29.03.2019 - 16:39 Uhr
Ahornberg bei ImmenreuthOberpfalz

Schweine "fressen" Kasse leer

Die Wildschweine stellen die Jagdgenossenschaft Ahornberg vor eine neue Herausforderung. "Wildschäden nur im geringen Umfang", hatte Schriftführer Lothar Porst 2018 vermeldet. Das stimmte allerdings nur bis zum Herbst.

Im Jagdrevier fühlen sich die Wildschweine sauwohl. Sie brechen immer dort die Wiesen auf, wo die Jagdpächter nicht ansitzen.
von Bernhard KreuzerProfil

Die Wildschweine stellen die Jagdgenossenschaft vor eine neue Herausforderung. "Wildschäden nur im geringen Umfang", hatte Schriftführer Lothar Porst 2018 vermeldet. Bis Herbst blieb das Revier vom Borstenvieh verschont. Dann kamen die Schwarzkittel und wühlten Wiese um Wiese um.

Vorsteher Walter Schlicht und die Jagdgenossen stehen vor neuen Herausforderungen und einer Verlagerung der Schwerpunkte. Vor allem das Geld für den Wegebau wird heuer teilweise in die Beseitigung der Wildschäden fließen. Bis dato hatte Jagdpächter Bernhard Schönfelder die Schadensregelung selbst übernommen. Diese überschreiten nunmehr seinen vertraglichen Wildschadensausgleich von 500 Euro bei weitem. Die Jagdgenossenschaft hat die darüber gehenden Kosten zu tragen.

Mit einem Aufwand von 150 bis 200 Euro pro Hektar für den Maschineneinsatz und Grassamen rechnet die Jagdgenossenschaft, um eine Wiese wieder einigermaßen herzustellen. Etwas, mit dem in der Zukunft zu kalkulieren sei, betonte Jagdvorsteher Walter Schlicht.

Zumindest das in der Versammlung 2018 heiß diskutierte Ansinnen der Rückgliederung der Jagdfläche von Poppenberg ist vom Tisch. Nur durch einen 350 Meter langen Straßenabschnitt war die 57 Hektar große Enklave mit dem Jagdrevier Ahornberg verbunden. Eine zusammenhängende Jagdfläche wurde verneint. 1985 wurde sie deshalb der oberfränkischen Jagdgenossenschaft Lienlas als Wildschutzzone zugeschlagen. Der Ahornberger Antrag auf Wiedereingliederung nach Grundstücksveränderungen wurde Jahre später abgelehnt. Im Vorjahr unternahmen die Oberfranken von sich aus den Vorstoß, den zur Gemeinde Immenreuth gehörenden Teil wieder los zu werden. Grund waren die inzwischen aufgetretenen enormen Schäden durch Wildscheine in der Wildschutzzone.

Die Diskussion bei der Jagdversammlung im vergangenen Jahr hätte sich erübrigt, wenn das Landratsamt Tirschenreuth seine Stellungnahme zum oberfränkischen Antrag eine Woche früher der Jagdgenossenschaft zugestellt hätte. Hier wurde festgestellt: "Aus jagdrechtlicher Sicht besteht keine Notwendigkeit, Poppenberg in Ahornberg einzugliedern", gab Jagdvorsteher Walter Schlicht bekannt.

Zu Beginn der Versammlung hatte er auch Christian Scherm begrüßt, der in Zukunft mithelfen will, den Schwarzkitteln Einhalt zu bieten. Dies auch deshalb, weil in dem am Monatsende auslaufenden Jagdjahr bislang nur 7 auf der Strecke blieben. Ein Jahr davor waren es 14.

Den Schwerpunkt im Berichtszeitraum bildete der Wegebau. Laut Schlicht wandten die Genossen dafür bei Schadersberg 5000 Euro auf. Die gleiche Summe schoss die Gemeinde dazu, die Restkosten übernahmen die Waldbesitzer. Dem Wegebau wird auch der Jagdpachtschilling wieder zugeführt. Der Umfang der geplanten Wegebaumaßnahmen ist jedoch von den Leistungen für die Wildschäden abhängig. In der Kasse von Georg Scherm soll eine Mindestrücklage von 5000 Euro verbleiben.

Der Straßenverkehr forderte beim Wild wieder seinen Tribut. Aus der Aufstellung von Jagdpächter Bernhard Schönfelder ging hervor, dass vier von zehn Rehen dem Verkehr zum Opfer gefallen sind, ebenso ein Dachs, drei Feldhasen und drei von acht Füchsen.

Keine Veränderungen brachten die Neuwahlen. Jagdvorsteher bleibt Walter Schlicht, sein Stellvertreter Reinhard Etterer. Beisitzer sind wieder Wolfgang Zaus und Josef Heser, Kassier Georg Scherm und Schriftführer Lothar Porst. Die Kassen prüfen weiterhin Alfred Popp und Johann Etterer.

Zweiter Bürgermeister Josef Hecht dankte dem alten und neuen Vorstand für das gute Miteinander sowie den Einsatz für den Natur- und Umweltschutz. Die Gemeinde werde weiterhin ihren Kostenanteil beim Wegebau tragen, versicherte er.

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