06.12.2019 - 12:41 Uhr
Altenstadt an der WaldnaabOberpfalz

ÖDP stellt ihre Kandidaten für die Kommunalwahl 2020 vor

„All-Days-for-Future-Partei“ nennt der Kreisvorsitzende Christian Wallmeyer die ÖDP, die sich immerhin seit ihrer Gründung vor 37 Jahren um den Klimawandel sorge. 52 Männer und Frauen aus dem Landkreis kandidieren für den Kreistag.

Ein Teil der Kreistagskandidaten der ÖDP; vorn die fünf Erstplazierten: Angela Mayer, Barbara Kindl, Christian Wallmeyer, Susanne Meißner, Karlheinz Binner (von rechts).
von Gabi EichlProfil

Angeführt wird die Liste wie erwartet von der Vohenstraußer Ärztin Barbara Kindl, die in der zu Ende gehenden Legislaturperiode der Fraktion vorsteht. Ihr folgen der Kreisvorsitzende Wallmeyer, die Pressatherin Angela Mayer, der Altenstädter Karlheinz Binner und der Neuzugang Susanne Meißner aus Wilchenreuth. Die Liste wird von den sieben Stimmberechtigten einmütig verabschiedet, nur Wallmeyer bekommt eine Nein-Stimme.

Warum ÖDP wählen? Der Kreisvorsitzende listet die Alleinstellungsmerkmale seiner Partei auf. Thema Klimawandel: Eine Sache, um die die ÖDP sich seit Jahrzehnten kümmere. Obwohl derzeit täglich in den Medien und angesichts einer Flut von Studien, die durchwegs Dramatisches vorhersagten, begreife nach wie vor kaum jemand, wie ernst das Thema sei, sagt Wallmeyer. Die ÖDP betrachte das Thema aber ohne jede Ideologie, sehe allein die Realität. „Das kommt knüppeldick“, sagt Wallmeyer. Einer der Kandidaten äußert die Überzeugung, es werde wohl zur Katastrophe kommen müssen, ehe sich etwas ändere. Denn die Alternative, der politisch verordnete Zwang, zum Beispiel eine Rationierung von Benzin, Strom oder Wasser, sei kaum durchzusetzen. „Solange es nicht vom Dach reinläuft oder gleich das Dach mitnimmt, passiert nichts“, sagt er.

Wallmeyer nennt weitere Alleinstellungsmerkmale der ÖDP. Im Gegensatz zu allen anderen Parteien setze sie nicht auf mehr Wachstum („wir können nicht unendlich wachsen“). Ziel seiner Partei sei der Einstieg in eine Post-Wachstums- und Gemeinwohl-Ökonomie. Es gehe um weniger Ressourcen-Verbrauch, weniger Verschwendung. Wallmeyer wendet sich auch gegen einen „Green New Deal“; Elektroautos etwa seien allenfalls eine Brückentechnologie, aber nicht die Lösung. Er plädiert für ein „Weniger“ auf vielen Ebenen, auch wenn sich das schwer verkaufen lasse.

Die ÖDP stehe aber auch für ein Erziehungsgehalt, das nach Möglichkeit Eltern in den ersten Jahren bei den Kindern halten soll, und für ein Recht auf eine analoge Kindheit, ohne damit Technikfeindlichkeit propagieren zu wollen. Die Zukunft der Landwirtschaft liege in kleinbäuerlichen Strukturen und einer Abkehr von der Massenproduktion; die Landwirtschaftspolitik der vergangenen 30 Jahre sei eine „ganz große Katastrophe“ gewesen.

Stichwort kleinbäuerliche Strukturen: Die ÖDP steht laut Wallmeyer kompromisslos für Regionalität. Was die Region könne, solle auch hier produziert und konsumiert werden. Das spare Energie und stärke die Region.

Hintergrund:

Das sind die 52 Kandidaten der ÖDP

1. Barbara Kindl, Vohenstrauß; 2. Christian Wallmeyer, Waldthurn; 3. Angela Mayer, Pressath; 4. Karlheinz Binner, Altenstadt/WN; 5. Susanne Meißner, Wilchenreuth; 6. Thomas Weig, Pleystein; 7. Susanne Schwab, Luhe-Wildenau; 8. Josef Langgärtner, Parkstein; 9. Rebekka Lukas, Theisseil; 10. Richard Waldmann, Pressath; 11. Jennifer Bracke, Flossenbürg; 12. Bernhard Schöttler, Etzenricht; 13. Regina Biersack, Kirchenthumbach; 14. Thomas Übelacker, Windischeschenbach; 15. Irmtraud Schwarz, Tännesberg; 16. Eckhard Bodner, Speinshart; 17. Heike Steinhilber, Moosbach; 18. Norbert Schindler, Waidhaus; 19. Ulrike Märkl-Richter, Püchersreuth; 20. Anton Wolf, Tännesberg; 21. Martina Roder-Weiss, Luhe-Wildenau; 22. Josef Grasser, Mantel; 23. Susanne Kahl, Püchersreuth; 24. Hans Köferl, Pressath; 25. Marianne Pausch, Waldthurn; 26. Matthias Lukas, Theisseil; 27. Miriam Binner, Altenstadt/WN; 28. Dieter Kohl, Pressath; 29. Stefanie Weig, Pleystein; 30. Manfred Häring, Kohlberg; 31. Gertraud Nickl, Eslarn; 32. Andreas Hartung, Irchenrieth; 33. Laura Kraus, Waidhaus; 34. Josef Wittmann, Pleystein; 35. Rita Wiesend, Speinshart; 36. Günther Weiß, Luhe-Wildenau; 37. Anni Wildbrett, Luhe-Wildenau; 38. Johann Kahl, Püchersreuth; 39. Diane Feld, Vohenstrauß; 40. Roland Kusche, Altenstadt/WN; 41. Dagmar Sand, Tännesberg; 42. Georg Hartl, Waidhaus; 43. Gabriele Bodner, Speinshart; 44. Horst Pleyer, Waldthurn; 45. Gabi Lingl, Parkstein; 46. Karin Waldmann, Pressath; 47. Markus Heining, Trabitz; 48. Maria Ries, Waldthurn; 49. Elisabeth Flogaus, Theisseil; 50. Ursula Lukas, Vohenstrauß; 51. Dagmar Binner, Altenstadt/WN; 52. Gisela Dierl, Waidhaus. Die Plätze 1 bis 4 werden werden jeweils dreifach aufgeführt, um die Liste zu füllen.

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