02.08.2021 - 10:18 Uhr
Altenstadt an der WaldnaabOberpfalz

Lärmschutz in Altenstadt: Effektiv und attraktiv

Die Gemeinde Altenstadt will den Lärmschutz nicht der Bahn überlassen, sie macht in der geplanten Elektrifizierung eigene Vorstellungen geltend, fachmännisch untermauert von einem Gutachten. Das Ziel: Optimaler Lärmschutz, der gut aussieht.

Bürgermeister Ernst Schicketanz (links) übergibt im Beisein seines Geschäftsleiters Rüdiger Fuhrmann das Schallschutz-Gutachten dem DB-Projektleiter Norman Wilk (rechts).
von Gabi EichlProfil

Der Lärmschutz an der Bahntrasse beschäftigt die Gemeinde schon seit vielen Jahren, immer wieder fordert sie eine Verbesserung der Lärmschutzmaßnahmen, jetzt ergreift sie im Rahmen des geplanten Ausbaus verschiedener Streckenabschnitte in Nordostbayern die Gelegenheit, ihre spezifischen Bedürfnisse anzumelden. Im Mai beschließt der Altenstädter Gemeinderat, eine eigene schalltechnische Untersuchung in Auftrag zu geben. Das Gutachten übergeben Bürgermeister Ernst Schicketanz und Geschäftsleiter Rüdiger Fuhrmann dieser Tage DB-Vertretern, darunter der Projektleiter für den Abschnitt Hof-Obertraubling, Norman Wilk.

Ziel: Sichtachsen wahren

Die Gemeinde setzt, wie im Gutachten der Bayreuther Architektur- und Stadtplanungs-GmbH RSP detailliert dargestellt, auf eine Kombination verschiedener Lärmschutzmaßnahmen. Dazu gehört auch eine Lärmschutzwand, die aber - da durchaus ortsbildprägend - optisch kein Schandfleck werden darf. Zum Beispiel müssten bestimmte Sichtachsen gewahrt bleiben, wie Schicketanz betont, zum Beispiel die zum Kloster auf dem Neustädter Felix.

„Großen Wert legen wir auf Innovation, Optik, Gestaltung und ökologische Aspekte", hatte es in der Sitzung im Mai geheißen. Eine solche Wand müsse aber auch einem deutlich steigenden Zugverkehrsaufkommen standhalten, schließlich werde der Bahn angesichts des Klimawandels eine ganz andere Bedeutung zukommen als heute.

Die Bayreuther Gutachter schlagen für die Lärmschutzwände vor, diese je nach Standort und Platzverhältnissen entweder transparent zu gestalten oder zu begrünen, ja sogar landschaftsgärtnerisch zu modellieren.

DB: "Sind jederzeit ansprechbar"

Der DB-Projektleiter weist darauf hin, dass es letzten Endes immer um konkrete Zahlen gehe, also darum, wieviele Züge wann wo vorbeifahren; Zahlen, die heute noch nicht absehbar seien, aber das Gutachten der Gemeinde sei für die Bahn auf jeden Fall eine ernst zu nehmende Arbeitsgrundlage. Wilk wörtlich: „Wir sind jederzeit für die Kommunen ansprechbar. Auch wenn wir heute noch keine Erkenntnisse zu den erforderlichen Schallschutz-Maßnahmen haben, nehmen wir die Ideen der Gemeinde gern mit. Ich bin mir sicher, dass wir im weiteren Projektverlauf gemeinsam gute Lösungen finden werden.“

"Mischgebiet Beyer & Co."

Schicketanz spricht mit den DB-Vertretern davon, dass die Gemeinde aus den Industriebrachen Hofbauer und Beyer, bisher reine Gewerbegebiete im Flächennutzungsplan, gern einmal Mischgebiete machen würde und dann vor allem bei Beyer & Co. auch entsprechenden Schallschutz brauche. Das Schallschutzgutachten habe die Flächen schon als Mischgebiete taxiert, es sei nun an der Bahn, diesen möglicherweise noch in ferner Zukunft liegenden Plänen die nötige Bedeutung beizumessen und eine entsprechende Grundlage dafür zu schaffen. Denn mit einem Lärmschutz, der für ein Gewerbegebiet gelte, lasse sich kein Mischgebiet erschließen.

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Altenstadt an der Waldnaab
Info:

Das wünscht sich die Gemeinde

  • Lärmschutz, der auch dem Verkehrsaufkommen der Bahn in den nächsten Jahrzehnten stand hält
  • Lärmschutzwände, die den Blick auf wichtige Sichtachsen nicht verstellen, die generell optisch kein Schandfleck sind
  • Lärmschutz entlang bisheriger Gewerbegebiete wie Beyer & Co. auf dem Niveau eines Lärmschutzes für Mischgebiete

 

 

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