13.08.2020 - 09:51 Uhr
AltendorfOberpfalz

Kinder-Party auf leisen Pfoten

Wegen Corona ist heuer viel Luft für Zeitvertreib daheim - zum Beispiel für Partys, bei denen die Vorbereitung locker so lang dauern darf wie sonst das Kofferpacken. Die OWZ-Autorin hat eine Katzen-Motto-Party organisiert.

Mit Faschingsschminke werden aus Gästen schnell Kätzchen.
von mvsProfil

"Miau?", unterbrach mich unsere Katze Lilly, als ich darüber nachdachte, womit ich die Kinder überraschen könnte. "Genau, miau", beschloss ich, und setze die Segel für eine verspielte, elegante, lustige und kreative Motto-Party zum Thema Katzen. Nicht nur für, sondern mit den Kindern, fünf und acht Jahre alt.

Einladungen:

Katzen sind Rudeltiere. Zwei Kätzchen und ich sind kein Rudel. Also brauchen wir Einladungskarten für andere Kinder. Wir schneiden aus Pappresten längliche Streifen, kleben aus einer Zeitschrift ausgeschnittene Kätzchen links unten auf und stanzen ganz oben ein Loch für einen von uns geflochtenen langen Strang mit Knoten am Ende. Das alles sieht aus, als würde das Kätzchen mit Wolle spielen und kann später als Lesezeichen verwendet werden.

Auf der Rückseite notieren wir alle Details: Wann und wo wir feiern, und dass jeder als Katze kommen kann oder im Lauf der Feier zur Katze werden wird.

Die Einladung geht als Foto übers Handy raus, weil ich keine Ahnung habe, wer in den Ferien gerade daheim ist oder nicht. Das Original überreichen wir dann, wenn die Gäste da sind.

Alles Mögliche:

Ein Plätzchenausstecher in Katzen-Form ist schnell besorgt. Die Zutaten für einen einfachen Butterplätzchen-Teig warten in der Speisekammer. Jedes Kind soll auf seinem Platz ein Plätzchen-Kätzchen finden. Und ein weiteres Kätzchen zum Schluss in einer kleinen Brotzeittüte zum Mitnehmen. Und zwischendurch viele Plätzchen, weil Kätzchen gern naschen.

Wir brauchen außerdem noch die Schminke aus der Faschingskiste. Und den letzten Flohmarkt-Fund, die golden schimmernden Messing-Kerzen-Ständer. Weil damit einfach alles viel festlicher und eleganter wird.

Auf dem Einkaufszettel:

Süßigkeiten ("Katzenzungen" und diese weißen Mäuse in der großen runden Plastikdose; ein fertiger Schoko-Kuchen, weil ich auf Backen nicht die übergroße Lust habe und wir hier nicht bei "Germany's Next Super-Mom" sind); eine weiße Papiertischdecke, weiße Servietten und weiße Kerzen.

Zusammen:

Die Kinder haben gemerkt, dass ich etwas aushecke. Sie wollen beim Einkaufen und Ausstechen der Plätzchen dabei sein und finden es lustig, die weißen Mäuse an Schnüre zu binden.

Ich binde die Mäuse wiederum an eine sehr, sehr lange Schnur: Eine Katzen-Schnapp-Schnur, die ich wie eine Girlande über den Esstisch hänge. Außerdem ist damit auch das erste Party-Spiel fertig.

Die Kinder verschwinden maunzend und schleppen alles Spielzeug an, das mit Katzen zu tun hat: drei Playmobil-Kätzchen in Schwarz, vier Stofftierkatzen und ein Buch über Haustiere.

Dekoration:

Katzen sind elegant, deshalb soll die Dekoration elegant werden: Schwarz und Weiß mit etwas Gold. Ich male auf die weiße Papierdecke und die Servietten mit schwarzem Filzstift Katzenpfotenspuren.

Die drei Playmobil-Katzen sind auf dem Tisch verteilt. Die Schnapp-Schnur hält. Toitoitoi. Das Schminken haben die Kinder und ich geübt.

Aus altem Stoff schneide ich noch lange Streifen aus, das werden Katzenschwänze. Fertig. Wir hören dazu "Katzen brauchen furchtbar viel Musik" aus "Aristocats".

Pause:

Wir schauen "Aristocats". Katzen machen es sich besonders gern auf der Couch bequem. Weiß doch jeder.

Die Party selbst:

Wir schminken die Gäste, die sich gleich andere Namen geben ("Schurri", "Maunzi", "Tiger" und "Kitty"). Sie essen einigermaßen zivilisiert und streunen dann spielend allein durch Haus und Garten. Ich habe nichts zu tun und schnitze deshalb Kartoffelscheiben in Fischform. Man muss nur zwei Dreiecke ausschneiden und schon sieht's aus wie ein Fisch, der nach 20 Minuten im Ofen zum goldgelben Knusperfisch wird. Wie nahe liegend! Dazu: Fischstäbchen. Ab und zu schnurrt ein durstiges Kätzchen vorbei, um eine Saftschorle zu schlabbern. Als ich fertig bin mit dem Schnitzen, spielen wir die Maus-Schnapp-Schnur und "Wer hat Angst vor der frechen Maus?". Das stellt die Logik der Katzenwelt auf den Kopf und bringt uns außer Atem. Abendessen. Zum Runterkommen kurz vor Schluss lesen wir: die großartigen Geschichten über "Kater Kamillo" von Rob Scotton, alle drei Bände, die wir in der Bücherei kriegen konnten.

Abschied:

In einer weißen Brotzeittüte mit goldenem Schleifchen sind ein Kätzchen-Plätzchen, eine weiße Maus und die Einladungskarte als Erinnerung. Wir sind uns alle einig: Schön war's. Sehr schön. Und nächstes Mal ... eine Hunde-Party?

Wer Übung und Lust hat, kann so eine Torte selbst herstellen.
Eine sehr kleine Katze hat sehr kleine Spuren auf einer noch sehr weißen Papiertischdecke hinterlassen.
Eine verspielte Einladungskarte mit Doppelfunktion: Auf der Rückseite sind die Party-Details, als Lesezeichen kann sie in Gebrauch bleiben.
Kätzchen-Butterplätzchen zum Naschen.
Ein Playmobil-Kätzchen bewacht die Servietten. Welche kaum gebraucht werden, weil sich alle Kinder in bester Katzenmanier die Schokolade von den Fingern schlecken...
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