15.05.2018 - 20:00 Uhr
ErbendorfOberpfalz

Stadtrat befasst sich mit Breitbandausbau im ländlichen Bereich Höfebonus für entlegene Gebiete

"Trotz der guten Förderung beim Breitbandausbau wird rund eine halbe Million Euro an der Stadt hängen bleiben." Das stellte Bürgermeister Hans Donko bei der Vorstellung der Erschließungsgebiete für den Höfebonus fest. Der Breitbandpate der Stadt, Hubert Wojtenek, will die Maßnahmen intelligent bündeln, um den Kostenanteil der Kommune zu senken.

von Jochen NeumannProfil

Mit der Breitbandoffensive ist die Stadt Erbendorf bisher gut gefahren. Mit sehr guten Förderquoten konnten das Gewerbegebiet, der Ortsteil Wildenreuth sowie zahlreiche andere Ortsteile erschlossen werden. "Mit dem Höfebonus sollen jetzt auch entlegene Anwesen und Weiler an das weltweite Netz angeschlossen werden", so Wojtenek. Wie der Breitbandpate ausführte, habe ein beauftragtes Fachbüro bereits eine umfangreiche Ermittlung der derzeitigen Versorgungssituation erstellt. "Auf dieser Grundlage wird derzeit ein Vorschlag erarbeitet, wo der weitere Ausbau machbar ist." Insgesamt sind 16 Bereiche als sogenannte "Verbünde" zusammengefasst worden, die im Rahmen des Höfebonus realisiert werden könnten.

Bürgermeister Hans Donko bezifferte die Kosten auf rund 2,7 Millionen Euro. "Trotz der guten Förderung des Breitbandausbaus werden rund 500 000 Euro an der Stadt hängen bleiben." Grundsätzlich sei der Breitbandausbau zwar wünschenswert, habe aber mit der Kommune nichts zu tun. "Es ist schwierig, mehr als eine halbe Million Euro Eigenkapital für diese Maßnahme bereitstellen zu können", stellte er fest.

Hubert Wojtenek wies darauf hin, dass mit dem Fachbüro jetzt die Detailermittlung beginne. "Um die Kosten für die Stadt niedrig zu halten, werden wir sowohl das bayerische Förderprogramm als auch das Bundesprogramm für den Breitbandausbau nutzen." So soll der größte Bedarf über das Bayern-Programm mit gut 90-prozentiger Förderung abgewickelt werden und die restlichen Maßnahmen über das Bundesprogramm.

"Wir wollen die bestmöglichste Versorgung der Region", stellte CSU-Fraktionsvorsitzender Johannes Reger fest. Die vorgestellte Lösung gefiel ihm. "Diesen Weg sollten wir gehen." Den Ausführungen Wojteneks schloss sich SPD-Fraktionsvorsitzender Klaus Gredinger an, mahnte aber: "Es ist unverantwortlich, einen so großen Eigenanteil in den Haushalt zu pressen. Sinnvoll ist es, erst die Gebiete mit den meisten Bewohnern auszubauen, bevor Einöd-Anwesen drankommen."

Auf Rückfrage von Stadtrat Dr. Hans Rose stellte Bürgermeister Donko fest, dass der exakte Ausbauumfang erst nach Ende der Ausschreibung auf der Grundlage der tatsächlichen Kosten und der erzielbaren Förderungen festgelegt werde. "Hierfür haben wir noch einige Wochen Zeit."

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