24.07.2019 - 16:57 Uhr
Deutschland und die WeltOberpfalz

10 grobe Fehler bei Bewerbungen

Eselsohren im Anschreiben? Dreckige Fingernägel Vorstellungsgespräch? Manch ein Bewerber scheitert immer wieder bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Doch das lässt sich ändern, wenn es gelingt, einige typische Fettnäpfchen zu umgehen.

Bewerbungen und Bewerbungsgespräche können gewaltig schief gehen. Doch das muss nicht sein. Ein paar einfache Tipps helfen.
von Wolfgang Fuchs Kontakt Profil

Eselsohren und Rechtschreibfehler sind böse: Arbeite sauber und ordentlich

Geknickte Ecken und Schokoladenflecken auf dem Lebenslauf? Rechtschreibfehler im Anschreiben und den Namen von Firma und Ansprechpartner falsch geschrieben? Mit solch einer Bewerbung bist du schneller aus dem Rennen als du denkst. Deine Bewerbung sollte sauber und ordentlich sein. Tipp: Um Rechtschreibfehler zu vermeiden, empfiehlt es sich, wenn du dein Anschreiben von deinen Eltern oder von Freunden Korrektur lesen lässt.

Das Berufsinformationszentrum (BIZ) betreut alle Weidener Schulen, erklärt Studien- und Berufsberaterin Claudia Siegler.

„Copy and paste“ demonstriert Desinteresse

Du hast ein Bewerbungsanschreiben erstellt, dass du nun unverändert an verschiedene Arbeitgeber verschickst? Das geht gar nicht. Der Personalchef erkennt in der Regel schnell, wie intensiv du dich erkundigt und das Anschreiben und deinen Lebenslauf an den jeweiligen Arbeitgeber angepasst hast. Folgende Fragen solltest du kurz und knapp schon in der schriftlichen Bewerbung beantworten: Warum möchtest du ausgerechnet diesen Beruf lernen? Weshalb ausgerechnet bei diesem Unternehmen? Welche Eigenschaften und Fähigkeiten bringst du mit?

Informiere dich über das gewünschte Bewerbungsprozedere

Du schickst deine Unterlagen per Post, obwohl das Unternehmen eine Online-Bewerbung erwartet? Zu dem Vorstellungsgespräch im Schreinereibetrieb gehst du mit Anzug und Krawatte, zur Bank hingegen im T-Shirt? Vergiss nicht, dich gründlich zu informieren, was der Arbeitgeber bei der Bewerbung erwartet und welcher Kleidungsstil angemessen ist. In der Regel findest du die nötigen Informationen auf der Homepage des Arbeitgebers.

Ungepflegt, aber zu viel Schmuck

Vermeide dreckige Fingernägel, bügle dein Hemd und entscheide dich an diesem Tag gegen deine abgetragene Lieblingshose. Ein schmutziges Erscheinungsbild ist ein absolutes No-Go. Und auch zu viel Schmuck sehen viele Arbeitgeber nicht gerne. Die Faustregel besagt: nicht mehr als fünf Schmuckstücke. Piercings solltest du grundsätzlich herausnehmen.

In Weiden und Umgebung gibt es mehr offene Ausbildungsstellen als Bewerber, sagt Margot Salfetter vom Berufsinformationszentrum (BIZ) in Weiden.

Faule Ausreden sind faule Ausreden

„Der Bus hatte Verspätung“ zählt nicht als Ausrede, wenn du zu spät zum Vorstellungsgespräch erscheinst. Sei pünktlich. Plane deine Anfahrt und fahre eine halbe Stunde früher ab, als das eigentlich notwendig wäre. So kannst du sicher gehen, dass du rechtzeitig und entspannt ankommst – selbst dann, wenn ein Bus ausfällt.

Sei authentisch

Versuche erst gar nicht, deine Nervosität zu überspielen – es wird dir nicht gelingen. Und das muss es auch nicht. Es ist völlig normal, wenn du nervös bist. Normalerweise wird das auch nicht negativ bewertet. Verstelle dich nicht. Sei authentisch.

Sei mutig und höflich

Vermeide einen laschen Händedruck. Deine Hand ist kein nasser Lappen! Schüttele deinem Gesprächspartner beim Begrüßen kräftig die Hand und blicke ihm in die Augen. Setz dich erst, wenn dir ein Platz angeboten wird. Schalte dein Handy auf lautlos. Duze deinen Gesprächspartner nicht, es sei denn er bietet es dir an. Unterbreche ihn nicht, sondern warte ab, bis er dich auffordert, Zwischenfragen zu stellen.

Geld ist nicht das Wichtigste: Zeige Interesse

Beginne nicht mit der Frage nach dem Einkommen und der Anzahl der Urlaubstage. Wichtiger sind Fragen wie: Wie stehen die Chancen auf eine Übernahme nach der Ausbildung? Welche Aufstiegschancen gibt es im Unternehmen? Wenn dir der Personalchef am Ende des Gesprächs anbietet, dich durch das Unternehmen zu führen, dann solltest du dieses Angebot nicht ablehnen. Zeige Interesse.

Sei nicht unvorbereitet

Gehe nicht unvorbereitet in ein Bewerbungsgespräch. Das geht selten gut. Wenn dich der Personalchef fragt, wie du dir deine künftige Tätigkeit im Unternehmen vorstellst, und deine Antwort „Irgendwas mit EDV“ lautet, dann ist das zu vage. Informiere dich deshalb vorab genau über das Berufsbild, um eine Vorstellung davon zu bekommen, was dich erwartet. In der Regel findest du die nötigen Informationen auf der Homepage des Arbeitgebers.

Kenne dich selbst

Lass dir persönliche Dinge nicht aus der Nase ziehen. Der Personalchef will wissen, wie gut du zum Unternehmen passt. Sei offen und verstelle dich nicht. Wenn du über Hobbys sprichst, solltest du ehrlich sein und deine Aussagen präzisieren können. Erzählst du also etwa, dass Du gerne liest, dann solltest Du auch einige Bücher nennen können, die dir gefallen. Mache dir Gedanken über deine Stärken und Schwächen – danach fragen Personalchefs gerne, um zu testen, wie gut du dich selber kennst.

Mehr Stellen als Bewerber:

„In Weiden und den Landkreisen Neustadt und Tirschenreuth gibt es mehr Ausbildungsstellen als Bewerber“, sagt Margot Salfetter von der Berufsberatung des Arbeitsamtes Weiden. Über 2.200 Stellen sind zu vergeben – vor allem in technischen Berufen. Die Berufsberatung besucht regelmäßig alle Weidener Schulen, um künftige Bewerber für Bewerbungen fit zu machen.

Viele der Informationen stammen von Margot Salfetter, Teamleiterin in der Berufsberatung der Arbeitsagentur für Arbeit in Weiden, sowie von Claudia Siegler, Studien- und Berufsberaterin.

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