"Im Gegenteil. Die Anwohner haben den Dreck aus dem Wald mit nach Hause genommen", sagt sie. Sie macht beiläufig auf eine geplante, große Feuerlöschübung in diesem Jahr aufmerksam. Das Wasser des Steinbruchs, 500 Meter nördlich des Ortes, soll dazu für die Löschwasserversorgung genutzt werden. Der Steinbruch allerdings wurde abgeriegelt. Als Grund wird dort angeblich ebenfalls hinterlassener Müll und geschürte Feuer vorgetragen. Zu sehen ist - abgesehen von ein paar Zigarettenkippen und einer Feuerstelle - davon nichts. Die Grundstücksgrenze der Forst Ebnath AG markieren Pfähle. Im Zwischenraum, einer Fahrspur entlang des Waldes, wachsen Stecklinge.
Der Forst AG wird vorgeworfen, die ausgehobenen Sperren, teilweise einen halben Meter hoch und einen halben Meter tief, zu unüberwindbaren Hindernissen für Benutzer von Rollatoren gemacht zu haben. Sie kommen nicht drüber und ebenso wenig vorbei. Spazierengehen auf den Straßen ist für sie viel zu gefährlich. "Das ganze Dorf Schwarzenreuth ärgert sich", so die Feststellung. Offen will keiner sprechen, weil viele irgendwie von der Ebnather Forst AG abhängig sind oder Repressalien befürchten.
"Schutzmaßnahme"
Plakate sind schon vorbereitet, die an den abgesperrten Waldwegen angebracht werden sollen. Ein Zitat von Norbert Wagner, Leiter der Forst Ebnath AG, zu den befürchteten Auswirkungen auf den Fränkischen Gebirgswanderweg, wird es beinhalten.
Szenenwechsel. Wir fahren zum Ende der Schulstraße in Neusorg. Was auffällt, ist der Zaun, der entlang des Waldes gezogen wurde. Ein Einfahrtstor ist mit zwei Fahrradschlössern gesichert. Am Ende der Straße ein Durchfahrtverbotsschild, so wie sie überall an den Waldgrenzen der Ebnather Forst AG zu finden sind. Der freie Zutritt zum angrenzenden Wald ist den Anwohnern jetzt verwehrt.
In einem Interview mit dem Leiter der Ebnather Forst AG Norbert Wagner erscheint alles in einem anderen Licht. Er spricht von einer notwendig gewordenen Schutzmaßnahme. Offenes Feuer am Biotop Steinbruch mitten im Wald auch bei großer Trockenheit, wilde Partys, jede Menge Müll am Ufer und im Gewässer sowie Landwirte, die ihre Anbaugeräte im Steinbruch waschen, sind einige Beispiele. Müllentsorgung im Wald zwangen, die Zufahrten nicht gewidmeter Wege zu sperren. Nicht zugelassene Traktoren zogen lange Ölspuren auf den Wegen. Hindernisse für Wanderer durch die ausgehobenen und aufgeschütteten Sperren sind für Wanderer nicht gegeben, betonte Wagner.
Im Bereich von Neusorg wurde die Errichtung eines 150 Meter langen Zaunes, in den zwischenzeitlich ein großes Loch geschnitten wurde, unumgänglich. Nach den Worten von Wagner wurden peu à peu 50 Kubikmeter, vorwiegend Biomüll von nicht an die Biomüllentsorgung angeschlossenen Anwohnern abgelagert. Darunter aber jede Menge anderer Abfall.
Radfahrer dürfen durch
Mit den Gartenabfällen gelangen Kosmopoliten wie Großes Springkraut, Riesenbärenklau, Knöterich usw. in den Wald, was auch der Zertifizierung der Forst AG abträglich ist. Rund um Neusorg gibt es neun Zugänge zu den Wäldern der Forst AG. Forstwirt Andreas Söllner ergänzt: "Es vergehen keine 14 Tage, an denen nicht Sperrmüll abgelagert wird."
"Wir verfahren nach Recht und Gesetz", sagt Norbert Wagner. 3650 Hektar Wald bewirtschaftet nach seinen Worten die Forst AG und ist damit ein "kleiner Player" auf dem Markt, der nicht, wie vorgeworfen wird, marktbestimmend ist und seine Position ausnutzt. "Wir erhalten zahlreiche Rückmeldungen aus der Bevölkerung, die positiv sind", sagt Wagner und sieht hinter der "Protestaktion" nur einen kleinen Kreis von drei bis fünf Bürgern. "Nur mit diesem kleinen Kreis besteht ein Interessenskonflikt", fügt er an.
Eines aber dürfte die Radfahrer und Mountainbiker freuen. Die rund 200 Durchfahrtverbotsschilder bei den Waldeinfahrten haben für sie keine Gültigkeit. Bei neuen Schildern wird das Schild "Gesperrt für Kraftfahrzeuge aller Art" verwendet.














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