24.01.2019 - 10:34 Uhr
Altenstadt bei VohenstraußOberpfalz

Imkerei in Vohenstrauß immer beliebter

Das Obst- und Nussjahr 2018 mit einem Sommer von April bis Oktober hat auch den Imkern Vohenstrauß Altenstadt eine überdurchschnittliche und frühe Honig-Ernte beschert. Auch sonst geht es im Verein aufwärts.

Imkerei wird in Vohenstrauß immer beliebter.
von Elisabeth DobmayerProfil

Der Imkerverein hat in den vergangenen Jahren eine stete Aufwärtsentwicklung erlebt. Genauso emsig wie die Tiere sind die Mitglieder im Verein: Alte Hasen geben ihre Erfahrungen gerne an die Jungimker weiter, sagte Vorsitzender Johann Balk bei der Jahreshauptversammlung im Gasthof „Schloßwirt“. Die Gemeinschaft hat 21 Mitglieder. Davon sind 13 aktive Bienenhalter mit 80 eingewinterten Völkern. Im abgelaufenen Vereinsjahr traten vier neue Imker dem Verein bei. Es gab einen Austritt. Sechs Nachwuchsimker haben sich an der Grundausbildung beteiligt. Dies waren: Wolfgang Schaller, Christian Busch, Alexandra Busch, Max Frischholz, Maximilian Kallmeier und Marco Müller.

Jeden ersten Dienstag im Monat findet der Imkerstammtisch im Gasthof „Grüner Baum“ statt. Die Treffen dienen dem Austausch anstehender Arbeiten und Maßnahmen am Bienenstand. Hauptsächlich geht es um die Überwinterung, die Auswinterung, die Völkerführung, die Varroabekämpfung, Ablegerbildung, Königinnenzucht, Honigernte, Honigvermarktung und Honigpreise. Doch auch die Wachsgewinnung und Wachsverarbeitung sowie das Einwintern werden genau besprochen. Außerdem leitet Balk die Informationen des Kreisverbands an die Teilnehmer weiter. Auch Sammelbestellungen werden abgewickelt: Mitglieder bestellten zum Beispiel flüssiges Winterfutter oder Behandlungsmittel gegen den Varroabefall.

Im Winter 2017/2018 gab es laut Vorsitzendem nur wenige Völkerverluste. Diese fielen jedoch von Standort zu Standort und von Imker zu Imker recht unterschiedlich aus. Bis Anfang Februar gab es kaum Frost, dafür tristes Wetter mit viel Nebel. Dann kam ein kurzer aber intensiver Winter mit Frösten bis minus 15 Grad.

Mitte März hatten einige Tage bereits Temperaturen bis plus 17 Grad. Ideal für einen ausgeprägten Reinigungsflug. Es herrschte starker Flugbetrieb und der Winter war bereits Ende März Vergangenheit. Anfang April begann die Salweide zu blühen und zog die Bienen an, die gierig den ersten Nektar aufsaugten. Mit der Obstbaumblüte begann Mitte April das Aufsetzen der Völker. Selbst die Rapsblüte war zeitig und es gab keine Spätfröste, erinnerte Balk. Deshalb auch das gute Obst- und Nussjahr 2018. Das Jahr werde den Imkern lange in Erinnerung bleiben. „Sommer von April bis Oktober – leider aber mit viel zu wenig Niederschlägen.“ Die Honigernte war schließlich sehr standortabhängig. „Die meisten Imker hatten aber eine gute bis durchschnittliche Ernte.“ An manchen Standorten trat bereits Mitte Juni Melizitose-Honig auf, der sich nur schwer bis gar nicht schleudern ließ.

Da die Trachten wegen der Trockenheit früh endeten, konnte man auch früh abschleudern und den Wintersitz richten. Leider war es wegen der großen Hitze im August nicht möglich, mit der Ameisensäure-Behandlung gegen Varroatose zu beginnen, sagte Balk. Dazu gab es erst Ende August Gelegenheit. Eine böse Überraschung folgte im Herbst. Einige Imker stellten fest, dass Beuten leer, also ohne Bienen waren. Laut Balk hänge das mit der späten Varroa-Behandlung zusammen. Es mag aber auch andere Gründe geben, deren Ursachen er nicht kennt. „Jetzt hoffen wir alle auf eine gute Auswinterung.“

Nachdem man derzeit viel über die Aktion „Rettet die Bienen“ liest, warb Balk für Unterstützung. Es gehe zwar nicht vorrangig um die Honigbiene, aber um viele andere Insektenarten und den Schutz der Naturgüter. „Jeder Mensch kann etwas für die Bienen und die Imkerei tun.“ Darum appellierte er, heimischen Honig beim Imker zu kaufen. Die immense Bedeutung der Imkerei stellte auch der Bürgermeister in seinem Grußwort heraus. Die Stadt fördere die Insektenwelt durch Blühflächen und einen angepassten Mährhythmus der Straßenbegleitflächen.

Blumenwiesen sind für die Imkerei unverzichtbar. Das hat auch die Stadt erkannt und sät blühende Schutzstreifen.
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