Altzirkendorf: Kirchlein mit bewegter Geschichte

Vor 40 Jahren wurde die Dorfkirche in Altzirkendorf umfangreich saniert. Zudem war Richtfest für den neu errichteten Turm. Würden normale Zeiten herrschen, könnten die Zirkendorfer heuer ein großes Fest feiern. Corona aber verhindert dies.

Das Altzirkendorfer Wahrzeichen.
von Fritz FürkProfil

Der Lockdown macht einem Fest mit Gebet, Weihrauch, Bratwürsten und Bier zum Jahrestag der Sanierung der Dorfkirche einen Strich durch die Rechnung. Die Erneuerung des Altzirkendorfer Wahrzeichens hoch oben auf der Maria-Hilf-Kirche wurde vor vier Jahrzehnten notwendig, da die Balken des Turmes und Teile des Dachsuhls im Laufe der Jahre morsch wurden. Den neuen Turm fertigte die Auerbacher Firma Weinert. Das gesamte Gewerk wurde mit Kupferblech verkleidet. Insgesamt beliefen sich die Sanierungskosten auf 60 000 Mark, was für die damalige Zeit sehr viel Geld war. Trockengelegt wurde in den 1978 bis 1980 das Langhaus der Kirche, da der "Schwamm" allgegenwärtig war.

Viele Kirchen

Schwierigkeiten bei diesen Baumaßnahmen tauchten lediglich bei der Finanzierung auf. Die Kirchenverwaltung und der Pfarrgemeinderat von Neuzirkendorf waren um ihre Aufgaben nicht zu beneiden, da die Pfarrei die Kosten selbst tragen musste. Überhaupt ist die Pfarrei Neuzirkendorf reich an Kirchen, die immer wieder saniert werden müssen. Anders ausgedrückt: Rund 100 Seelen, ob Baby oder Greis, müssen für eine Kirche aufkommen.

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Im Krieg Getreidelager

Noch im 11. Jahrhundert hieß nach einer Chronik von Rudolf Weber Altzirkendorf Chürchendorf. Das Gotteshaus hat eine lange und interessante Geschichte. 1513 wurde erstmals eine Kirche erwähnt. Auf Befehl der kurfürstlichen Regierung 1556, nachdem alle Feldkirchen abgerissen oder einer Verwendung zugeführt werden sollten wurde auch über ein Kirchlein in Altzirkendorf berichtet, das in Kriegszeiten als Getreidelager verwendet werden könnte. Das Gotteshaus wurde aber nicht zerstört. Anders war es im 30-jährigen Krieg, als 1634 mit den Bauernhöfen auch das Kirchlein ein Raub der Flammen wurde. Nach Kriegsende wurde die arg beschädigte Kirche wieder repariert und ihrem ursprünglichen Zweck zugeführt.

Hundert Jahre später anno 1734 brannte die Altzirkendorfer Kirche bis auf die Grundmauern nieder. Der Pfarrprovisor Pater Nonnosus Hertel ließ die Kirche in der heutigen Form wieder aufbauen. Dabei handelt es sich um einen barocken Saalbau. Ausgeschmückt ist die Kirche mit bäuerlichen modernen Deckenmalereien im Rokokocharakter.

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