Deutschland und die Welt
23.01.2019 - 17:04 Uhr

Zahl der Asylbewerber: Obergrenze nicht erreicht

Die Zahl der Menschen, die in Deutschland Asyl beantragen, sinkt weiter. Der von der Bundesregierung vereinbarte "Korridor" wird derzeit nicht ausgeschöpft. In der Oberpfalz schaut es ein klein wenig anders aus.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (rechts) und Hans-Eckhard Sommer, Präsident des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, stellen die Asylzahlen 2018 und den Migrationsbericht der Bundesregierung 2016/2017 vor Bild: Kay Nietfeld/dpa
Bundesinnenminister Horst Seehofer (rechts) und Hans-Eckhard Sommer, Präsident des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, stellen die Asylzahlen 2018 und den Migrationsbericht der Bundesregierung 2016/2017 vor

Ausländer haben in Deutschland im vergangenen Jahr 185 853 Asylanträge gestellt. Das sind 16 Prozent weniger als im Jahr 2017. Zieht man die 23 922 Folgeanträge ab, ergibt sich eine Zahl von 161 931 neuen Schutzsuchenden. Hauptherkunftsländer waren erneut Syrien, der Irak und Afghanistan. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) betonte am Mittwoch in Berlin, die Asyl-Zuwanderung habe 2018 deutlich unterhalb des von der Großen Koalition festgelegten "Korridors" von 180 000 bis 220 000 Menschen gelegen. Die Regierung habe die Balance zwischen Humanität und Steuerung "in bemerkenswert guter Weise geschafft".

 

Über die organisierte Flüchtlingsaufnahme (Resettlement) und humanitäre Sonderprogramme kamen 2018 nach Angaben des Bundesinnenministeriums rund 3400 Menschen nach Deutschland. Weitere 38 500 Angehörige von Flüchtlingen durften mit Visa für den Familiennachzug einreisen. Berücksichtigt man die rund 23 500 Abschiebungen und Rücküberstellungen an andere EU-Staaten und die freiwillige Rückkehr von 16 000 Asylbewerbern, ergibt sich netto eine Asyl-Zuwanderung von rund 165 000 Menschen. Seehofer sagte, die Wege, auf denen Asylbewerber nach Europa kämen, hätten sich zuletzt verändert. Es sei deutlich, "dass der Schwerpunkt zurzeit in Spanien liegt".

Im vergangenen Jahr wurden knapp 35 Prozent aller Asylanträge abgelehnt. Anderweitig erledigt haben sich rund 30 Prozent der Anträge: etwa durch eine Zuweisung in ein anderes EU-Land oder weil der Antrag zurückgezogen wurde.

 

Eine auf Bezirke aufgeschlüsselte Aufstellung der Zahlen ist laut Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) in Nürnberg nicht möglich. Nach Auskunft der Regierung der Oberpfalz gab es bei den Zugangszahlen von Asylbewerbern in der Erstaufnahmeeinrichtung Regensburg (jetzt Anker-Einrichtung) eine leichte Zunahme: Sie stieg im Jahr 2018 auf 2612 nach 2351 im Vorjahr. 2016 lag die Zahl noch bei 5557, im Jahr 2015 bei 28 476. Die Regierung habe jedoch keine Übersicht über die tatsächlich beim Bamf gestellten Asylanträge. Es komme immer wieder vor, dass Asylbewerber den Antrag beim Bamf zeitverzögert stellen.

 

 
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