Altensteinreuth bei Kulmain
10.09.2023 - 12:08 Uhr

40 Jahre Kapelle in Altensteinreuth

Seit 40 Jahren steht in Altensteinreuth eine Dorfkapelle. Der Wunsch nach einen solchen Gotteshaus entstand in einer dunklen Zeit.

Der Kapellenbauverein des kleinen Ortes an der westlichen Seite des Armesberges feiert heuer sein 40-jähriges Bestehen. Der damalige Pfarrer Richard Kriegelsteiner aus Kulmain sah in dem Bau des sakralen Gebäudes die Bereitschaft der Bevölkerung, gemeinsam zu handeln, zu opfern und zu beten.

Der Wunsch, einen Gebetsraum im Ort zu besitzen, reicht weit in die Zeit des Zweiten Weltkriegs zu zurück. Der Chronik des Kapellenbauvereins ist zu entnehmen: "In dieser traurigen Zeit wurden alle Männer, manche davon fast noch Kinder, an die Front gerufen. So bangten die Frauen um ihre Männer und Kinder, und die Kinder um ihren Vater oder ihre Geschwister. Die Zurückgebliebenen waren mit ihren Sorgen und der Arbeit in Haus und Hof allein."

Die Kapelle ist somit mehr als nur ein kleines Gotteshaus in dem heute noch Kreuzwege, Maiandachten und Rosenkränze gebetet werden. Es ist ein Erinnerungsort an die schrecklichen Schicksale deutscher Soldaten. Die damaligen Ortsbewohner flehten in Gemeinschaftsandachten die Gottesmutter und die allerheiligste Dreifaltigkeit an, ihre Lieben in fernen Landen vor allen Gefahren zu schützen und sie gesund heimkehren zu lassen.

"Für die Gefallenen sollten die Gebete Fürbitten vor Gott und für die Betenden Trost und Hilfe in aller Angst und Sorge sein", ist in der Chronik zu lesen. Ein Bildstöckl im Vorgarten des Anwesens von Alois Müller wurde für die Andachten genutzt.

Nach dem Ende des schrecklichen Krieges wurde an den Andachten festgehalten und die Kriegsheimkehrer drängten auf die Weiterführung der Gebetsübungen, "hatten sie doch die Macht und den Trost des Gebetes am eigenen Leibe verspürt", hießt es in der Festschrift von 1983.

14 Familien als Initiatoren

Den Anstoß für den Kapellenbau vor vier Jahrzehnten gaben schließlich die zunehmende Motorisierung und der Durchgangsverkehr. Andächtiges beten war nicht mehr möglich. 14 Familien gaben beim Dorfsanierungsprogramm der Flurbereinigung den Anstoß zum Bau der Kapelle. Ein Verein mit 36 Mitgliedern wurde 1982 gegründet. Der Grundstein für die Kapelle wurde am 8. Mai 1983 gelegt. Die Einweihung fand dank fleißiger Hände vier Monate später vom 23. bis 25. September statt.

In der Grundsteinurkunde wurde folgendes Bittgebet aufgenommen: "Die Heiligste Dreifaltigkeit gewähre uns durch die Fürsprache der Gottesmutter dauerhaften Frieden in Freiheit und Gerechtigkeit, unser tägliches Brot in Gesundheit und Freude, Hoffnung und Zuversicht, in Kummer und Leid, Beständigkeit und Treue im Glauben. Und die Gnade der ewigen Seligkeit."

Am dritten Septemberwochenende eines jeden Jahres feiert der heute 59 Mitglieder starke Verein das viel beachtete Kirchweihfest mit Besuchern aus dem weiten Umland. Letztmals konnte 2019 eine Dorfkirchweih gefeiert werden. Corona verhinderte in den Jahren danach das Fest. Die Straße wurde zum Kirchenraum mit Straßenverkehr.

Fest am Wochenende

Traditionell startet es in diesem Jahr am Samstag, 16. September, mit einem Festgottesdienst an der Kapelle um 18 Uhr. Anschließend sind alle zum Kirchweihessen in das Festzelt bei der Schutzhütte des Heimatvereins eingeladen. Ein Familiennachmittag mit Kaffee und Kuchen, Grillspezialitäten, Pommes, Fisch- und Lachssemmeln steht am Sonntag, 17. September, ab 13.30 Uhr auf dem Programm. Für die kleinen Besucher ist Kurzweil auf dem Kinderspielplatz angesagt.

Hintergrund:

Kapellenbauverein und Kapelle Altensteinreuth

  • Gründungsversammlung: 18. Juni 1982 in Zinst
  • Erster Vorsitzender: Josef Gößner sen.; Zweiter Vorsitzender: Ludwig Melzner
  • Ziel: Bau einer Ortskapelle, 14 Familien hatten sich spontan für die Errichtung ausgesprochen
  • Bauplan für die Kapelle: am 2. September 1982 eingereicht und am 21. Oktober 1982 genehmigt
  • Baubeginn: März 1983
  • Grundsteinlegung: 8. Mai 1983 durch Pfarrer Richard Krieglsteiner
  • Einweihung: 23. bis 25. September 1983
 
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