13.06.2018 - 12:08 Uhr
Oberpfalz

10 Städte, 11 Stadien

Wer bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland vom 14. Juni bis 15. Juli alle elf Spielorte besuchen will, bekommt einen Eindruck von der kulturellen und historischen Vielfalt des Gastgeberlandes.

Im Luschniki-Stadion in Moskau sind unter anderem das Eröffnungsspiel und das Finale.

(dpa) Wichtigster Schauplatz ist die Hauptstadt Moskau mit ihren zwei WM-Stadien. Ein Überblick über die WM-Städte:

MOSKAU (2x)
Mit mehr als zwölf Millionen Einwohnern ist Moskau die größte Stadt Europas. Im Herzen der Stadt liegt der Kreml, Wahrzeichen und Machtzentrale Russlands. Von hier aus regiert Präsident Wladimir Putin das Land. Der Rote Platz mit dem Lenin-Mausoleum und der bunten Basilius-Kathedrale gehören zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Wer einen entspannten Tag in der Sonne verbringen und dabei das lässig-urbane Moskauer Leben kennenlernen will, sollte den Gorki Park besuchen. Moskau hat zwei WM-Stadien: die Arena des Traditionsclubs Spartak sowie das renovierte Luschniki-Stadion, wo Eröffnungsspiel und Finale stattfinden.

ST. PETERSBURG
Zar Peter I. gründete die Stadt 1703 als "Fenster nach Europa" seines Reichs. Hier ergriffen die Kommunisten 1917 die Macht. Zu Sowjetzeiten hieß die Stadt am Fluss Newa Leningrad. Heute ist die Touristenmetropole die zweitgrößte Stadt Russlands. Das weitläufige historische Zentrum ist Unesco-Welterbe und wird wegen seiner malerischen Flüsse und Kanäle auch als "Venedig des Nordens" bezeichnet. Vor den Toren Petersburgs bieten die Zarenschlösser Peterhof (bekannt für seine Springbrunnen) und Zarskoje Selo (bekannt für das Bernsteinzimmer) einen Einblick in das Leben bei Hof. In der Stadt gibt es Museen von internationalem Rang wie die Eremitage. Auch an hippen Bars und Restaurants mangelt es nicht.

KASAN
Die Hauptstadt der ölreichen Teilrepublik Tatarstan gilt als Beispiel für ein Miteinander der Kulturen. Hier stehen muslimische Moscheen neben orthodoxen Kirchen. Der Kreml im Stadtzentrum ist ein Muss für jeden Besucher. Sportliches Aushängeschild der Stadt an der Wolga ist der Erstligist Rubin Kasan.

SOTSCHI
Dank der Olympischen Winterspiele 2014 unter Palmen wurde der beliebte Badeort mit subtropischem Klima weltbekannt. Zudem hat Sotschi eine Formel-1-Rennstrecke. Die russische Elite schätzt den Ort am Schwarzen Meer als Feriendomizil. Im Sommer locken die Strände an der "Russischen Riviera", im Winter die Skigebiete in den nahegelegenen Bergen. Auch Präsident Wladimir Putin hat ein Landhaus bei Sotschi, wo er immer wieder Staatsgäste empfängt.

JEKATERINBURG
Die nach Zarin Katharina I. benannte Stadt am Ural-Gebirge gilt als Russlands Tor nach Sibirien. 1918 wurde hier Zar Nikolaus II. mit seiner Familie ermordet. In der Region sind Schwerindustrie und Waffenschmieden angesiedelt. Als prominentester Sohn der Stadt gilt Ex-Präsident Boris Jelzin (1931-2007). Jekaterinburg ist der östlichste Spielort bei der WM. Zu Moskau gibt es zwei Stunden Zeitunterschied.

KALININGRAD
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die deutsche Stadt Königsberg der Sowjetunion zugesprochen. Heute grenzt das westlichste Gebiet Russlands nur an die EU-Staaten Polen und Litauen und ist daher eine russische Exklave. Die bekannteste Persönlichkeit der Stadt ist der Philosoph Immanuel Kant (1724-1804), sein Grab am alten Dom liegt auf einer malerisch gelegenen Insel im Fluss Pregel. Die Ostsee-Region ist bekannt für ihren Bernstein.

NISCHNI NOWGOROD
Die Stadt an der Mündung der Oka in die Wolga war im 19. Jahrhundert ein Konkurrent für Moskau als Handelsdrehscheibe. Ein Sprichwort sagt noch heute: "Moskau ist das Herz Russlands, St. Petersburg der Kopf und Nischni Nowgorod seine Tasche.

"ROSTOW AM DON
Der wichtige Handelsort vor der Mündung des Dons in das Asowsche Meer gilt als Tor zum Kaukasus. Rostow am Don ist eine traditionelle Kosakenhochburg. Die wehrhaften Reiterbauern dienten einst dem Zaren. Auch bei der WM sollen sie wieder Sicherheitsaufgaben wahrnehmen. Immer schon unterhielt die Stadt auch enge Beziehungen zum nahegelegenen Kohlerevier Donbass in der Ukraine. Dort sind seit 2014 prorussische Separatisten an der Macht.

SAMARA
Die als Zaren-Festung gegründete Stadt zieht sich 50 Kilometer an der Wolga entlang und ist für ihre Strandpromenade bekannt. Zu Sowjetzeiten errichtete Plattenbauviertel prägen bis heute Teile der Industriestadt. Samara ist ein Zentrum des sowjetischen und heute russischen Raketenbaus. Im benachbarten Toljatti werden die bekannten Lada-Autos gebaut.

SARANSK
Die Einwohner der Stadt mit dem finno-ugrischen Ursprung sind stolz auf ihre mordwinische Sprache und ihr Kunsthandwerk. Saransk ist die kleinste WM-Stadt. Der französische Schauspieler und Wahl-Russe Gérard Depardieu besitzt seit 2013 einen russischen Pass und hat eine Wohnung in Saransk.

WOLGOGRAD
Mehr als 70 Kilometer zieht sich der Verkehrsknotenpunkt am Unterlauf der Wolga entlang. Im Zweiten Weltkrieg war Stalingrad, wie die Stadt bis 1961 hieß, völlig zerstört worden. Das riesige Denkmal der Mutter Heimat auf dem Mamajew-Hügel erinnert an die Kesselschlacht zwischen Roter Armee und Wehrmacht, die 1942/43 im Krieg die Wende brachte. Als berühmteste Bürgerin gilt Stabhochspringerin Jelena Issinbajewa.

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