17.04.2019 - 08:00 Uhr
Altenstadt an der WaldnaabOberpfalz

Großstadt, Kleinstadt, Glück

Gerrit Kreuzer ging den Weg, den viele Abiturienten gehen: Studium und erste Jobs in der Großstadt. 2015 kehrte der Oberpfälzer aber mit seiner Familie in seine Heimatstadt Altenstadt/WN zurück - und hat es nie bereut.

Gerrit und Steffi Kreuzer sind nach längerer Abwesenheit in ihre Nordoberpfälzer Heimat zurückgekehrt. Die Familie mit den Töchtern Leni (links) und Ella hat sich wieder bestens eingelebt und den Schritt der Rückkehr auch nicht bereut - ganz im Gegenteil.
von Hans PremProfil
Kein Parkplatzstress, kein Verkehrschaos: Als Informatiker kann Gerrit Kreuzer auch im Home-Office arbeiten - und seiner Familie nah sein. Der Weg in die Firma ist aber auch nicht weit: "Mit dem Rad bin ich in 15 Minuten dort."

Kreuzer ging 2001 nach seinem Abitur nach München, um an der TU "Techno-Mathematik" zu studieren. Schwerpunkte wählte er in den Fächern Maschinenbau und Informatik, in dem es unter anderem um Software-Entwicklung und Datenanalyse ging. Damit war seine berufliche Zukunft vorgezeichnet: „Bereits während des Studiums arbeitete ich als Software-Entwickler in den verschiedensten Branchen."

Er wohnte im Münchener Norden. „Das war für den Berufseinstieg ultra-praktisch“, erinnert er sich. Im Auftrag eines Dienstleisters arbeitete er für BMW. Kreuzer stieg immer mehr in die Softwareentwicklung ein und arbeitete schließlich als Programmierer. In der Zwischenzeit kam seine Freundin und spätere Ehefrau Steffi, geborene Johnke, ebenfalls eine Altenstädterin, nach ihrem Studium nach München. Sie hatte in Bayreuth "Gesundheitsökonomie" studiert und fand in München Arbeit bei der Landesärztekammer.

Zunächst nach Regensburg

Da im heutigen Berufsleben kaum ein Job für die Ewigkeit ausgelegt ist, veränderte sich Kreuzer beruflich und erhielt eine Anstellung in der Landwirtschaft in einem Betrieb in Regensburg. Dort entwickelte er Navigationssysteme für landwirtschaftliche Geräte und Programme für das Farm-Management. Die beiden zogen 2013 aus München weg nach Donaustauf. Steffi leitete ein Seniorenheim in Regensburg, er pendelte zwischen Donaustauf, Regensburg und Eichstätt. „Es war ein super Job“, erinnert sich Kreuzer. In Donaustauf kam auch Tochter Leni (dreieinhalb Jahre) auf die Welt.

Heimatgefühle

Einmal jährlich traf sich Gerrit Kreuzer, der ebenso wie seine Ehefrau seine Oberpfälzer Kontakt pflegte, mit Schulfreunden zum gemeinsamen "Männer-Wochenende". Einer seiner Freunde war ein halbes Jahr vorher zurück nach Weiden zur Firma Samhammer gegangen und erzählte ihm von "spannenden Aufgaben". Ein möglicher Arbeitgeber für Kreuzer. Kreuzer bewarb sich und bekam eine Zusage. Er wurde als Projektmanager und Koordinator angestellt und entwickelt, betreut und begleitet firmeneigene Produkte. Er ist auch dafür verantwortlich, dass die Kundenwünsche richtig in der Software-Entwicklung ankommen. „Mein Job ist total spannend. Nicht die Branche war für mich essenziell, sondern die abwechslungsreiche interdisziplinäre Arbeit".

Win-win-Situation

Anfang 2016 kaufte sich die Familie schließlich in Altenstadt/WN (Kreis Neustadt/WN) ein Haus und zog um. „Wir wohnen jetzt in der Ecke, wo wir beide eigentlich aufgewachsen sind und wo auch unsere Eltern leben“, freut sich Steffi. "Die familiäre Bindung war auch ein Faktor, warum wir nach Altenstadt gegangen sind. Wir wollten einfach auch für unsere Eltern da sein, wenn sie uns einmal brauchen".

Vor 15 Monaten wurde hier Tochter Ella geboren. Vor allem für Steffi, die sich derzeit noch in Elternzeit befindet, ist es sehr praktisch, dass die Großeltern fußläufig in kürzester Zeit erreichbar sind. „Eine absolute Win-win-Situation für uns alle. Die Kinder freuen sich auf die Großeltern und umgekehrt. Das erleichtert die ganze Sache natürlich", sagt die junge Mutter. Nach dem Ende der Elternzeit will auch sie in der neuen, alten Heimat beruflich Fuß fassen. Sie hat bereits ein einer Senioren-Einrichtung in Teilzeit gearbeitet und würde dort auch gerne weiterarbeiten, lässt sie durchblicken.

Schnell eingelebt

Die junge Familie hat sich schnell in ihrer alten Heimat Altenstadt eingelebt, Kontakte zu alten und auch neuen Freunden geknüpft. „Das Leben hier ist beschaulicher als in der Großstadt. Wir empfinden das als sehr angenehm“, sagt Heimkehrer Kreuzer. Für Gerrit Kreuzer sind vor allem die beruflichen Anfahrtszeiten wesentlich kürzer als in München oder Regensburg. Er ist in 15 Minuten mit dem Fahrrad in seiner Firma. Dadurch entgeht er auch dem Berufsverkehr. Und seinem Hobby kann er auch nachgehen: Beim SV Altenstadt spielt er Fußball - bei den "Alten Herren".

Alles in allem haben die beiden den Schritt, beruflich und familiär wieder in die Heimat zu gehen, nicht bereut und würden ihn wieder tun. „Ich war positiv überrascht, was sich in den letzten zehn Jahren vor allem in Bezug auf innovative, moderne Firmen in der Region, getan hat“. Er zum Beispiel fühle sich wohl.

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