Mit der Einweihung eines Fledermaus-Turms nahe des Weilers Lauterach am Fünf-Flüsse-Radweg haben der Leiter des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt, Christian Barth, Kastls Bürgermeister Stefan Braun sowie Georg Schlapp vom Naturschutzbund Bayern und Projektbetreuer Rudolf Leitl einen weiteren Eckpfeiler für das auslaufende Life-Projekt "Große Hufeisennase" gesetzt.
Nicht nur die Menschen können sich an dem Fledermausturm Ausruhen und an der großen Informationstafel viel Wissenswertes über die vom Aussterben bedrohte Fledermausart nachlesen. Im gesicherten Obergeschoss nehmen sich auch die Fledermäuse im Lauterachtal eine kleine Auszeit, wenn sie auf ihrer ausgiebigen Jagd nach Insekten eine Ruhepause brauchen. Betreut wird der Turm in Zukunft von den Verantwortlichen des Naturparks Hirschwald.
Wie Bürgermeister Stefan Braun anmerkte, sei es ein gutes Zusammenwirken aller Beteiligten - vom Freistaat Bayern, EU, LBV, Bayerischer Naturschutzfond, Naturpark Hirschwald und bis zur Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) als zuständige Behörde für den Truppenübungsplatz Hohenfels - gewesen. "Mein Dank gilt auch dem LBV als Projektträger, den Genehmigungsbehörden und den Baufirmen, die zum Gelingen dieses Bauwerkes am Radweg unterhalb von Kastl beigetragen haben." Dieses Projekt sei eine enorme Aufwertung der Grünen Schlagader im Lauterachtal.
Auch Christian Barth vom Umweltministerium sieht eine ideale Ergänzung für das Fledermaushaus im benachbarten Hohenburg. "Das Ziel muss es sein, den Rahmen so zu legen, dass die Fledermäuse einmal ohne weitere Maßnahmen eine eigene Lebensgrundlage finden." Von einer Erfolgsgeschichte sprach Projektbetreuer Rudolf Leitl. Das aus dem Bayerischen Naturschutzfond finanzierte Life-Naturprojekt zur Rettung der stark bedrohten Fledermausart habe die Erwartungen erfüllt.
"Seit Projektbeginn vor sechs Jahren ist die Kolonie von 67 auf heuer 187 Tiere angewachsen." Weitere nachgewiesene Sommerquartiere der Großen Hufeisennase und anderer Fledermausarten sind die Kirchen in Bergheim, Kichenödenhart und in Schmiedheim im Truppenübungsplatz Hohenfels. Dazu kommen noch einige Karsthöhlen im Lauterachtal.
Hintergrund
Einer der Schlüsselfaktoren zum Überleben des letzten deutschen Vorkommens der Großen Hufeisennase ist der Insektenreichtum auf Pestizid freien Flächen des Truppenübungsplatzes Hohenfels und im Lauterachtal. Zwei neu gebaute Fledermaustürme, einer unterhalb von Kastl und einer in Schmidmühlen an den beiden Enden des Projektgebiets, dienen den Fledermäusen als Trittsteinquartiere für die weitere Ausbreitung. Zusätzlich bieten sie Radfahrern und Wanderern neben Informationen zur Großen Hufeisennase so wie dem Projekt auch einen Schutz- und Rastplatz. Die Maßnahme dient dazu, das Bewusstsein in der Bevölkerung für die hoch bedrohte Fledermausart zu stärken.













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