24.04.2019 - 09:58 Uhr
Deutschland und die WeltOberpfalz

Achtung bei Spenden für Notre-Dame

Auch in der Oberpfalz werden für den Wiederaufbau der Pariser Kathedrale Notre-Dame Spenden gesammelt. Doch bei Spenden, die ins Ausland gehen, ist einiges zu beachten.

Die Kathedrale Notre-Dame de Paris vor dem Brand.
von Elisabeth Saller Kontakt Profil

Nach dem Brand in Notre-Dame ist die Spendenbereitschaft für den Wiederaufbau groß. Rund eine Milliarde Euro kamen eine Woche nach dem Feuer schon zusammen. Oberpfälzer, die ihr Portemonnaie für den Wiederaufbau der zerstörten Kirche öffnen wollen, sollten einiges beachten.

Eine Spende ins Ausland kann man nicht ohne Weiteres von der Einkommensteuer absetzen wie eine Überweisung an eine deutsche Hilfsorganisation. Um diese Schwierigkeiten zu umgehen, ist es besser, an eine deutsche Organisation zu spenden, die mit dem Geld den Wiederaufbau von Notre-Dame unterstützt. Auf Initiative von Kulturreferent Klemens Unger hat die Stadt Regensburg ein Spendenkonto eingerichtet. Spenden können auf das Konto "Welterbe Die Förderer" bei der Sparda-Bank Ostbayern (IBAN: DE57 7509 0500 0000 444422) eingezahlt werden. "Wichtig ist, als Verwendungszweck 'Spendenaktion Notre-Dame' anzugeben", heißt es in einer Pressemitteilung.

Außerdem sammeln einige Organisationen und Verbände in Deutschland gemeinsam Geld für die Pariser Kathedrale: Die Wissenschaftlerin Aleida Assmann, das Bonifatiuswerk der Deutschen Katholiken, die Deutsche Burgenvereinigung, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Europa Nostra Deutschland, Restauro – Zeitschrift für Restaurierung und Konservierung, die Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss, die Vereinigung der Landesdenkmalpfleger sowie die Vereinigung der Schlösser und Gärten in Deutschland schlossen sich dafür mit der Unesco zusammen. Die Deutsche Unesco-Kommission hat ein Spendenkonto bei der Sparkasse Köln-Bonn eingerichtet (IBAN: DE71 3705 0198 1914 191414), Spender sollen ebenfalls das Stichwort "Notre-Dame" angeben.

In Frankreich warnen die Behörden unterdessen vor falschen Spendenaufrufen für den Wiederaufbau. Die Pariser Staatsanwaltschaft ermittelt nach eigenen Worten wegen organisierten Bandenbetrugs. Zuvor hat die französische Kulturerbe-Stiftung Fondation du Patrimoine Anzeige erstattet, weil Unbekannte in ihrem Namen Spenden sammeln würden. Die Stiftung hatte bereits kurz nach dem Brand eine Sammlung für den Wiederaufbau gestartet.

Tipps zum Spenden:

Tipps zum Spenden gibt das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DIZ), das auch das Spendensiegel vergibt:

Spenden an Vereine, Stiftungen und andere Einrichtungen können in Deutschland steuermindernd geltend gemacht werden. Dafür muss der Empfänger das Geld für gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Zwecke verwenden. Das DIZ warnt: Gemeinnützigkeit ist nicht gleich Seriosität.

Für Spenden bis 200 Euro reicht die Buchungsbestätigung der Bank als Beleg für das Finanzamt mit einem von der Empfängerorganisation hergestellten Beleg mit Angaben über den steuerbegünstigten Zweck, die Freistellung von der Körperschaftsteuer und darüber, ob es sich um eine Spende oder einen Mitgliedsbeitrag handelt. Diesen Nachweis drucken die Spendenorganisationen häufig in Verbindung mit dem Überweisungsformular ab“, informiert das DIZ.

Die Möglichkeit zur steuerlichen Absetzbarkeit von Spenden bestehe auch, wenn das Geld für eine gemeinnützige Organisation im Ausland bestimmt ist. „Der Europäische Gerichtshof hat entschieden, dass Steuerpflichtige unter bestimmten Voraussetzungen auch Spenden an eine Einrichtung, die in einem anderen Mitgliedsstaat der Europäischen Union ansässig ist, für den Spendenabzug geltend machen können“, teilt das DZI auf seiner Internetseite mit.

Zum Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DIZ)

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