Wurzer Sommerkonzerte: Junge Talente und schier unfassbare Virtuosität

Bei den Wurzer Sommerkonzerten begeistern die Schwestern Dascha und Sascha Klimas im Pfarrhof mit ihrem grandiosem Spiel.

Ein Höhepunkt bei den Wurzer Sommerkonzerten: Dascha (links) und Sascha musizierten am Sonntagnachmittag als Duo an Geige und Klavier.
von Reinhold TietzProfil

Es ist klar, dass es sich um einen besonderen Auftritt handelt, wenn ein elfjähriges und ein neunjähriges Mädchen als Interpretinnen von klassischen Musikstücken angekündigt werden. Beide sind bereits mit Preisen bei Wettbewerben ausgezeichnet worden, die elfjährige Dascha Klimas für ihr Klavierspiel, ihre Schwester Sascha (9) für ihr Spiel auf der Geige. Beim Konzert der Wurzer Sommerkonzerte am Sonntagnachmittag im historischen Pfarrhof überzeugten die Schwestern mit sagenhaft gekonntem Spiel.

Das beginnt bereits beim rasanten Vortrag des einsätzigen "1. Violinkonzerts a-moll" von Jean-Baptiste Accolay, dessen "Allegro moderato" von Dascha schnell eingeleitet und von Sascha in atemberaubend virtuosem Spiel übernommen wird. Bis zum kraftvollen Schluss der Sechzehntel-Doppelgriffe und der rhythmischen Begleitachtel brilliert das Duo.

Aus einer Klaviersonate von Joseph Haydn ertönt der erste Satz in der heutzutage üblichen schnellen Interpretation, die bei Dascha gar nicht übertrieben klingt. Weitere Musik für Klavier stammt von Cesar Franck ("Danse lento"), Claude Debussy ("Clair de lune"), Bela Bartok (Rumänische Volkstänze) und Franz Liszt ("Gnomenreigen"), also durchaus bekannte Werke, die Dascha engagiert und mitreißend vorträgt.

Schließlich spielt die Schwester auf ihrer Geige allein zwei Capricen aus op. 1 von Niccolo Paganini. Würde man es nicht hören, so hielte man es kaum für möglich, dass ein neunjähriges Mädchen ihr Instrument so tadellos für die schwersten Stücke einsetzen könnte. Das "Cantabile D-Dur" op. 17 vom gleichen Komponisten folgt in lieblicher Darstellung. Den Abschluss des ersten Teils bildet das Doppelkonzert für 2 Violinen von Johann Sebastian Bach, wobei der Klimas-Vater Oleksandr, der ukrainische "Teufelsgeiger", den anderen Geigenpart übernimmt, während Dascha aufmerksam den Klavierauszug auf einem e-piano interpretiert. Nach der Pause eröffnet Sascha allein die weitere Vortragsreihe. Sie spielt das "Preludio" aus der "3. Partita für Solovioline E-Dur" BWV 1006 von Bach in hinreißender Manier. Eine Neunjährige, die dieses Wahnsinnsstück öffentlich vorträgt. Begeisterung im Publikum.

Es folgen wiederum Werke für Solo-Klavier: ein "Lied ohne Worte" von Felix Mendelssohn-Bartholdy, "Gradus ad Parnassum" von Claude Debussy und die "Humoreske" von Arno Babadjanian. Für Violine und Klavier schließen sich eine "Humoreske" von Antonin Dvorak und "Liebesfreud" von Fritz Kreisler an. Nun erneut allein am Klavier lässt Dascha die "Elegie" von V. Zavgorodny, die "Revolutionsetüde c-moll" op. 10/12 von Frederic Chopin, in einer Klavierfassung "In der Halle des Bergkönigs" aus der ersten Peer-Gynt-Suite von Edvard Grieg und das berühmte "Prelude cis-moll" von Sergej Rachmaninoff hören. Allein die Auswahl: faszinierend.

Zum Ausklang spielt nochmals der Vater mit: Beim Doppelkonzert a-moll op. 3/8 von Antonio Vivaldi erweitert er mit Umspielungen die streng barocke Komposition. Dascha spielt auf dem E-Piano mit Orgelklang und beendet einen Abend, der in Erinnerung bleiben wird.

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