14.03.2019 - 10:20 Uhr
Altenstadt bei VohenstraußOberpfalz

Schlachthaus für die Zukunft gerüstet

Die Bäuerliche Schlachtgemeinschaft Vohenstrauß würde sich über eine noch engere Zusammenarbeit mit Moosbach und Floß freuen. Petra Hager appelliert an das Gesundheitsbewusstsein der Zuhörer.

Petra Hager von der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau ist die Sicherheit der Landwirte ein Herzensanliegen.
von Elisabeth DobmayerProfil

Die Bäuerliche Schlachtgemeinschaft unterhält ein Schlachthaus, das als eines der ersten die EU-Zertifizierung erhalten hat. Darauf ist die Gemeinschaft stolz. Die drei Metzger Otto Peugler, Josef Prem und Andreas Kick sichern auch zukünftig den Fortbestand. Weiter sind die Mitglieder auf das Alleinstellungsmerkmal des Schlachthauses mit denen in Floß und Moosbach stolz. „Das gibt es nur in unserem Landkreis und sonst nirgends in ganz Bayern“, hob Schriftführer Hans Winter bei der Mitgliederversammlung im Gasthof „Schloßwirt“ hervor. Zugleich war Winter als offizieller Vertreter des Bayerischen Bauernverbands (BBV) anwesend. Angedacht sei sogar, darüber nachzudenken mit den anderen Schlachtgemeinschaften eine Zweckgemeinschaft zu bilden, um Synergieeffekte zu stärken.

Vorsitzender Jürgen Hilburger informierte, der Gemeinschaftgehörten aktuell 156 Mitglieder an. Zwei weniger als im Vorjahr. 68 Schlachtungen hat es gegeben: 8 Kühe, 2 Kälber, 5 Kalbinnen, 5 Bullen, 1 Ochsen, 18 Schweine, 16 Lämmer, 6 Schafe, 1 Ziege und 7 Rehe (Farmwild). Josef Prem und der Vorsitzende verpassten der Decke im Schlachthaus einen neuen Anstrich und fast der gesamte Vorstand mit den Metzgern veranstaltete eine Rama-dama-Aktion im Außenbereich. Das Schlachthaus sei bestens in Schuss.

Seit zwei Jahren darf auch Farmwild geschlachtet werden und ebenso besitze man die Zulassung für die Hackfleischherstellung. Während sich die Floßer mit dem Schlachten von Geflügel befassten, informierten sich die Moosbacher über das Hauptthema „Regional ist das neue Bio“. Hilburger nahm an beiden Jahreshauptversammlungen der benachbarten Gemeinschaften teil. Josef Prem erhielt viel Lob der Verantwortlichen für die Reparaturhilfe des Schleifbocks. Laut Winter gebe es mit der neuen Düngeverordnung, große Probleme. Kleinere Landwirte hätten damit zu kämpfen, erwähnte er im Grußwort für den BBV. Mit dem Veterinäramt als beratende Behörde werde vertrauensvoll zusammengearbeitet. „Lasst uns das Schlachthaus zum Nutzen unserer Landwirte einsetzen“, appellierte Winter.

Kassier Josef Prem listete detailliert die Ausgaben und Einnahmen auf. Bürgermeister Andreas Wutzlhofer blickte auf die Gründungsphase zurück: Bereits 1978 plante die Schlachtgemeinschaft mit dem damaligen Bürgermeister Max Steger ein „Isolierschlachthaus mit Abgabestelle“. Gründungsvorsitzender Konrad Zitzmann erteilte den Planungsauftrag Architekt Donat Ach. Zuschüsse gab es vom Grenzlandhilfeprogramm. Insgesamt kostete der Bau 150 000 Mark. Zuvor habe man lange nach einem geeigneten Platz Ausschau gehalten und wurde letztlich in unmittelbarer Nähe zum städtischen Bauhof fündig. Der städtische Grund wurde der Gemeinschaft kostenlos zur Verfügung gestellt. Allerdings wurde eine Dienstbarkeit notariell beurkundet, wusste Wutzlhofer. Im Jahr 1979 wurde das Haus schließlich errichtet und ein Jahr später eingeweiht, erinnerte das Stadtoberhaupt.

Aus der früheren Bezeichnung Notschlachtgemeinschaft wurde später die Bäuerliche Schlachtgemeinschaft. Er freue sich, dass sich die Gemeinschaft mittlerweile überlege, die Stärken mit den benachbarten Gemeinschaften zu bündeln, um eine größere Strahlkraft zu erreichen. Selbst erzeugte Produkte zu schlachten, sieht Wutzlhofer als große Chance und bezeichnete dies als gute Idee zur Nachhaltigkeit der Zweckgemeinschaft.

Petra Hager von der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau legten den Anwesenden die Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz auf dem Bauernhof ans Herz. Hager arbeitet seit 20 Jahren für die Sozialversicherung und führte aus: „Ich will ein Stück mehr Sicherheit und Gesundheitsschutz für euren Betrieb erreichen.“ Deshalb wollte sie die Zuhörer motivieren, für sich selbst tätig zu werden. Zumindest eine Aufgabe die sie ihnen heute vorstelle, sollten sie sich vornehmen und umsetzen. „Nehmt euch nicht zu viel vor.“ Sie vertritt die Philosophie, dass alle Lebensbereiche zusammengehören. Das Motto müsse lauten: „Sicherheit macht Spaß.“ Hager weiter: „Unsere Stärke ist die Prävention aus einer Hand.“

Petra Hager von der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau ist die Sicherheit der Landwirte ein Herzensanliegen.
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