08.06.2018 - 11:07 Uhr

Acht Jahrzehnte Herz Jesu

Mit einem Festakt begeht die katholische Pfarrei am Sonntag das Jubiläum des Gotteshauses

Ein Blick ins historische Fotoalbum: Im Vordergrund das Max-Reger-Haus, im Hintergrund die Brander Pfarrkirche. ld
Ein Blick ins historische Fotoalbum: Im Vordergrund das Max-Reger-Haus, im Hintergrund die Brander Pfarrkirche.

(ld) Mit einem feierlichen Gottesdienst und einem Festakt auf dem Kirchplatz begeht die Pfarrei Herz Jesu Brand am kommenden Sonntag das 80jährige Bestehen der Pfarrkirche. Neusorg und Brand gehörten einmal zur Pfarrei Ebnath. In Neusorg hatte der Bahnbau einen großen Bevölkerungszuwachs zur Folge, so dass Neusorg bereits 1910 selbstständig wurde.

Brand und seine zugehörigen Ortschaften waren Ebnath am nächsten gelegen und deshalb am längsten verbunden. Wie seit Jahrhunderten wurden in Ebnath die Neugeborenen getauft, die Ehen geschlossen und auch die Toten wurden auf Ebnather Grund beerdigt. Der Kirchsteig – Weg vom Birkett nach Ebnath - heute noch so benannt, führte seinen Namen zu Recht. 1904/05 tauchte in Brand der Wunsch nach einem eigenen Kirchlein auf, obwohl große Not herrschte.

Ein Kirchenbauverein wurde gegründet, Bittbriefe wurden verschickt und Spenden werden gesammelt. Das Pfarramt in Ebnath lehnte aber während der Bauausführung die Möglichkeit, Gottesdienste in Brand abzuhalten, strikt ab. Es blieb jedoch nicht aus, dass an Tagen, an denen Religionsunterricht in der Schule gehalten wurde, für den die Geistlichkeit aus Ebnath zuständig war, auch heilige Messen gelesen wurden. Später gab es auch hin und wieder sonntägliche Gottesdienste und soweit die Geistlichen aus Ebnath nicht abkömmlich waren, wurden vom Kirchenbauverein Priester aus einem Kloster geholt, lange auch aus Eger. 1907 wurde die „alte Kirche“ wie sie heute noch genannt wird, eingeweiht. Bald schon zu klein geworden, wurde bereits 1936 mit der Erweiterung begonnen und bereits 1937 wurde die heutige Kirche von Erzbischof Dr. Michael Buchberger eingeweiht.

Regelmäßige Gottesdienste wurden von 1939 an gehalten, als Geistlicher Rat Josef Hupfer auf die Pfarrei Ebnath verzichtete und als erster Geistlicher Wohnung in Brand im 1927 erbauten Pfarrhof nahm. Bis dahin war der Pfarrhof vermietet. Geistlicher Rat Hupfer wurde bekannt als Textdichter des Fichtelgebirgsliedes "Ich bin gewandert weit umher." Er verstarb schon im Juni 1940 und ihm folgte im November 1940 Pfarrer Johann Stangl.

Die durch den Kooperator von Ebnath allsonntäglich gefeierte Heilige Messe wurde auch weiterhin beibehalten, sodass seit August 1939 allsonntäglich zwei Vormittags-Gottesdienste stattfanden. Stangl verließ Brand 1947. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden nach und nach sämtliche kirchliche Handlungen hier eingeführt. Erste Taufen fanden ab November 1940, die erste Beerdigung am 23.Dezember 1940, die erste Spendung der ersten Heiligen Kommunion 1940, die erstmalige Liturgie der Karwoche 1945, das erste Fronleichnamsfest 1946.

Am 28. November 1947 trat Pfarrer Joseph Pichl seine Stelle als Hilfs¬geistlicher an. Er war Pfarrer in Neudorf in der damaligen CSSR und kam durch den Hitler-Terror ins Konzentrationslager Dachau, wo er viereinhalb Jahre bleiben musste. Von dort entlassen, ging er in seine Heimatgemein¬de Dreihacken bei Marienbad und wirkte dort noch kurze Zeit. Durch die Ausweisungen der Deutschen gezwungen, verließ er 1946 diesen Pfarrbezirk, der unmittelbar an die Oberpfalz grenzte und zog nach Mähring bei Tirschenreuth. Von dort aus kam er nach Brand. Nun wurden sämtliche kirchlichen Verrichtungen nach Brand verlegt. Die Bucheintragungen erfolgten bis 1956 noch in der Pfarrstelle Ebnath. Weihnachten 1951 läuteten zum ersten Mal die vier Glocken in Brand, es folgten weitere Ausstattungen wie Krippe und Kreuzweg. Zug um Zug wurde dann die Entwicklung zur Selbstständigkeit angestrebt. Expositur, dann Pfarrkuratie und schließlich 1969 Pfarrei.

Die Feierlichkeiten finden dieses Mal in einem etwas anderen Rahmen statt. Um 9.35 Uhr sammeln sich die Brander Vereine am Pfarrheim, Abmarsch ist pünktlich um 9.45 Uhr. Die Fichtelgebirgskapelle Ebnath führt den Zug über Kösseineweg, Kirchsteig und Pfarrweg zur Kirche. Die Anwohner werden gebeten, soweit möglich, ihre Häuser zu beflaggen. Der Festgottesdienst beginnt um 10 Uhr, mitgestaltet von den Ebnather Bläsern. Vor dem Schlusssegen wird eine Computerpräsentation zum Bau der Kirche und zur weiteren Entwicklung gezeigt. Fleißige Helfer haben dann inzwischen den Kirchplatz auf Bistro-Tischen Sekt eingeschenkt; hier lädt die Pfarrei ein, auf das freudige Ereignis anzustoßen. Kirchenpfleger Alfons Brucker wird dort Grußworte sprechen. Auch wird es um die Auflösung des Fragebogens gehen; die drei Gewinner werden ermittelt. Dazu muss noch die Größe von Pater Joy, eine der Schätzfragen, ermittelt werden. Der Festakt endet mit dem Singen der Bayernhymne zur Begleitung der Blaskapelle. Die Bevölkerung ist herzlich eingeladen.

 
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