25.02.2020 - 15:59 Uhr
AltendorfOberpfalz

Zehn Fragen an zwei Bürgermeister-Kandidaten

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Die Gemeinde Altendorf wird auf jeden Fall einen neuen Bürgermeister bekommen. Das amtierende Gemeindeoberhaupt Georg Köppl tritt nicht mehr zur Wahl an. Die wahlberechtigten Bürger haben am 15. März die Wahl zwischen zwei Bewerbern.

Manuel Lischka (CSU) will Nachfolger von Amtsinhaber Georg Köppl werden.
von Benjamin Tietz Kontakt Profil

Manuel Lischka stellt sich auf der Liste der CSU zur Wahl. Markus Schiesl ist der Kandidat der neu gegründeten „Wählergemeinschaft Gemeinde Altendorf“ und fungiert seit sechs Jahren als Zweiter Bürgermeister der Gemeinde. Der jetzige Amtsinhaber Georg Köppl war im März 2006 zum Gemeindeoberhaupt gewählt worden. 747 Gemeindebürger waren damals aufgerufen, den Nachfolger des aus gesundheitlichen Gründen zurückgetretenen Georg Killermann im Amt des ehrenamtlichen Bürgermeisters zu bestimmen. Am Ende entfielen auf Georg Köppl – den einzigen Kandidaten bei dieser Wahl – 88,12 Prozent der Stimmen, der von der Wählergemeinschaft Altendorf nominierte Bewerber war neuer Bürgermeister. Den beiden Bewerbern um seine Nachfolge stellten wir zehn Fragen. Hier ihre Antworten:

Markus Schiesl ist der Kandidat der neuen „Wählergemeinschaft Gemeinde Altendorf“.

ONETZ: Name, Alter, Familienstand, Beruf

Lischka: Manuel Lischka, 39 Jahre, verheiratet, Leiter IHK-Geschäftsstelle Schwandorf

Schiesl: Markus Schiesl, 47 Jahre, verheiratet, Zerspanungsmechaniker und Land- und Energiewirt auf dem elterlichen Hof

ONETZ: Warum kandidieren Sie?

Lischka: Als Bürger sollte man sich in die Entwicklung seiner Heimat aktiv einbringen. Altendorf hat so viel Potenzial für eine zukunftsorientierte Weiterentwicklung, welches ich zum Wohle der Gemeinde und seiner Bürger ausschöpfen möchte.

Schiesl: Ich stärke das „Wir“-Gefühl, weil ich meine Heimat fit für die Zukunft machen will. Als erster Ansprechpartner für alle Belange: Jede und jeder soll Bescheid wissen und sich einbringen können sowie zeitnah Antworten und Lösungen bekommen.

ONETZ: Was unterscheidet Sie von ihrem Gegenkandidaten?

Lischka: Beruflich durfte ich viel Erfahrung in der Regionalentwicklung und der Leitung verschiedener Gremien sammeln sowie Politiker, Kommunen und Verwaltungen in Förderprojekten beraten. Diesen interkommunalen Erfahrungsschatz, ein hervorragendes Netzwerk sowie Führungsverantwortung bringe ich ein.

Schiesl: Ich muss mich nach 18 Jahren Gemeinderat, davon sechs als 2. Bürgermeister, nicht erst einarbeiten, kenne alle, bin als Landwirt immer da, pflege beste Beziehungen zur Verwaltung und kann Entscheidungen schnell und unbürokratisch treffen.

ONETZ: Wie wollen Sie die Gemeinde weiterentwickeln?

Lischka: Durch einen zielorientierten Einsatz von Fördermitteln und der interkommunalen Zusammenarbeit in der ILE Brückenland Bayern-Böhmen können wichtige Prozesse zur Fortentwicklung der Gemeinde angestoßen werden. Ohne dies wird es sehr schwierig.

Schiesl: Altendorf hat mit zwei Wirtshäusern und dem Dorfladen einen lebendigen Gemeindekern. Mit dem Amt für ländliche Entwicklung will ich Fördertöpfe erschließen, um alle Ortsteile zu stärken – mit Handwerk und Handel in einer rührigen Gemeinde.

ONETZ: Wo besteht der dringendste Handlungsbedarf?

Lischka: Ohne Zweifel auf dem Friedhof. Barrierefreiheit, Sanierung des Leichenhauses, eine bessere Beleuchtung sowie eine Möglichkeit für neue Bestattungsformen sind zentrale Punkte. Ebenso die Beschaffung eines neuen Feuerwehrfahrzeugs und die Sanierung der restlichen Gemeindestraßen.

Schiesl: Die Ausweisung eines neuen Baugebiets mit Nahwärmekonzept ist die Grundlage für das Aufrechterhalten unserer sozialen Infrastruktur mit Kinderkrippe, Kindergarten und Schule.

ONETZ: Nennen Sie Ziele, die Sie in ihrer Amtszeit gerne verwirklichen würden.

Lischka: Zur Ansiedlung junger Familien müssen dringend Parzellen geschaffen werden. Ebenso ist die Weiterentwicklung des Kindergartens und der Grundschule nötig. Zudem müssen wir es schaffen, dass auch ältere Menschen länger im Ort leben können.

Schiesl: Bürgerbeteiligung, Bauplätze in allen Ortsteilen, Neugestaltung des Spielplatzes am Kindergarten, Feuerwehrauto, Instandsetzen des Friedhofs, interkommunale Neuorganisation des Bauhofs, Sanierung ausstehender Gemeindeverbindungsstraßen.

ONETZ: Soll der Dorfladen weiter betrieben oder geschlossen werden?

Lischka: Als einer der Gründungsväter des Dorfladens ist er für mich ein essenzieller Baustein für die Daseinsvorsorge im Ort. Jedoch muss sich bald betriebswirtschaftlicher Erfolg einstellen. Daher entscheidet der Bürger durch sein Einkaufsverhalten unmittelbar selbst über die Zukunft des Ladens.

Schiesl: Ich setze mich mit aller Kraft für den Dorfladen ein. Er hat einen hohen ideellen Wert. Sobald Geschäftsführer und Beiräte reinen Tisch zur finanziellen Situation machen, können wir informiert und sachlich für den Erhalt kämpfen.

ONETZ: Werden neue Baugebiete ausgewiesen oder Initiativen zur Belebung von Leerständen gestartet?

Lischka: Der Schlüssel liegt in einer Kombination aus Neubaugebiet und der Bebauung innerörtlicher Grundstücke bzw. der Beseitigung von Leerständen. Aufgrund der angespannten Haushaltssituation wird man sicher einen Investor für Grundstückserwerb und Erschließung eines Neubaugebiets benötigen.

Schiesl: Wir sind mit den Besitzern der Grundstücke oberhalb der Schule im Gespräch und streben eine kostengünstige Erschließung an. Leerstände haben individuelle Hintergründe – da denke ich braucht es Fingerspitzengefühl.

ONETZ: Wie kann die Parksituation im Ortskern vor allem am Wochenende verbessert werden?

Lischka: Durch die Schaffung einer neuen Ortsmitte in Altendorf könnte hierfür eine Lösung geschaffen werden. Wobei die Parksituation am Wochenende natürlich ein erfreuliches Indiz für die hervorragende Gastronomie in unserer liebenswerten Gemeinde ist.

Schiesl: In der Neunburger Straße wollen wir Gespräche mit Grundstücksbesitzern führen und im ganzen Ort die Beschilderung bereits bestehender Parkmöglichkeiten verbessern. Denkbar wäre auch das altes Pfarrhofgelände zu öffnen.

ONETZ: Was sind ihre liebsten Freizeitbeschäftigungen?

Lischka: Am liebsten verbringe ich Zeit mit meiner Familie und unserem Hund. Ansonsten erfüllen zahlreiche Ehrenämter meine Freizeit. Wenn dann noch Zeit bleibt, koche ich gerne oder gehe Wandern.

Schiesl: Ich schaue mir gerne Spiele unseres SV Altendorf an, fahre Ski und habe mit Sandra das Bergwandern neu entdeckt. Als leidenschaftlicher Jäger bin ich gern im Revier, um die Ruhe zu genießen und meine Gedanken neu zu sortieren.

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