18.05.2018 - 17:22 Uhr
Oberpfalz

Lobkowitz-Realschule hat neue Partner in Frankreich Ein zweisprachiges Hoch auf uns

Floskeln zur deutsch-französischen Freundschaft sind so alt wie der Elysée-Vertrag von 1963. Wie aufrichtig und herzlich Symbolik sein kann, beweisen die Lobkowitz-Realschule und das Collège Notre-Dame aus Bressuire, das eine gute Autostunde von Nantes entfernt liegt.

Michael Bertelshofer am E-Piano hat auch bekannte Chansons auf Lager. Souverän begleitet er den deutsch-französischen Schulchor, bei dem nicht nur die Töne, sondern auch das Zwischenmenschliche passt. Bilder: Meister (2)
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

Für die beiden Schulen unterzeichneten Leiterin Irene Sebald und ihre Kollegin Hélène Coerduroy am Donnerstagnachmittag mit viel Begleitmusik und Fahnen-Deko einen Partnerschaftsvertrag in der Aula der Realschule. Dass die Chemie nicht nur zwischen den beiden Pädagoginnen, sondern auch zwischen Austauschschülern, Gastfamilien und Projektbetreuern mehr als stimmt, war fast mit Händen zu greifen.

"Diese Woche wird in bester Erinnerung bleiben", versicherte Mireille Rouvière aus Bressuire im Namen ihrer Schützlinge, die eine Woche lang den Alltag in deutschen Familien, die Stadt Prag, das deutsche Schulsystem und den Landkreis Neustadt kennenlernten. Damit alles klappt, hatten sich zuvor besonders die Lehrerinnen Elke Völkl-Käs und Simone Sperl ins Zeug gelegt.

Das ist stellvertretendem Landrat Albert Nickl schon mal ein bisschen Pathos wert. Er griff das Motto der Realschule "Wir sind ein starkes Team" auf und übertrug es auf die deutsch-französische Achse in der Politik. "Das geht nur durch gelebte Freundschaft. Ihr seid der Schlüssel für eine gemeinsame Zukunft", rief er den Schülern zu.

Dass die Mädchen und Buben aus der Oberpfalz und Westfrankreich das bereits ganz gut beherzigen, zeigten sie auf der Bühne bei Gesangseinlagen, die Musiklehrer Michael Bertelshofer begleitete. Zur Melodie des Gassenhauers "Oh, Champs Elysées", schmetterten sie Arm in Arm "Oh, vive l'amitié" (Es lebe die Freundschaft). Damit dieses Miteinander weiter gedeihen kann, pflanzten die Jugendlichen und ihre Begleiter auf dem Schulgelände einen Gingko-Baum. "Ein Baum für die Ewigkeit", sagte Irene Sebald zum Gastgeschenk aus Frankreich. Über etwas ähnliches, eine kleine Harlekin-Weide, freute sich Bürgermeister Rupert Troppmann, der Gastschülern und Gastgebern eine Brotzeit ausgegeben hatte.

Bei so viel Harmonie fiel auch ein schmerzhaftes Malheur nicht ins Gewicht. Bei einem Auffahrunfall auf der Rodelbahn am Monte Kaolino zogen sich vier 15- und 16-jährige Franzosen vor ein paar Tagen Gehirnerschütterungen oder einen abgebrochenen Zahn zu. Halb so wild, wenn man ansonsten miteinander Spaß hat. Den soll es auch beim Gegenbesuch im nächsten Jahr geben.

Dass dies alles möglich wird, ist auch das Verdienst von Hermann Weig aus Vohenstrauß. Er betreut die Partnerschaft seiner Stadt mit Moncoutant, einer Nachbargemeinde von Bressuire, und fädelte die neue Schulpartnerschaft mit ein. Dafür gebührte ihm am Donnerstag ein mehrfaches Merci.

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