Altenstadt bei Vohenstrauß
16.10.2018 - 09:35 Uhr

Führungsduo füllt Vakuum

Der Tod von Roman Rupprecht am 10. März 2017 reißt eine schmerzliche Lücke ins Gefüge des katholischen Kirchenbauvereins. Sie ist nun wieder geschlossen, zwei Männer übernehmen künftig die Verantwortung.

Georg Ertl und Heinrich Frischholz (sitzend, von rechts) lenken nun die Geschicke des Katholischen Kirchenbauvereins und setzen sich mit ihrer Mannschaft für die kirchlichen Belange im Ortsteil ein. Dekan Alexander Hösl (sitzend, links) ist froh, dass der eigentliche Vereinszweck, der Neubau einer katholischen Kirche, im Ortsteil nicht gelungen ist. Bild: dob
Georg Ertl und Heinrich Frischholz (sitzend, von rechts) lenken nun die Geschicke des Katholischen Kirchenbauvereins und setzen sich mit ihrer Mannschaft für die kirchlichen Belange im Ortsteil ein. Dekan Alexander Hösl (sitzend, links) ist froh, dass der eigentliche Vereinszweck, der Neubau einer katholischen Kirche, im Ortsteil nicht gelungen ist.

Bei der Neuwahl blickte stellvertretender Vorsitzender Georg Ertl auf die Verdienste des Altenstädters zurück. Mit Rupprecht habe der Verein eine überragende Führungspersönlichkeit verloren. Er wurde am 31. Mai 1970 zum zweiten Vorsitzenden gewählt. Ab 1. März 1990 übernahm Rupprecht die Führungsrolle. Unter seiner Regie wurde 1999 der Pfarrhof im Ortsteil saniert. Die Gedenktafel für die Gefallenen und Vermissten des Zweiten Weltkriegs in der Simultankirche ist Rupprechts Einsatz zu verdanken.

Im Januar 2012 wirkte er bei der Erstellung der neuen Satzung mit. Die Patroziniumsfeste mit den vielen Vereinen gehen ebenfalls auf seine Initiative in Altenstadt zurück. Schriftführer Bernhard Bodensteiner erinnerte an die 10 000-Euro-Spende für den Pfarrheimbau in Vohenstrauß. Dabei handelte es sich um die größte Einzelspende, die jemals vom Verein überreicht worden ist. Nachdem der eigentliche Vereinszweck, ein Kirchenbau in Altenstadt, nicht verwirklicht werden konnte, weiteten die Mitglieder die 1954 festgesetzte Verwendung der Vereinsvermögens aus.

Als Besitzer des Altenstädter Pfarrhofs ist die Organisation für die gesamten Renovierungen und Reparaturen zuständig, um die Substanz zu erhalten. Die feuchten Kellerräume und vieles andere mehr wurden heuer im Frühjahr beim Mieterwechsel für knapp 20 000 Euro mit einheimischen Firmen wieder auf Vordermann gebracht. Für die Unterstützung der Altenstädter Vereine, kirchlicher Feste, die Ministranten- und Mesnerinnenförderung, das neue Gemeindehaus, die Orgel in der Simultankirche oder den Schuppen des Burschenvereins griff der Kirchenbauverein ebenfalls tief in die Tasche. Über die Finanzen informierte Ertl für den erkrankten Kassier Günther Gollwitzer.

Als Neumitglieder konnten die Verantwortlichen Antonia und Wolfgang Binder, Heinrich Frischholz, Wolfgang Töppel sowie Sonja und Heinrich Frischholz begrüßen. Ertl war froh, eine solche Gemeinschaft in Altenstadt zu haben, die alle kirchlichen Belange mitträgt. Vor allem dankte er Vormieter Peter Grundler, der den Pfarrhof sorgsam wie sein eigenes Haus gehütet habe. Besonders den Garten legte das ehemalige Mieterehepaar in den vergangenen 18 Jahren wie eine Parkanlage an. Grundler betonte, dass er mit seiner Ehefrau gerne in Altenstadt gewohnt habe. Wegen des voranschreitenden Alters sei es nun aber nicht mehr möglich gewesen, sich um das große Grundstück zu kümmern.

Ertl lobte aber auch den ausgeschiedenen Wilhelm Bauer, der sich mit seinen 93 Jahren nun aus dem Vorstand zurückziehen wollte. Vor allem dessen Können im Maurerhandwerk war stets gefragt, sagte der Sprecher, der auch Mitglied Wolfgang Töppel als Ansprechpartner für die schnelle Abwicklung der Umbauarbeiten hervorhob. Dekan Alexander Hösl dankte den Mitgliedern für die Arbeit und für die Finanzierungen rund um den Kirchturm. Die Belange reichten bis nach Vohenstrauß, die der Verein nicht außer Acht lasse. Gerade in einer Zeit, in der die finanziellen Mittel immer knapper würden, sei man von der Kirchenverwaltung für jede finanzielle Unterstützung dankbar.

Ertl übernahm nach dem Tod von Rupprecht wie selbstverständlich die Geschicke des Vereins und bekam deshalb viel Wertschätzung vom Seelsorger, bevor er auch der neuen Führungsriege für die Amtsübernahme dankte. Er sei froh, dass es dem Verein nicht gelang eine katholische Kirche im Ortsteil zu bauen, denn die vorhandenen kirchlichen Gebäude reichten. Das gebe er ehrlich zu. Zudem nutzen beide Konfessionen das schmucke Kleinod. "Ich würde es bedauern, wenn man damals aus diesem Schmuckstück ausgezogen wäre und vermutlich in einen Neubaustil der 60er Jahre, einen Betonklotz, gewechselt wäre", bekannte Hösl. Der Neumieter des Pfarrhauses, Wolfgang Binder, dankte für das Vertrauen, das ihm und seiner Ehefrau Antonia entgegengebracht wurde. "Wir sind stolz, dass wir im schönsten Haus von Altenstadt wohnen dürfen."

Neuwahlen::

Die 20 Wahlberechtigten stimmten unter Regie des Wahlleiters Johann Wittmann einstimmig für Georg Ertl als Vorsitzenden. Ihm steht zukünftig Heinrich Frischholz zur Seite. Die Kassengeschäfte führt weiterhin Günther Gollwitzer, die schriftlichen Angelegenheiten übernimmt Bernhard Bodensteiner. Beisitzer sind Dekan Alexander Hösl, Marianne und Ludwig Fürnrohr, Erwin Gleißner, Martha Bauer, Klara Silbermann, Josef Fritsch und Alois Bäumler. Zu Kassenprüferinnen wurden Dagmar Mittelmeier und Isolde Braun ernannt. (dob)

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