27.06.2019 - 10:14 Uhr
Altenstadt bei VohenstraußOberpfalz

Johannes der Täufer hält uns Spiegel vor

Herrlicher Sonnenschein begleitete den Festzug vom Gemeindehaus in die Simultankirche. Johannes der Täufer zeigt uns auch heute noch worauf es ankommt.

In Altenstadt ist das Patrozinium der Simultankirche, die dem Heiligen Johannes dem Täufer geweiht ist, ein richtiger Festtag.
von Elisabeth DobmayerProfil

Für den Vohenstraußer Ortsteil ist der Patroziniumstag der Simultankirche St. Johannes der Täufer wie ein kleiner Festtag. Einen Tag nach dem eigentlichen Namensfest trafen sich viele Teilnehmer am Gemeindehaus, um gemeinsam mit der Trachtenkapelle aus Waldthurn unter Leitung von Josef Pflaum und dem Altardienst mit dem Kreuz sowie Dekan Alexander Hösl in das Gotteshaus einzuziehen. Darunter auch fünf Fahnenabordnungen mit den Vereinsvertretern und den Mitgliedern der kirchlichen Gremien aus der gesamten Seelsorgeeinheit Vohenstrauß und Böhmischbruck. Zuerst gratulierte der Geistliche allen Johann, Hans, Johannes oder Johannas nachträglich zum Namensfest. „Ihr Freunde Gottes allzugleich“, stimmte der katholische Kirchenchor, unter Leitung von Claudia Gruber, und Ludwig Putzer an der Orgel an. Zeit seines Lebens predigte Johannes der Täufer Umkehr und stellte sich nie in den Mittelpunkt. Lektorin Claudia Gleißner übernahm die Lesung und Pastoralreferent Maximilian Pravida die Fürbitten.

Das Lukas-Evangelium über die Niederkunft von Elisabeth legte der Geistliche den Gläubigen nahe. „Johannes der Täufer zeigt uns, worauf es uns als Nachfolger und Zeugen Jesu Christi ankommen sollte: Es geht darum, dass wir uns selbst zurücknehmen, dass wir nicht egoistisch tun, was uns gefällt, was uns alleine Vorteile verschafft, wenn es auf Kosten anderer geht. Für uns sollte gelten, die Botschaft Jesu in unserem Leben zum Klingen zu bringen: in der Annahme unserer selbst mit allen Fehlern und Schwächen, in der Zuwendung zu unseren Nächsten, im Vertrauen auf Gott und seine Zusage der Liebe an uns, auf die Johannes verwiesen hat.“ So könnten auch wir durch unser Zeugnis in der Nachfolge des Johannes zu kleinen Boten Jesu Christi und seines Evangeliums für unsere Zeit heute werden, sagte Dekan Hösl.

„Diese Menschen kann man im gesellschaftlichen, politischen oder auch kirchlichen Kreisen ausmachen. Es sind meist Menschen, die Klartext reden, die authentisch sind, weil sie tun, was sie reden und vertreten, was sie ankündigen in Wahlprogrammen.“ Für ihn sind das Menschen, die nicht nur die Gegenwart im Blick haben sondern jene, die die Tür für eine Gesellschaftsgestaltung öffnen, durch die unsere nachfolgende Generation eintreten und in eine glückliche Zukunft gehen kann. „Das politische und wirtschaftliche Streben in unseren Tagen zielt doch nur darauf, das Maximale aus der Gesellschaft und der ganzen Welt mit ihren Ressourcen herauszuholen. Und wir vergessen dabei alle immer wieder, dass wir uns die eigenen Lebensgrundlagen abschneiden“, prangerte er an. Ansetzen müssten wir deshalb alle, ob wir es wahrhaben wollten oder nicht, bei uns selber und in unseren Familien. Leider gerate hier immer mehr in Schieflage.

„Das Schicksal des Staates, jeder Gesellschaft hängt vom Zustand der Familie, unseren kleinsten Keimzellen ab“, gab der Stadtpfarrer zu bedenken. Was tun wir eigentlich für unsere Familien, was für unsere nachfolgenden Generationen?, hinterfragte er kritisch. Was wir unseren Jugendlichen hinterlassen, interessiere meist im Augenblick nicht. Johannes könne uns allen heute noch den Spiegel vorhalten. Dann müsste jeder erkennen und einsehen: „Ich darf auch mal unbequem, eindeutig sein. Einerseits entschieden und doch sich zurücknehmen können. Nicht mich selbst verkünden, sondern unsere christliche Botschaft. Hinter Überzeugungen stehen, auch wenn sie nicht immer mehrheitsfähig sind, sie leben, auch wenn sie unpopulär erscheinen mögen.“ Wir müssten wieder zu den Wurzeln der Bibel und unseres Grundgesetzes zurückfinden und nicht das Feld anderen Kräften überlassen. Kräfte, die wir als Christen nicht wollen und die keine gute Zukunft für den Menschen verheißen. Deshalb gelte es Akzente zu setzen, die prägen und für unsere zukünftigen Generationen eine lebenswerte Welt und Gesellschaft hinterlassen, die nicht vom Terror, von Gewalt, Krieg, Umweltverschmutzung und Krankheiten geprägt ist. Die Trachtenkapelle intonierte „Leise sinkt der Abend nieder und das Tagwerk ist vollbracht“, bevor mit „Großer Gott, wir loben dich“ der festliche Patroziniumsgottesdienst endete. Abschließend lud der Kirchenbauverein alle Teilnehmer zur geselligen Feier in die Gaststätte „Grüner Baum“ ein.

Das Schicksal des Staates, jeder Gesellschaft hängt vom Zustand der Familie, unseren kleinsten Keimzellen ab.

Dekan Alexander Hösl

In Altenstadt ist das Patrozinium der Simultankirche, die dem Heiligen Johannes dem Täufer geweiht ist, ein richtiger Festtag.
In Altenstadt ist das Patrozinium der Simultankirche, die dem Heiligen Johannes dem Täufer geweiht ist, ein richtiger Festtag.
In Altenstadt ist das Patrozinium der Simultankirche, die dem Heiligen Johannes dem Täufer geweiht ist, ein richtiger Festtag.
In Altenstadt ist das Patrozinium der Simultankirche, die dem Heiligen Johannes dem Täufer geweiht ist, ein richtiger Festtag.
In Altenstadt ist das Patrozinium der Simultankirche, die dem Heiligen Johannes dem Täufer geweiht ist, ein richtiger Festtag.
In Altenstadt ist das Patrozinium der Simultankirche, die dem Heiligen Johannes dem Täufer geweiht ist, ein richtiger Festtag.

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