26.09.2021 - 09:34 Uhr
AltendorfOberpfalz

Ein Gedankenspiel um das alte Schloss in Altendorf

Das Ergebnis einer Bachelorarbeit als Tagesordnungspunkt einer Gemeinderatssitzung ist nicht gerade alltäglich. In Altendorf findet dies aufmerksame Zuhörer.

Ein Nutzungskonzept für das Schloss von Altendorf war Gegenstand der Bachelorarbeit einer angehenden Architektin. "Betreutes Wohnen" rückte dabei in den Vordergrund.
von Richard BraunProfil

Es kann durchaus als Glücksfall bezeichnet werden, dass sich eine angehende Innenarchitektin für das alte Schloss interessierte und eine mögliche Nutzung nach wissenschaftlichen Gesichtspunkten ins Auge fasste. Auf der Suche nach einem interessanten Objekt für ihre Bachelorarbeit stieß Veronika Bräuer, die in Rosenheim Innenarchitektur studiert, auf das alte Schloss in Altendorf. Nach einem ersten Augenschein kam sie zu der Überzeugung, dass sich daraus durchaus etwas Neues machen ließe.

Bei Bürgermeister Markus Schiesl und dem Besitzer des Gebäudes stieß sie mit ihrem Anliegen auf offene Ohren. Nach einer genaue Analyse des Ortes und der Bevölkerungsstruktur kam sie zu der Überzeugung, dass sich eine Möglichkeit für "Betreutes Wohnen" anbieten würde. In Altendorf ist, wie in den meisten umliegenden Gemeinden auch, in dieser Richtung nichts oder nur wenig vorhanden. Gerade ältere Menschen wohnen oft in viel zu großen Wohnungen deren Pflege und Unterhalt sie überfordert. Kleine Wohneinheiten, die zudem noch altersgerecht ausgebaut sind, wären hier die bessere Alternative. „Der freiwerdende Leerstand könnte dann durch junge Familien aufgefüllt werden“, so die Überlegung von Veronika Bräuer. Wieweit dies allerdings auf den Dörfern zutrifft, ist reine Spekulation. Die Bausubstanz des Schlosses ist noch soweit in Takt, dass sich eine Renovierung mit anschließendem Umbau in eine Altersresidenz durchaus lohnen würde. Veronika Bräuer dachte dabei an eine Nutzung des dreigeschossigen Gebäudes, die besonders auf die ältere Generation zugeschnitten ist. Das Erdgeschoss wäre nach der Konzeptstudie therapeutischen Einrichtungen vorbehalten, während in den oberen Etagen ein Gemeinschaftsraum und acht Singelapartments untergebracht werden könnten. Ein Umbau sollte die Historie des Gebäudes und dessen Charakter weiterhin beibehalten und auch deutlich sichtbar machen.

Das bis ins kleinste Detail ausgearbeitet Nutzungskonzept der angehenden Innenarchitektin stieß beim Gemeinderat und den Zuhörern - unter ihnen auch der derzeitige Besitzer des Schlosses – auf großes Interesse. Die praktische Umsetzung steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht zur Debatte, doch bereits des Öfteren war das Thema „Betreutes Wohnen“ Gegenstand von Überlegungen im Gemeinderat. Beim Gemeinderat und den Zuhörern fand das Nutzungskonzept von Veronika Bräuer jedenfalls großen Applaus.

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Ihr Nutzungskonzept für das Schloss von Altendorf stellte die Architekturstudentin Veronika Bräuer dem Gemeinderat vor.

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