30.08.2020 - 13:10 Uhr
Altglashütte bei BärnauOberpfalz

Altglashütte und Silberhütte: Fragezeichen über Großprojekt

Wie soll es mit dem Freibad Altglashütte und der Silberhütte weitergehen? Bürgermeister Alfred Stier informierte jetzt über den aktuellen Stand und stellte klar, was er verwirklicht sehen will und was nicht.

Das Freibad Altglashütte ist dringend sanierungsbedürftig. Bei der Verwirklichung des angedachten „Natur- und Klimaverständniszentrums Silberhütte“ sollte es nach Ansicht von Bürgermeister Alfred Stier mit saniert werden – aber das könnte noch dauern.
von Konrad RosnerProfil

Für Bürgermeister Alfred Stier ist die Schaffung des angedachten „Natur- und Klimaverständniszentrums Silberhütte“ auch der Schlüssel für eine erfolgreiche Zukunft des Freibads Altglashütte, das dringend saniert werden muss. Dies betonte er am Samstagabend bei der Jahreshauptversammlung des Förderkreises Freibad Altglashütte. Er sei bis vor einigen Monaten noch sehr positiv gestimmt gewesen, dass dieses Zentrum kommt. Doch die Corona-Pandemie habe alles durcheinander gebracht.

Die Machbarkeitsstudie zur Silberhütte war zuletzt ein Thema im Frühjahr

Bärnau

Zunächst dankte Stier dem Förderkreis für sein enormes ehrenamtliches Engagement, das beispielgebend sei und eventuell ein besonderer Anreiz für die bayerische Staatsregierung sei, hier zu investieren. Die Machbarkeitsstudie zu dem Zentrum werde mit rund 140 000 Euro gefördert. Am 3. März dieses Jahres habe er mit Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber gesprochen und denWunsch geäußert, ein Treffen mit Ministerpräsident Markus Söder zu vereinbaren. Doch dann sei die Coronakrise gekommen. Bis heute habe sich Stier nicht mehr getraut, in der Staatskanzlei nachzufragen. „Denn ich wollte mir kein schnelles Nein abholen.“ Er stehe in ständigem Kontakt mit MdL Tobias Reiß, um den richtigen Zeitpunkt für ein Gespräch mit dem Ministerpräsidenten zu finden. Alles andere, so der Bürgermeister, wäre nicht zielführend.

Neubau gemeinsam angehen

Als ebenso wenig zielführend empfinde er, dass das mit der Studie beauftragte Büro das Augenmerk mehr auf die Silberhütte lege. Für ihn sei aber klar, dass die Silberhütte und das Freibad in gleichem Maße betrachtet werden müssen. Laut Stier sei eine Sanierung der Silberhütte nicht umsetzbar. Er plädiere trotz des Denkmalschutzes eher für einen Rückbau und einen anschließenden Neubau unter modernsten Gesichtspunkten, wobei Nachhaltigkeit an vorderster Stelle stehen sollte. Die Silberhütte sollte als naturnaher Lernort unter dem Titel „1. Europäisches Natur- und Klimaverständniszentrum“ gemeinsam mit weiteren Orten im Landkreis aufgebaut werden.

In diesem Zusammenhang betonte Stier, dass das bestehende Funktionsgebäude auf der Silberhütte den Entwicklungen der vergangenen Jahre angepasst werden müsse. Es sollte also nicht nur von Skifahrern, sondern auch von Radfahrern genutzt werden können. Entstehen soll dort zudem ein Vier-Sterne-Premium-Hotel, das von einem privaten Betreiber betrieben werden sollte. Dieser Betreiber müsse aber auch die Bewirtschaftung des Freibades Altglashütte mit übernehmen. Drei Investoren seien bereits an dem Hotel interessiert, informierte Stier. Dagegen sei er, dass die angedachten „Tiny Houses“ ebenfalls auf der Silberhütte gebaut werden: „Das wird mir alles zu eng.“ Die rund 25 kleinen Häuschen sollten stattdessen in der Nähe des Freibads entstehen. Denn die Schüler, so Stier, würden nicht ständig auf der Silberhütte sein. Die naturnahen Lernorte würden in einem Umkreis von rund 50 Kilometern besucht. Mit dem Kloster in Waldsassen stehe er in diesem Zusammenhang in engem Kontakt.

Rund 20 Millionen Euro

Für das Freibad reiche laut Stier ein „Aufhübschen“ nicht aus, eine Generalsanierung sei unerlässlich. Insgesamt werde man für die Projekte in Altglashütte und auf der Silberhütte rund 20 Millionen Euro in die Hand nehmen müssen. Bärnau könne dies nur in Verbindung mit der Staatsregierung stemmen. Ob und wann sich das verwirklichen lasse, könne er aktuell nicht sagen. „Erst wenn ein Impfstoff da ist, dann geht es weiter“, meinte Stier in Bezug auf die Pandemie.

Eine eigenständige Sanierung des Freibads sei für die Stadt nicht machbar. „Das ist für uns eine Nummer zu groß.“ Gleichwohl machte er deutlich, dass diese Einrichtung für die Region eine übergeordnete Bedeutung habe. Er betonte auch, dass er kein Projekt gegen den Willen der Bürger in Altglashütte durchführen wolle. Es werde nur ein Miteinander geben.

Optimistisch stimme den Bürgermeister, dass die Schaffung des Zentrums mit ökologisch sinnvollen Maßnahmen von der Staatsregierung als Vorzeigemodell eingestuft werden könnte. Er hoffe, dass man hierzu in einem Jahr mehr wissen werde. Klar sei, dass die Stadt Geld in die Hand nehmen müsse: „Wenn der Staat A sagt, muss auch die Kommune B sagen.“

Bürgermeister Alfred Stier.

 

 

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