenburg-Saison, die am 2. Juli mit dem Musical „Der Name der Rose“ in die Abendspielzeit startet. Denn: Noch ist offen, wie viele Zuschauer pro Vorstellung im Laufe der Festspiele zugelassen sind.

Livio Cecini hat die Hauptrolle im Musical "Der Name der Rose" übernommen: „Die Luisenburg-Bühne verlangt einem viel ab und sie verzeiht nichts“
von Holger Stiegler (STG)Profil

„Die Festspiele werden wie angekündigt mit ihrem Programm beginnen und dann im Laufe der Saison den Zuschauerraum entsprechend den zum Zeitpunkt jeweils hygienischen Notwendigkeiten optimal belegen“, heißt es etwas verklausuliert in einer offiziellen Mitteilung von Festspielleitung und Verantwortlichen der Stadt Wunsiedel. Fakt ist: Zum jetzigen Zeitpunkt sind aufgrund der Pandemie-Bestimmungen in Bayern bei kulturellen Veranstaltungen unter freiem Himmel maximal 500 Zuschauer pro Vorstellung zugelassen.

Nachdem aber mittlerweile auch im Bayreuther Festspielhaus aufgrund einer Sondergenehmigung der Bayerischen Staatsregierung 911 Zuschauer pro Vorstellung erlaubt sind, dürften sich die genehmigten Zuschauerzahlen angesichts von Festspielen unter freiem Himmel auf der Luisenburg auch deutlich nach oben bewegen. „Der enge behördliche Abstimmungsprozess dahingehend läuft, einen entsprechenden Antrag gibt es“, bestätigt Christof Kaldonek, Kommunikations-Leiter der Festspiele, auf Anfrage der Kulturredaktion. Ziel sei es, eine optimale Raumausnutzung zu erreichen. Aus diesem Grund sind ab 29. Juni auch nur die Vorstellungen bis einschließlich 15. Juli im Vorverkauf.

Vorbereitungen auf Hochtouren

Ungeachtet der behördlichen Abstimmungsprozesse laufen die künstlerischen Vorbereitungen für die Festspiele auf höchsten Touren. Das wird auch deutlich, wenn man Livio Cecini auf der Bühne beobachtet. Der Schweizer Darsteller ist zum ersten Mal bei den Luisenburg-Festspielen dabei und übernimmt die Hauptrolle des William von Baskerville im Musical „Der Name der Rose“. Zuletzt spielte er die Rolle des George Banks im Musical „Mary Poppins“ in Stuttgart und Hamburg. „Die Luisenburg-Bühne verlangt einem viel ab und sie verzeiht nichts“, bekennt er im Gespräch mit der Kulturredaktion. Man müsse definitiv mehr als 100 Prozent geben. Freilicht-Erfahrungen hat Cecini natürlich schon, unter anderem bei den Bad Hersfelder Festspielen, aber: „Das hier ist schon einzigartig!“

Es ist Weltliteratur nach Umberto Ecco, die in Musical-Form auf die Bühne gebracht wird: Der Roman ist schon über 40 Jahre alt, vor über 20 Jahren hatte eine Bühnen-Adaption des Romans als Welturaufführung den Weg auf die Luisenburg-Bühne gefunden. Und die legendäre Verfilmung mit Sean Connery stammt aus dem Jahr 1986. Übrigens: Statur, Bartwuchs, Haarschnitt – das lässt Cecini durchaus etwas an Connery erinnern. „Ich hoffe aber, dass ich nicht deswegen für die Rolle besetzt worden bin“, scherzt der Schweizer und beweist bei den Proben gleich einmal, dass es natürlich seine schauspielerischen und gesanglichen Fähigkeiten sind, die überzeugen.

Sherlock Holmes in Franziskaner-Kutte

Das Stück ist eine große Detektivgeschichte, in der bekanntlich viel gestorben und klug kombiniert wird. „In dieser Abtei ist einiges faul“, sagt William von Baskerville zu seinem Adlatus Adson. Gut zwei Stunden lang können die Zuschauer in der durchaus spektakulären Inszenierung von Birgit Simmler den Ermittlungen des Sherlock Holmes in Franziskaner-Kutte folgen.

Das Musical des norwegischen Duos Øystein Wiik (Libretto) und Gisle Kverndokk (Musik) ist noch brandneu, die Uraufführung ging 2019 bei den Domfestspielen Erfurt über die Bühne. Für die Luisenburg wurde das ursprüngliche Drei-Stunden-Werk gekürzt, war in Erfurt ein 40-Mann-Orchester im Einsatz, so ist es auf der Luisenburg eine Zehn-Mann-Band, die für die Live-Musik sorgt. Cecini sieht es als positiv an, dass es sich um keinen viel gespielten Musical-Klassiker handelt: „Das gibt allen Beteiligten viel mehr Freiheiten, um jeweils ihren Part zu entwickeln.“

Ursprünglich hätten die Festspiele im Mai starten sollen

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Info:

Luisenburg-Festspiele

Premieren: 1. Juli, Pinocchio, 2. Juli, Festakt und Premiere Der Name der Rose, 3. Juli Der Brandner Kaspar 2, 9. Juli Faust

Tickets für Veranstaltungen bis vorerst 15. Juli gibt es ab Dienstag, 29. Juni, online, per Telefon oder vor Ort im Festspielbüro (Bestellungen per Post oder per E-Mail sind nicht möglich!)

Für Zuschauer herrscht Maskenpflicht (auch am Platz), sie müssen zudem entweder aktuell getestet, genesen oder komplett geimpft sein

Terminänderungen und Zusatzvorstellungen sind möglich, aktuelle Informationen gibt es auf www.luisenburg-aktuell.de

Mit einer allein schon optisch imposanten Inszenierung des Musicals "Der Name der Rose" wird am 2. Juli die Abendspielzeit der Luisenburg-Festspiele eröffnet.

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