05.04.2019 - 11:51 Uhr
AltendorfOberpfalz

Passion Christi in Mundart

Es ist Botschaft und Verkündigung zugleich und geht zu Herzen: Das Passionssingen des Oberpfälzer Volksliedkreises führt besinnlich zum Leiden und Sterben Jesu Christi hin. In Mundart und Versform kommt dies besonders zum Wirken.

Mit Liedern zur Passion wartete der Männerchor Altendorf unter Leitung von Maria Meyer auf.

Mit dem Lied "O Haupt voll Blut und Wunden" stimmten sich Teilnehmer und Zuhörer in der Pfarrkirche St. Andreas auf das Passionssingen des Oberpfälzer Volksliedkreises (OVK) Schwandorf ein. OVK-Vorsitzender Leonhard Bayerl dankte dem Veeh-Harfen-Klang Schwarzachtal-Wölsendorf, dem Männerchor Altendorf unter Leitung von Maria Meyer und dem Organisten Willi Salz für die Mitgestaltung. Der Eintritt war frei, Spenden kommen einem gemeinnützigen Zweck zugute.

"Das Leiden und Sterben unseres Herrn Jesus Christus in Mundart und Versform mit Liedern zur Passion" war das 70-minütige Programm überschrieben. Leonhard Bayerl spannte als Sprecher der Leidensgeschichte den Bogen vom letzten Abendmahl und dem Verrat des Judas und der Verleugnung durch Petrus über die Gefangennahme Jesu und das Verhör bis zur Verurteilung durch Pilatus, den gewaltsamen Tod auf Golgotha, die Abnahme des gekreuzigten Leichnams und die Grablegung. "Es wird a lange Nacht, oaner wird me verratn", lässt Bayerl Jesus in Mundart auf den späteren Verrat anspielen und die Versicherung des Petrus "Auf mi konnst de verloan" ist bekanntlich auch nichts wert gewesen. "I kenn den Mo niat, i hob den Mo no nie gsehng", bekundet er wenig später. Mal instrumental, mal gesanglich unterstützt von Angelika Wilholm und Brigitte Goetz, begleitet und untermalt der Veeh-Harfen-Klang Schwarzachtal-Wölsendorf die Leidensgeschichte.

Der Altendorfer Männerchor unter Leitung von Maria Meyer würdigt Jesus als "das ganz unschuldig Lamm" und appelliert mit dem Lied "Ecce Homo - Mensch betrachte": Seht den blutigen Heiland an und vergesst nicht, dass er dies alles für uns hat getan. Dramatisch schildert Bayerl, wie sich die Sonne verfinstert, Sturm aufbraust, der Vorhang des Tempels zerreißt und Jesus um die neunte Stunde stirbt.

Pfarrer Siegfried Wölfel, der für den verhinderten Ortspfarrer Cr. Cyprian Anyanwu am Ende den Schlusssegen spendet, spricht wohl allen Zuhörern aus der Seele, wenn er das Passionssingen als "besinnliches, zu Herzen gehendes Konzert" bezeichnet. "Das war Botschaft und Verkündigung", so der Ruhestandsgeistliche. Dass man manches volksmusikalisch besonders herüberbringen kann, haben die Akteure eindrucksvoll bewiesen.

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