20.03.2018 - 09:32 Uhr

Metropolregion Nürnberg startet Image-Kampagne Fledermaus-Rudi als Überflieger

Der Landkreis Amberg-Sulzbach hat einen neuen Botschafter. Einen? Fast 300! Rudi Leitl und seine Fledermäuse stehen symbolisch für die Lebensqualität in der Metropolregion Nürnberg.

Botschafter mit ausgestreckten Armen (von links): Wirtschaftsförderer Harald Herrle, Rudi Leitl, Christa Standecker (Geschäftsführerin der Metropolregion Nürnberg) und Landrat Richard Reisinger. Bild: Steinbacher
von Uli Piehler Kontakt Profil

Amberg-Sulzbach. Die 280 Großen Hufeisennasen, die auf dem Dachboden des Hohenburger Fledermaushauses leben, stellen die intakte Natur in der fränkisch-oberpfälzischen Metropolregion in den Blickpunkt. Natürlich gehört zu den Tierchen ihr Betreuer, der Naturschutz-Experte Rudi Leitl. Er ist das Gesicht des Amberg-Sulzbacher Beitrags zur Kampagne, die Landrat Richard Reisinger und die Geschäftsführerin der Metropolregion, Christa Standecker, am Montagnachmittag im Landratsamt vorstellen.

Draußen vor der Einfahrt prangt bereits das Banner mit dem Motiv: Leitl inmitten einer Waldhut mit ausgestreckten Armen. Das Bild wird in den nächsten Wochen und Monaten vielen Besuchern der Metropolregion ins Auge stechen. Als Werbeanzeige, als Flyer oder Plakat - in Nürnberg, Hof, Bayreuth oder Bamberg. "Unser Landkreis ist reich an Naturschätzen. Der Naturpark Hirschwald ist mit seinen vielfältigen Landschaften rund um Jurasteig und Wacholderwanderweg attraktives Naherholungsgebiet und wichtiger Lebensraum," unterstrich Reisinger. Das Fledermaushaus sei ein einzigartiges und herausragendes Beispiel dafür.

"Öko-Netzwerker"

Rudi Leitl versteht sich als "ökologischer Netzwerker", der sich nicht nur um die Bedarfe der schützenswerten Fledermauspopulation kümmert, sondern auch die Anliegen von Behörden, Anwohnern und Touristen im Blick hat. "Mir ist es wichtig, dass die Menschen die Schönheit und Einzigartigkeit ihres Landkreises wahrnehmen und zu schätzen wissen", sagt er. Christa Standecker, Geschäftsführerin der Metropolregion Nürnberg, ergänzt, warum Leitl perfekt zur Initiative passt: "Unsere Imagekampagne erzählt Geschichten von Menschen, die in der Metropolregion Nürnberg ihr persönliches Lebensmodell verwirklichen. Rudi Leitl hat im Landkreis Amberg-Sulzbach seinen perfekten Lebensmittelpunkt und eine Berufung gefunden, die es ihm ermöglicht, seine tiefe Verbindung zur Natur ebenso auszuleben wie seine Verbundenheit zur Heimat." Wie viele Menschen in der Metropolregion profitiere Leitl von dem perfekten Stadt-Land-Mix und definiert es als eine der Stärken der Region, sowohl "tief in der Natur, aber auch ganz nah am Stadtleben" zu sein.

Rückschlag für Fledermäuse

Der lange Winter macht den rund 280 Großen Hufeisennasen im Hohenburger Fledermaushaus zu schaffen. "Die Fettreserven sind aufgebraucht", sagt Rudi Leitl zum aktuellen Zustand der deutschlandweit einzigartigen Kolonie. Die Misere habe schon im September vergangenen Jahres begonnen, der Monat sei im Vergleich zum langjährigen Mittel um zwei Grad zu kalt gewesen. Danach habe es einen verregneten Oktober und November gegeben - eine sehr schlechte Ausgangslage für die Fledermäuse, um sich für den Winter zu wappnen. Wenn die Kälte jetzt noch andauere, drohten die schwächeren Tiere zu verhungern. "Zwei tote Fledermäuse habe ich schon gefunden", berichtet Leitl. Er rechnet damit, dass es heuer einen deutlichen Rückschlag für die Population gibt. Hinzu komme das Insektensterben, das Leitl als extrem bezeichnet. "Wahrscheinlich ist das Insektensterben deutlich schlimmer, als in den aktuellen Studien beschrieben", erklärt er. Insekten sind die Lebensgrundlage für die Fledermäuse. Als Hauptgrund für das Verschwinden der Insekten benennt Leitl die industrielle Landwirtschaft. (upl)

Mir ist es wichtig, dass die Menschen die Schönheit und Einzigartigkeit ihres Landkreises wahrnehmen und zu schätzen wissen.Fledermaus-Betreuer Rudi Leitl
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