23.01.2019 - 10:28 Uhr
Altenstadt an der WaldnaabOberpfalz

Frau in Altenstadt erstochen: Lebengefährte gesteht

Eine 22-Jährige ist in Altenstadt erstochen worden. Ihr 27-jähriger Lebensgefährte hat der Polizei inzwischen gestanden die Tat begangen zu haben.

von Beate-Josefine Luber Kontakt Profil

Alles deutet auf ein Beziehungsdrama hin. Der Polizeibericht erwähnt einen Streit. Die Motive für die Tötung liegen „im persönlichen Bereich“, heißt es.
Doch von Anfang an: Die Tat geschah in Altenstadt im Landkreis Neustadt/WN, einer Gemeinde mit knapp 5000 Einwohnern zwischen Weiden und Neustadt. Am frühen Mittwochmorgen gegen 3 Uhr wurde die Polizei in den Lindenweg in Altenstadt gerufen. Mehrere Bewohner des Mehrfamilienhauses meldeten eine verletzte Frau. Als die Beamten eintrafen, fanden sie die 22-Jährige im Treppenhaus. Sie zeigte keine Lebenszeichen. Alle Reanimationsmaßnahmen, erst durch die Beamten, dann durch Notarzt und Rettungsdienst, waren vergeblich. Die Frau starb noch am Tatort.

Florian Beck, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberpfalz im Interview  

Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen starb sie an Stichverletzungen. Ihr 27-jähriger Lebensgefährte ist dringend verdächtig, die 22-Jährige mit einem Messer getötet zu haben. Das Opfer war Mutter zweier Kinder, ein Baby im Alter von sechs Monaten und ein Kleinkind mit vier Jahren. Die beiden Kinder befanden sich laut Polizeibericht in dem Haus, als die Tat geschah. Sie wurden jedoch „nicht körperlich verletzt“, heißt es im Bericht. Über die Kinder will die Polizei keine weiteren Auskünfte geben. Jedoch kann davon ausgegangen werden, dass eines der beiden Kinder von dem mutmaßlichen Täter stammt. Das Jugendamt des Landratsamtes Neustadt hat die Kleinen in Obhut genommen.

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Das Paar bewohnte mit den Kindern eine gemeinsame Wohnung in dem Anwesen in Altenstadt. Ein Teil des Geschehens fand in der Wohnung statt, ein anderer Teil im Treppenhaus, wie der Pressesprecher der Polizei, Florian Beck, auf Anfrage mitteilt. Wie der Tatort aussah, darüber macht er keine Angaben. „Wenn es eine Stichverletzung war, kann man sich ja vorstellen, wie es da ausgesehen hat.“ Ob es mehrere Stiche waren, sei unklar. Das zu klären, sei Aufgabe der Gerichtsmedizin. Auch das Motiv benennt Beck nicht genauer. „Ich kann nicht einmal sagen, ob die beiden zu dem Tatzeitpunkt noch in einer Beziehung waren.“ 

Junge Mutter tot: viele Fragen

Der 27-jährige mutmaßliche Täter wurde vorläufig festgenommen und befindet sich in polizeilichem Gewahrsam. Bei der Vernehmung gab er zu, „auf seine Lebensgefährtin mit einem Messer eingewirkt zu haben“, wie es im Polizeibericht heißt. Die Kriminalpolizei Weiden ermittelt wegen des Verdachts eines Tötungsdelikts. „Das kann Mord oder Totschlag, aber auch Körperverletzung mit Todesfolge sein“, informiert Polizeisprecher Beck. An diesem Donnerstag werde der Mann einem Ermittlungsrichter in Weiden vorgeführt.

 

Laut Angaben des Landratsamtes Neustadt war die Wohnung, in der das Paar lebte, eine dezentrale Asylunterkunft. Laut Claudia Prößl, Pressesprecherin im Landratsamt, wurde dem Freund der Toten als syrischer Staatsangehöriger mit Bescheid vom 20. Juli 2016 vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) der subsidiäre Schutzstatus zugesprochen. Er hat eine Aufenthaltserlaubnis vom Landkreis erhalten. Diese Einstufung gebe es nur, wenn einem Flüchtling ernsthafter Schaden wie die Verhängung oder Vollstreckung der Todesstrafe, Folter oder unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Bestrafung drohen. Das gleiche gilt für die getötete syrische Frau. Der Mann reiste 2015 in die Bundesrepublik ein, die Frau kam 2017 nach Deutschland.
Zum Tatort kamen die Rechtsmediziner aus Erlangen und das Bayerischen Landeskriminalamt hinzu.

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