16.05.2018 - 17:49 Uhr
FalkenbergOberpfalz

Nicole Fürst referiert über „ihre“ Mitterteicher Tafel Beikost beim gelungenen Frauenfrühstück des KDFB Falkenberg

Ein Frauenfrühstück – mit reichhaltigem Büffet - ist stets ein willkommener Anlass zu plaudern und sich auszutauschen. Die stets gut besuchte Veranstaltung des Falkenberger Frauenbundes findet jeweils im Pfarrheim statt. Als Ehrengast im „5-Sterne-Lokal mit Burgblick“, so Vorsitzende Maria Braun, konnte der Frauenbund diesmal die Fuchsmühlerin Nicole Fürst willkommen heißen, die die Arbeit und Ziele der von ihr geleiteten „Mitterteicher Tafel“ einmal näher vorstellen durfte.

200 Euro für die „Mitterteicher Tafel“ übergab Frauenbundvorsitzende Maria Braun (2. von links) an die Vorsitzende der Einrichtung, Nicole Fürst. Bei der Spendenübergabe waren Pfarrer Maximilian Roeb (links) und Pfarrer Franklin (rechts) ebenfalls mit anwesend. Bild: wro
von Werner RoblProfil

„Meine Gefühle, bei der ersten Lebensmittelausgabe mit dabei zu sein, waren unbeschreiblich“, beschreibt Nicole Fürst ihre ersten Eindrucke, als sie sich dazu entschlossen hatte, Vorsitzende der Mitterteicher Tafel zu werden. Bereits Monate zuvor arbeitete sie dort ehrenamtlich mit, um die Einrichtung von der Pike auf kennenzulernen. Ihre gewonnen Eindrücke fasste Fürst beim Frauenfrühstück zusammen: „Einerseits war ich beschämt, andererseits aber war ich auch sehr zufrieden.“ Die Fuchsmühlerin steht seit rund einem Jahr der gemeinnützigen Einrichtung vor. In Falkenberg durfte sie davon erzählen und – als Dankeschön für ihr Kommen, vor allem aber als Anerkennung für die geleistete Arbeit der Tafel - eine Spende in Höhe von 200 Euro mit nach Mitterteich nehmen. Der gleiche Betrag wurde auch Edith Lippert für die Aktion „Lichtblicke“ zugesagt. Die Schirmherrin konnte dem Treffen im Pfarrheim jedoch nicht beiwohnen. „Die Spende wird nachgereicht“, versprach Frauenbundvorsitzende Maria Braun auf Anfrage. Das Geld stammt aus dem Erlös der Kaffeestube anlässlich des Weihnachtsmarktes, informierte die Vorsitzende.

Als (männliche) Gäste waren auch die Seelsorger Maximilian Roeb und Pfarrer Franklin eingeladen. Der Vortrag der Tafelvorsitzenden bildete den Höhepunkt einer rund 3-stündigen Veranstaltung, in deren Mittelpunkt Einblicke in Fürsts‘ Mitterteicher Tafel, deren Ziele und Aufgaben, stehen sollten. „Was ärgert man sich doch manchmal über Kleinigkeiten“, hob die Vorsitzende an. „Wie oft hadert man mit dem eigenen Schicksal“, fuhr die Fuchsmühlerin fort und bekannte: „Seit ich das Ehrenamt inne habe, geht es mir gut.“ Zufriedener sei sie geworden, fasste sie die gewonnenen Erfahrungen zusammen. „Ich weiß das, was ich mein Eigen nenne, jetzt viel mehr zu schätzen. Ich bin meinem Herrgott dankbar, dass ich in der glücklichen Lage bin, meinen Lebensunterhalt selbst bestreiten zu können.“ Mit Blick auf die Einzelschicksale, mit denen sie in der Tafel regelmäßig konfrontiert wird, erinnerte sie daran, dass vieles von dem was man erarbeitetet habe, von heute auf morgen weg sein könne.

„Die Mitterteicher Tafel wurde vor 11 Jahren, als einzige Einrichtung dieser Art, gegründet“, erinnerte Fürst an die Entstehung. Finanziert werde sie durch Mitgliedsbeiträge, ehrenamtliche Mitarbeit und Spenden, rechnete sie vor. Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften bezifferte Fürst mit rund 1600. „Die Zahl der Abholer, an einem Samstag oder Mittwoch, bewegt sich zwischen 70 und 80 Personen. Gängigen Vorurteilen erteilte sie eine Absage: „Es kann jeden treffen!“ Fürsts Ausführungen waren ein Plädoyer für die Nächstenliebe, zugleich aber übte sie harsche Kritik an der Verschwendung von Lebensmitteln, die trotz Mindesthalbarkeitsdatum noch völlig in Ordnung seien. "Das Wirken in der Einrichtung hat auch mit Menschenwürde zu tun", lobte sie auch die Arbeit ihrer Mitstreiter.

„Ich könnte ihnen noch stundenlang erzählen, auch von Begegnungen und Gesprächen.“ Fürst bedauerte: „Das würde den Rahmen sprengen.“ Die Sprecherin – der man es ansah, dass sie mit Herzblut bei der Sache ist und auch persönlich für die Sache einzutreten bereit ist - bedauerte aber auch, dass es die Gesellschaft gestattet, Menschen durchs Raster fallen zu lassen. Auch das sei ein Spiegelbild unserer Leistungsgesellschaft schloss Fürst: Nicht jeder habe Abitur. „Ich bedanke mich für die Einladung“, erhob sie bei der Spendenübergabe erneut das Wort und fügte hinzu: „Ich hoffe, dass ich Ihnen die Aufgaben und die Zuständigkeit der Mitterteicher Tafel ein wenig näher gebracht habe.“ Mit einem „Tag der offenen Tür“ – den Termin ließ Fürst jedoch noch offen – wolle man sich der Öffentlichkeit näher vorstellen, versprach die Fuchsmühlerin ihren Gastgeberinnnen.

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.