16.06.2021 - 11:00 Uhr
Ahornberg bei ImmenreuthOberpfalz

Neue Revierförsterin in Ahornberg: Mensch und Natur zusammenbringen

Seit Monatsanfang trägt Miriam Lang die Verantwortung für das 1700 Hektar große Revier Ahornberg des Forstbetriebs Fichtelberg. Das hat sie am 1. Juni von Karlheinz Strößner übernommen.

Revierförsterin Miriam Lang mit Emil, ein Deutschlanghaar.
von Bernhard KreuzerProfil

Miriam Langs großes Ziel ist, zuerst einmal alle Ecken des bewaldeten und hügeligen Südrands des Fichtelgebirges kennenzulernen. Gelegenheit hat die neue Revierförsterin zurzeit noch nicht so recht. Viele Termine warten auf sie, die sie erst einmal abarbeiten muss. Einer davon war mit Oberpfalz-Medien bei der Hütte auf der Hammerbergwiese, dort wo auf einer großen Waldwiese am Flötzbach Kinder und Jugendliche im Zeltlager Natur pur erleben können.

Angesagt für Miriam Lang ist auch die Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Beim Wildpark in Mehlmeisel ist die oberste Landesbehörde auf dem Weg, ein Walderlebniszentrum zu errichten. Das liegt in Miriam Langs Revier. Damit wird auch ein Wunsch von ihr erfühlt, Mensch und Natur zusammenzubringen.

"Wald gehört allen"

„Der Wald gehört allen, den Menschen und den Tieren“, sagt sie. Deshalb wünscht sie sich, dass sich alle im Wald entsprechend verhalten. Selbstverständlich sollte es sein, seinen Müll mitzunehmen und auf den Wegen zu bleiben. An die Mountainbiker appelliert sie, nur auf geeigneten Wegen zu fahren und nicht querfeldein. Angesprochen auf die Sperrung von Waldwegen im Steinwald, erklärt sie, dies sei für sie noch kein Problem - denn, wenn Wanderer und Biker gegenseitig Rücksicht nehmen, dann haben alle etwas davon, und dies gerade in Zeiten von Corona, in der immer mehr Menschen den Wald zur Erholung aufsuchen.

„Der Wald gehört allen, den Menschen und den Tieren.“

Miriam Lang

Ihr Aufruf ist auch eine Bitte an den Tier- und Naturschutz. „Die Leute wollen, dass wir alle Tiere schützen und schonen, die sie gerne anschauen wollen“, sagt sie. Man könne dies auch im Mehlmeiseler Wildpark tun, aber ihnen in freier Wildbahn zu begegnen, sei ein viel größeres Erlebnis. Luchs und Wolf spielen nach ihren Worten keine Rolle. Spuren seien gegenwärtig nur von einzeln durchziehenden Tieren erkennbar.

Die Vielfalt der Tierwelt zu erhalten, sieht Miriam Lang als eine ihrer Aufgaben an. Auch abgestorbene Bäume oder Totholz sind Teil davon. „Sie bleiben stehen“, betont sie zu dürren Bäumen. Sie dienen Vögeln und Insekten als Brutstätten und Nahrungsgrundlage. Dagegen werden allerdings von Borkenkäfern befallene Bäume herausgeholt, damit es zu keiner weiteren Verbreiterung des Käfers kommt. So weit möglich, werden sie dem Wald für die Humusbildung und Nährstoffversorgung überlassen. Die Kronennutzungskarten weisen dazu gezielt aus, wie viel vom Baum liegen bleiben soll. Komplett werden Bäume nur dann entnommen, wenn sie stören oder - so wie jetzt im Wasserschutzgebiet der Gemeinde Immenreuth bei Punreuth - wenn der Platz benötigt wird.

Totholz speichert Wasser

Der sauber aufgeräumte Wald, wie man ihn früher noch gekannt hat, ist Vergangenheit. Als einen Grund nennt die Revierleiterin die Fähigkeit des Totholzes, Wasser zu speichern. Ein Schritt, auch um das Waldklima zu erhalten. Dem würden Kahlhiebe widersprechen. Sie bilden große Verdunstungsflächen. In der aufkommenden Schlagflora haben dann Bäume keine Chance aufzuwachsen. Restriktiv ist der Einschlag von Frischholz zum jetzigen Zeitpunkt. Grund ist das Forstschadensausgleichsgesetz. Den Privatwaldbesitzern wird Vorrang eingeräumt.

Dem Wald ein anderes Gesicht zu geben und vorhandene Monokulturen aus Fichten aufzulösen, das heißt, den Wald umzubauen, ist eine Aufgabe und Absicht von Miriam Lang. Lärche, Tanne und Buche spielen dabei eine wichtige Rolle.

Beim Themenfeld Jagd wird Miriam Lang demnächst von Emil unterstützt: ein viereinhalb Monate alter Deutschlanghaar, der die 32-Jährige nach seiner Ausbildung begleiten wird. Gerne ist Miriam Lang im Freien unterwegs, Wandern mit Hund versteht sich. Zu ihrem sportlichen Hobbys zählen Skilanglauf, Klettern und Bouldern

Wechsel im Forstrevier Ahornberg

Ahornberg bei Immenreuth

 

 

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