31.07.2019 - 14:12 Uhr
AltendorfOberpfalz

Beim "Holleritt'n" ins Schleudern gekommen

Die dreitägige Jakobi-Kirchweih in Willhof erweist sich als Besuchermagnet. Das Kirwabaumaufstellen und der Festgottesdienst zum Kirchenpatrozinium prägen die Festtage.

Die zahlreichen Helfer mussten sich ganz schön einspreizen, bis der Kirwabaum in die Senkrechte gewuchtet war.
von Georg Köppl Kontakt Profil

(kö) Die "Magnet-Wirkung" der traditionsreichen Willhofer Jakobi-Kirchweih bleibt auch heuer nicht aus: Von überall her strömen die Gäste ins Festzelt und auf das Freigelände am Bolzplatz und genießen drei ausgelassene "Feier-Tage" mit Musik für jeden Geschmack bei bester Stimmung.

Den Startschuss im wahrsten Sinne des Wortes gaben am Samstagabend die Böllerschützen der Soldaten- und Kriegerkameradschaft. Begleitet von Blasmusik wurde die mächtige und mit Kränzen und bunten Girlanden geschmückte Fichte von zahlreichen Helfern mit reiner Muskelkraft in die Höhe gewuchtet.

Spender und "Kommandeur"

Zimmerermeister Hans Dirschwigl, der seit Jahren das Kommando gibt, hat den 26 Meter hohen Baum heuer auch gespendet. Ein donnernder Böllersalut verkündete nach rund einer Stunde schweißtreibender Arbeit, dass das Werk vollendet war. Die liebsten Plätze sind dem Publikum seit je her die auf den Bänken und Tischen im Freien. Doch damit war es heuer ab 21 Uhr vorbei, als "Petrus" mit einem Gewitter die Regenschleusen öffnete. Im Nu füllte sich das Zelt bis auf den letzten Platz - auch zur Freude von "Wöidarawöll", denn vor einem vollen Haus macht das Musizieren noch mehr Spaß. Dass Hias, Peter, Hans, Gigi und Steffl fast zum Kirwa-Inventar gehören, tat der Stimmung keinen Abbruch. Schnell stand vor allem das jüngere Publikum auf Tischen und Bänken und klatschte und schunkelte begeistert mit. Der Tanzboden war dicht belagert und beim Elbertritscher Tanz gab die Kapelle sogar Tanzunterricht. Beim Refrain "Holleritt'n, dott'n, datt'n, hollereidullio, hollereidullio", kam so mancher ins Schleudern.

Der Namenstag des Heiligen Jakobus und das Kirchenpatrozinium der Filialkirche - der eigentliche Anlass der Jakobi-Kirwa - standen im Mittelpunkt des Sonntags. Den Festgottesdienst zelebrierte der aus Schwandorf stammende Ruhestandsgeistliche Pfarrer Siegfried Wölfel, der verwandtschaftliche Beziehungen in der Gemeinde Altendorf hat. Zum Frühschoppen spielten "Die lustigen Fünf" auf, die auch die passende Tischmusik zum Mittagessen lieferten. Der Schweinebraten und die Knödel der Familie Farchim, die auch mit Bratwürsten, Steaks, Curry-Wurst, Pommes und Käse für die Verpflegung sorgte, ging weg wie die sprichwörtlich warmen Semmeln.

Mit Edelstahl haben sie nichts zu tun, die sechs Musikanten um Andreas Königsberger von "VA-Blech". "Volksmusik Alternativ" verbirgt sich hinter der Abkürzung, weil es zur böhmisch-bayerischen Volksmusik auch einen alternativen Teil gibt, der nicht unbedingt mit einer Blechblasbesetzung in Verbindung gebracht wird. Dem Publikum gefiel's, besonders auch, dass das breitgefächerte Repertoire durchwegs ohne Verstärker angenehm in die Ohren geht.

Baum bleibt im Dorf

Als Band, "die allerhand guate Liadln im Gepäck hat, und auch Vollgas gibt", präsentierten sich zum Ausklang am Montagabend Christian, Thomas, Marcus und Simon von der Kapelle "Narrisch". Bei bayerischen und rockigen Klängen ging es nochmal "narrisch" zu. "Fortuna" sorgte dafür, dass der Kirwabaum in Willhof bleibt. Wenn er seinen Dienst getan hat, darf ihn Roswitha Bauer als ihr Eigentum nennen.

Es dauerte nicht lange, bis die Kirwa-Fans auf Tischen und Bänken kräftig mitsangen und mitklatschten.
Es dauerte nicht lange, bis die Kirwa-Fans auf Tischen und Bänken kräftig mitsangen und mitklatschten. Und um den Feier-Nachwuchs ist auch schon gesorgt.
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