26.09.2019 - 10:22 Uhr
Altenstadt bei VohenstraußOberpfalz

Landwirt prangert riesigen Flächenverbrauch an

Wenn es so weitergeht, wird der Landwirtschaft der Garaus gemacht. Georg Ertl hat Sorge, dass es sie in zehn Jahren noch im üblichen Sinn geben wird.

Die Fahrenbergstraße wurde auf einer Länge von 1600 Meter ausgebaut.
von Elisabeth DobmayerProfil

Peter Hofmann und andere die bei der Bürgerversammlung im vergangenen Jahr Kritik wegen der Ausstattung des Spielplatzes übten, waren in diesem Jahr bei der Überholung des Areals und Aufstellung der neuen Geräte tatkräftig zur Stelle, lobte Bürgermeister Andreas Wutzlhofer bei der Bürgerversammlung im Ortsteil. Leider war besagter Bürger diesmal nicht unter den Gästen. Die Auswirkung dieser letztjährigen Bürgerversammlung kann sich sehen lassen. Immerhin investierte die Stadt nur für die Gerätschaften 18 000 Euro für dieses Areal. Noch dazu durften sich die Kinder aussuchen, welche Spielgeräte sie wollen. „Das hätte fast den ganzen vorgesehen Finanztopf gesprengt“, meinte der Rathauschef. In der Ausstattung sind eine Nestschaukel, ein Trampolin und eine Kletterkombination mit Röhrenrutsche neu installiert worden.

Die Fahrenbergstraße mit einer Ausbaulänge von 1600 Metern wurde für 200 000 Euro saniert. Dieser Straßenzug sei übrigens als eine Gemeindeverbindungsstraße eingestuft, die sogenannte VOH 60, was Wutzlhofer bisher nicht bekannt war.

Auch auf die Sportförderung ging der Rathauschef noch ein, die es seit 1993 in der Kommune gebe. „In dieser Zeit sind etwa 390 000 Euro an freiwilligen Leistungen von der Stadt an die Vereine mit Spielbetrieb ausbezahlt worden, neben vielen anderen Annehmlichkeiten.“

Wolfgang Reil aus Untertresenfeld würde sich eine Versorgung der Ortschaft mit Glasfaser wünschen, da diese bereits bis Obertresenfeld verlegt ist, um besseren Internetzugang zu haben. Seine Tochter könne nicht einmal eine Seite ihrer Schule abrufen. Er wollte wissen, ob es möglich wäre, die Verlegung bis Untertresenfeld in Eigenregie zu bewerkstelligen. Wutzlhofer will diesen Vorschlag mit dem Netzbetreiber abklären. Zweiter Bürgermeister Uli Münchmeier wusste von einem Dorf in Niederbayern, die das Netz eigenhändig ausbauten. Allerdings handelte es sich dabei um ein Wohngebiet mit kleinen Strecken. Ein weiterer Vorschlag kam ebenfalls von Reil, der den desolaten Zustand des städtischen Verbindungswegs vom Dorf aus zu seinem Anwesen bemängelte. Ältere Frauen könnten diesen Weg schon gar nicht mehr begehen. Die Unzufriedenheit mit der Zufahrt zu seiner Hofstelle brachte Martin Baier aus Obertresenfeld ins Gespräch. Vor Jahren sei dort von der Stadt ein Teil aufgeteert worden, dadurch entstand eine Plattform und deshalb stehe seine Einfahrt bei Regen ständig unter Wasser. Bisher konnte er damit leben, aber seit er seine „Zoigl-Lounge“ betreibe, kämen die Gäste nicht trockenen Fußes ins Haus. „Durch eure Aufteerung ist bei mir eine ‚Seing‘ entstanden“, ließ Baier nicht locker und stellte die Stadt klar als Verursacher hin. Im Zuge der künftigen Haushaltsplanungen werde man diese Maßnahme mit aufnehmen, hieß es. Eigens wegen so einer Flickstelle könne keine Baustelle eingerichtet werden, da das zu viel Geld kostet, merkte Außendienstleiter Karl Frey an.

Im Namen der Landwirtschaft und der Jagdgenossenschaft bedankte sich Georg Ertl für den Ausbau der Fahrenbergstraße. Interessieren würde ihn, ob durch die Hochspannungsstromleitung in die Tschechei noch Strom geliefert werde. Er glaube es nicht, denn die Tschechen würden diesen Preis niemals bezahlen. Ertl fragte ebenso nach, ob im Bereich Altenstadt weitere Freiflächen-Photovoltaikanlagen errichtet werden sollen. Offizielle Anfragen gebe es nicht, informierte Wutzlhofer, allerdings werde hinter vorgehaltener Hand gemunkelt, es überlegen auch andere Grundstückseigentümer. Derzeit sei es aber aufgrund der geltenden Regelung in den nächsten zwei Jahren nicht möglich, dass eine weitere Anlage zugelassen wird, da es sich bei der genehmigten Anlage um eine zehn Hektar große handle. Was in zwei Jahren für Richtlinien gelten, wisse allerdings auch er als Bürgermeister nicht.

Ertl prophezeite den Untergang der Landwirtschaft, so wie sie heute besteht, sollten noch mehr Flächen verbaut werden und die hohe Politik keinen anderen Weg einschlagen. „Dieser Flächenverbrauch ist doch nicht mehr normal.“ Wutzlhofer teilte die Sorgen und Nöte des Landwirts. „Die konventionellen Landwirte bleiben alle auf der Strecke“, schlussfolgerte Ertl. Auch in der Johann-Seltmann-Straße gebe es beim Anwesen Haberkorn eine schadhafte Stelle, die Unternehmer Josef Haberkorn ins Gespräch brachte. „Wenn da ein Auto mit einem Wasserfass darüberfährt, da hebt’s dich aus der Couch.“ Franz Seidl bedankte sich schließlich noch für die Aufstellung der Ruhebank am Waldrand Richtung Fahrenberg. Für diesen positiven Einwand erhielt der Altenstädter sogar Applaus der Anwesenden.

Der Spielplatz in Altenstadt wurde aufgehübscht und mit neuen Geräten versorgt.
Bürger, die im letzten Jahr Kritik an der Spielplatzanlage übten, packten bei der Neugestaltung kräftig mit an, lobte Bürgermeister Andreas Wutzlhofer bei der Bürgerversammlung in Altenstadt.
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