Gerald Morgenstern zeigt Bilder aus dem Truppenübungsplatz
Einst blühende Orte - heute Ruinen

"Die US-Armee investierte damals insgesamt 158 000 Euro für die Stabilisierung des Turmes und der Kirchenmauern." Zitat: Gerald Morgenstern
Vermischtes
Grafenwöhr
12.04.2018
134
0
 
Gerald Morgenstern hatte über 300 Fotos vorbereitet. Bild: abu Bild: ABU

Früher prächtige Weiler und Gehöfte, heute Ruinen: Die Erweiterung des Truppenübungsplatzes in Grafenwöhr vor 80 Jahren hat Spuren hinterlassen. Welche, macht Gerald Morgenstern in einem Vortrag deutlich.

Der Vortragsraum im Kultur- und Militärmuseum war am Mittwochabend gut gefüllt. Rund 50 Interessierte lockte der Bildervortrag "Alte Ortschaften im Truppenübungsplatz - früher und heute" von Gerald Morgenstern an. 365 Bilder aus dem Truppenübungsplatz zeigte der ehemalige Soldat und Kenner des Truppenübungsplatzes.

Dabei stellte er immer alte Aufnahmen - überwiegend aus dem Truppenübungsplatz-Buch von Griesbach entnommen - und eigene Bilder gegenüber, um den langsamen Verfall der einstigen, teils prächtigen Ortschaften zu zeigen.

Mit vielen alten Bildern von kleinen Weilern, Gehöften, Replika von Postkarten sowie mit Fotos aus der heutigen Zeit von Ruinen, Natur, Gedenktafeln, Festlichkeiten, Baumaßnahmen sowie der Flora und Fauna im Truppenübungsplatz bot Morgenstern den Zuhörern einen Blick auf die vergangenen 80 Jahre.

Nur noch Verfall

58 Orte, Weiler und Gehöfte fielen der Erweiterung des Übungsplatzes durch die Reichsumsiedelungsgesellschaft (RUGES) vor 80 Jahren zum Opfer, darunter Pappenberg, Hopfenohe und Haag. Von Pappenberg sind heute nur noch die Ruinen der einstigen Wallfahrtskirche Maria Himmelfahrt zu sehen. Viele Häuser verschwanden, als die Steine als Baumaterial benötigt wurden. Hopfenohe, das an der europäischen Wasserscheide liegt, entstand bereits im 7. Jahrhundert. Die Pfarrei St. Peter und Paul zählte vor der Umsiedelung mit den umliegenden Dörfern und Weilern etwa 1000 Seelen.

Im Jahr 2005 wurde die Kirche vor dem weiteren Verfall gesichert. "Die US-Armee investierte damals insgesamt 158 000 Euro für die Stabilisierung des Turmes und der Kirchenmauern", berichtete Morgenstern. So wurde die Hopfenoher Kirche - die auch in den meisten Fällen auch zugänglich ist -, zum Symbol für alle alten Orte, von denen teils nur noch Keller- oder Brunnenlöcher übrig sind.

Neue Bewohner

Die ehemalige Ortschaft Haag war mit 500 Einwohnern das größte Dorf im Übungsplatz und hatte kleinstädtischen Charakter. Die günstige Lage an der alten Reichsstraße 85 begünstigte die Entwicklung des Ortes. In dem Keller der Bierwirtschaft Grafenstein, der noch erhalten ist, sind mittlerweile Fledermäuse eingezogen. Der verfallene Friedhof Haag wurde 1992 saniert und ist inzwischen ein Kulturdenkmal.

Viele der interessierten Zuhörer hatten nach dem 90-minütigen Vortrag noch zahlreiche Fragen an den Übungsplatz-Kenner. Morgenstern bedankte sich am Schluss bei den Zuschauern und übergab dem Heimatverein seine gesammelten Fotos zur weiteren Verwendung für die Dauerausstellung.

Bereits in zwei Wochen, am Samstag, 28. April, um 18 Uhr ist der nächste Vortrag im Kultur- und Militärmuseum. Die geborene Haagerin Elfriede Krapf schwelgt in Erinnerungen und liest aus ihrem Buch "Haag - einst ein blühender Ort in der Oberpfalz". Der Eintritt für den Vortrag ist frei.

___



Weitere Informationen Veranstaltungen im Kultur- und Heimat unter

www.museum-grafenwoehr.de

Die US-Armee investierte damals insgesamt 158 000 Euro für die Stabilisierung des Turmes und der Kirchenmauern.Gerald Morgenstern
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.