30.08.2018 - 14:03 Uhr
Altenstadt an der WaldnaabOberpfalz

Ferien auf der Baustelle

Die Umgestaltung des alten Pfarrplatzes fällt in das Projekt Städtebauförderung Altenstadt „Neue-Mitte“. Anfang Juni starten die Arbeiten. Derzeit herrscht Ruhe an der Baustelle.

Momentan ruhen die Bauarbeiten am alten Pfarrplatz wegen Betriebsurlaubs. Die Anwohner und deren Pkws sind "not amused", wissen aber, dass es keine andere Lösung gibt.
von Rainer ChristophProfil

Die gesamte Fläche ist gesperrt, der Weg zur alten Pfarrkirche und zum Friedhof muss per Fuß über den Julius-Meister-Weg erfolgen. Autos müssen einen Umweg nehmen, da der Grundschulweg eine Einbahnstraße ist. Für die Bewohner aus dem „Hinteren Dorf“ und dem Kalvarienberg ist das ein Ärgernis.

Der Museumsbetrieb ist ebenfalls eingeschränkt. Auf Anfrage wird geöffnet, die regelmäßigen Öffnungszeiten sind momentan gestrichen. Auch der Zugang zum Alten Pfarrhof ist schwierig.

Verwundert reiben sich die Betroffenen derzeit die Augen. Es herrscht Stillstand auf der Baustelle. „Die Firma hat Betriebsurlaub. Es geht aber bald weiter“, sagt Kämmerer Rüdiger Fuhrmann. Noch in diesem Jahr soll der Bauabschnitte mit Pflasterarbeiten abgeschlossen werden. Leerrohre werden für Strom und Wasser verlegt.

Zur Erinnerung: eine neue Dimension erreichte die Baumaßnahme, als die Frage der Gestaltung angesprochen wurde. Ein von mehreren Seiten favorisiertes Brunnenprojekt brachte eine Welle von Protesten, die in ein Bürgerbegehren gipfelten. Das Ergebnis: Brunnen gestorben, neue Ideen müssen entwickelt werden.

Einig sind sich alle, dass keine Parkplätze entstehen sollen. Der Vorschlag, Platz für einen künftigen Maibaum und einen Christbaum ‒ beiden müssen wie in Weiden nicht überdimensioniert werden ‒ hört sich gut an. Sie könnten so auch einem Sturm widerstehen.

In einem weiteren Bauabschnitt des Projekts Städtebauförderung Altenstadt „Neue Mitte“ werden der Julius-Meister-Weg und der Platz vor der Grundschule an der Reihe sein. Diese Straße war oft ein Zankapfel. Es gab Zeiten, da fuhren Eltern von Grundschülern rücksichtslos bis vor die Stufen des Schulhauses. Die damalige Schulleitung beantragte eine Abgrenzung. Pflanzkästen aus Beton sind bis heute die Lösung, um sicher aus der Schule zu kommen.

Ein weiteres Problem waren die Zufahrten zur Schule, wenn um 13 Uhr von allen Seiten die Eltern heranfuhren. Nicht selten kam es zu einem Verkehrschaos. Das Thema Einbahnstraße, das zusammen mit dem damaligen Verkehrslehrer des Landkreises und Konrektor der Grundschule, Jürgen Zimmermann, angeschnitten wurde, stieß bei der Polizei auf wenig Gegenliebe. Dann kam es zu einem Kompromissvorschlag: „Wir testen ein Probejahr Einbahnstraße“. Bis heute erscheint diese seit 20 Jahren bestehende Lösung als die praktikabel und effektiv. Lediglich ein paar ortsunkundige Friedhofsbesucher fahren gelegentlich in die falsche Richtung.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Nachrichten per WhatsApp