17.05.2018 - 16:24 Uhr
MantelOberpfalz

Ausstellung am 2. Juli in der Mittelschule in Weiherhammer Alte Heimat, neue Heimat

Alte und neue Heimat - was ähnelt sich, was ist anders? Das vergleichen acht Schüler mit Migrationshintergrund aus der Mittelschule Weiherhammer und der Pestalozzi-Mittelschule Weiden auf ganz besondere Art: nämlich künstlerisch.

Schüler von Agnes Hehenberger (Vierte von rechts) mit Migrationshintergrund arbeiten mit Textildesignerin Gabriele Siegl (Dritte von rechts) an einem Kunstprojekt. Malerin Stefanie Stangl (Vierte von links) ist ebenfalls mit von der Partie bei diesem ganz besonderen Projekt. Am 2. Juli werden die Werke in Weiherhammer ausgestellt. Bild: SEI
von Eva SeifriedProfil

Weiherhammer/Weiden. Die 15- bis 17-jährigen Schüler, die Lehrerin Agnes Hehenberger in Deutsch als Zweitsprache unterrichtet, stammen aus Syrien und Eritrea. Sie leben zwischen einem und drei Jahren in Deutschland und versuchen, die deutsche Sprache und die deutsche Kultur zu verstehen und sich zu integrieren. Dies geschieht nicht nur innerhalb der Schule, sondern auch an außerschulischen Lernorten.

Bereits seit Dezember vorigen Jahres läuft ein Kunstprojekt für diese Schüler bei der Gesellschaft für Schulungs- und Informationsdienstleistungen (GSI) in Weiden. Die Textildesignerin Gabriele Siegl aus Neustadt steht den Jugendlichen zur Seite. Sie studierte an der Fachhochschule München und betreut nun seit einigen Jahren Kunstprojekte an Schulen, weil ihr die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen gefällt.

Vorab waren die Schüler mit Hehenberger in Weiden in der Altstadt unterwegs und sahen sich dort historische Gebäude an. Siegl zeichnete einige Gebäude auf. Die Schüler sägten sie aus Sperrholzplatten aus und bemalten sie. Eine weitere Einheit drehte sich dann um Gebäude aus der Heimat der Schüler. Nach Fotos gestalteten sie das Modell einer orientalischen Stadt mit einer Moschee, ähnlich wie in Aleppo (eine der Herkunftsstädte), wo nun alles zerstört ist. Dabei stellten die Projektteilnehmer fest, dass die Farben, die in Deutschland früher bei der Verzierung der Häuser verwendet wurden, oft denen orientalischer Städten gleichen. Bei einer weiteren Projektstunde ging es um Flora und Fauna. Die Jugendlichen verglichen gemeinsam mit Förster Ulrich Keltsch die für sie neue Pflanzenwelt der Oberpfalz mit der ihnen bekannten. Ein weiteres Thema war die traditionelle und aktuelle Mode in den Ländern. An mehreren Vormittagen sägten die Schüler Figuren aus, die Frauen, Männer und Kinder aus Deutschland, Syrien oder Eritrea darstellten.

Siegl hatte jede Menge Stoffe, Knöpfe, Haare und Zubehör dabei, und die jungen Nachwuchskünstler bemalten und kleideten die Figuren entweder in deutscher Mode oder nach modischen Vorstellungen ihrer Herkunftsländer.

Dabei unterstützte sie einmal auch die Malerin Stefanie Stangl aus Oberwildenau. Hehenberger freut sich, dass sie für dieses Projekt so kompetente Helfer im Boot hat. Auch weitere Schüler mit Migrationshintergrund aus beiden Schulen sind beteiligt. Sie schufen unter anderem Collagen oder Bilder zum Thema "Alte Heimat - neue Heimat".

Ausstellung

Alle Kunstwerke werden am Montag, 2. Juli, bei einer Ausstellung an der Mittelschule Weiherhammer zu sehen sein. Gabriele Siegl und Stefanie Stangl werden zusätzlich zu den Exponaten der Schüler zum Thema passende Kunstwerke zeigen. Es ist auch geplant, dass Faruk Kareem, ein irakischer Kurde, der in Etzenricht lebt, einige seiner Werke ausstellt. Alle Beteiligten hoffen auf viele Besucher. Die Ausstellung wird von 17.30 bis 19 Uhr geöffnet sein. (sei)

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