11.02.2019 - 09:58 Uhr
Altenstadt bei VohenstraußOberpfalz

"Wilde Wichtel" längst integriert

Die Großgemeinde bietet die gesamte Palette an Kindergarteneinrichtungen an. Eltern können frei entschieden. Während andere Kindergarteneinrichtungen wegen des Schneefalls schließen, toben die "Wilden Wichtel" im tiefen Schnee.

Beim Förderverein "Wilde Wichtel" bleibt Petra Hager (Dritte von rechts) am Ruder als Vorsitzende. Neu ist als Stellvertreterin Barbara Bäumler aus Weiden (Zweite von links) gewählt worden. Die schriftlichen Arbeiten übernimmt neu Evi Scheinkönig (Zweite von rechts). Dritter Bürgermeister Johann Gollwitzer (links) und Geschäftsführer Franz Huber (rechts) zeigten sich über die Entwicklung des Waldkindergartens äußerst zufrieden.
von Elisabeth DobmayerProfil

Die Gründung eines Waldkindergartens im Jahr 2013 war für dritten Bürgermeister Johann Gollwitzer und seine Stadtratskollegen „ein absoluter Kracher“. Mittlerweile hat sich die Einrichtung in der Großgemeinde längst etabliert und ist allseits anerkannt, stellte der Stadtvertreter bei der Jahreshauptversammlung des Fördervereins Waldkindergarten „Wilde Wichtel“ im Vereinslokal „TriffNix“ fest. Die Stadt sei überaus stolz über die gesamte Bandbreite von Kindergärten verfügen zu können, sagte Gollwitzer.

Bei den Neuwahlen gab es einige Veränderungen. Die überaus engagierte Vorsitzende Petra Hager wurde in ihrem Amt auch für die nächsten zwei Jahre bestätigt. Nachdem Reinhard Kick sein Stellvertreteramt zur Verfügung stellte, übernahm Barbara Bäumler aus Weiden die Mitverantwortung. Ebenfalls neu ins Vorstandsteam bringt sich Evi Scheinkönig aus Altenstadt als Schriftführerin ein. Johannes Maier aus Ödpielmannsberg übernimmt zukünftig die Finanzgeschäfte des 32 Mitglieder zählenden Vereins. Robert Rothballer aus Irchenrieth und Thomas Reinl aus Altenstadt unterstützen als Beisitzer die Arbeit des Fördervereins.

Die phantastische und vor allem vertrauensvolle Zusammenarbeit lobte der Geschäftsführer der Trägerfirma „h & b learning“, Franz Huber aus Triefenstein. Er stellte die wertvolle pädagogische Arbeit im Sinne der Kinder mit Leiterin Sonja Janker, Erzieherin Karin Rothballer und Kinderpflegerin Katharina Wiesent heraus, die sich seit Januar neu im Team befindet. Wenn auch die erste Wegstrecke bis zur Gründung etwas holprig war, entwickelte sich die Einrichtung mit dem Förderverein glänzend und ist im Vereinsleben der Stadt voll und ganz integriert, freute sich Hager. In einem kurzen Rückblick zählte sie die vielen Aktionen auf. Ein Höhepunkt war das Sommerfest, ein Meilenstein, bei dem das 5-jährige Jubiläum des Waldkindergartens gefeiert wurde. Die Vorsitzende betonte auch die Unterstützung verschiedener Sponsoren. 1000 Euro erhielt der Förderverein am Jahresanfang von der Sparkasse. In einem Topzustand versetzte die Firma Hartinger aus Kleinschwand den Parkplatzbereich und die Firma Josef Reger sorgte wiederum für eine entsprechend große Sandlieferung. Beide Unternehmen brachten sich kostenlos ein. Mit Weidenzweigen gestalteten die Eltern einen wunderschönen Eingangsbereich. Abschließend stellte Hager das tolle Verhältnis zwischen Eltern und Fördervereinsmitgliedern heraus. „Alle arbeiten für ihre Kinder, es sind Freundschaften entstanden und gemeinsam haben wir auch viel Spaß“. Reinhard Kick, der im Weidner Chor „Singing Witt“ aktiv ist, kündigte seitens des Chors eine Spende für den Förderverein von 650 Euro an.

Info:

Kindergartenleiterin Sonja Janker stellte anschließend den rund 30 interessierten Zuhörern, davon 14 stimmberechtigte Vereinsmitglieder, die pädagogische Arbeit des Waldkindergartens vor:

“Freies Spiel macht Kindern Spaß.“ Zu dieser Überzeugung kommt die Leiterin des Waldkindergartens „Wilde Wichtel“. Über den Lernwert gab sie den Eltern bei der Jahreshauptversammlung einige Einblicke und Informationen. Kinder bekommen heute, ihrer Meinung nach, viel zu viele Anreize von außen, um in bester Absicht möglichst optimal für das Leben – sprich die Schule – vorbereitet zu sein. Dabei werde dem Nachwuchs aber ein Großteil der Zeit genommen, die früher Spielzeit war. So entsteht kaum oder nur wenig Resilienz, schwierige Lebenssituationen ohne anhaltende Beeinträchtigung zu überstehen, die aber für jeden von uns ein verlässlicher innerer Kompass sei, der Lebenskompetenzen ausmacht. „Echtes Selbstwertgefühl und echtes Selbstvertrauen ist eine unerlässliche Kraft, die uns hilft, das Vertrauen zu entwickeln, Dinge aus eigener Kraft zu lösen. Wir sprechen hier von einer internalen Kontrollüberzeugung, also wie stark wir daran glauben, unser Leben aus eigener Kraft beeinflussen zu können.“ Und nur im freien Spiel – mit genügend Raum und Zeit – wo sich nicht eingemischt wird, wenn es nicht unbedingt nötig ist, lernen Kinder sich selbst zu vertrauen, weiß Janker. Kinder beobachten sich und ihr Umfeld und besonders Erwachsene sehr genau und sollten hier Sicherheit und Unterstützung erfahren, indem sie situativ und prozessbezogen begleitet werden. Kinder erkennen: „Niemand ist überall der Beste – aber Du und ich geben unser Bestes.“

"Die Dänen haben uns da einiges in der Pädagogik voraus und legen sehr viel Wert auf das freie Spiel. Wir im Waldkindergarten 'Wilde Wichtel' möchten gemeinsam mit unserem Förderverein, dem Träger h&b learning, der Stadt, unseren Eltern und Kindern dafür sorgen, dass auch Oberpfälzer Kinder so glücklich wie die dänischen agieren können”, meinte Janker.

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