06.01.2020 - 11:07 Uhr
AmbergOberpfalz

Mit 200 km/h an Hochschule vorbei: Polizei stoppt Raser

Ein Sulzbach-Rosenberger machte es der Polizei am Sonntag nicht leicht. Mit seinem 245 PS starken Wagen rauschte er um 4 Uhr mit 200 km/h an der Hochschule vorbei. Doch er ist nicht der einzige Autofahrer, der Ärger bekommt.

Eine Verfolgungsjagd führte die Polizei von der Hochschule in Amberg bis nach Sulzbach-Rosenberg.
von Thomas Kosarew Kontakt Profil

Der 25-jährige Sulzbach-Rosenberger hatte es wohl besonders eilig. Oder er wollte die 245 Pferdestärken wecken, die unter der Motorhaube seines Autos schlummern. Auf Höhe der Ostbayerischen Technischen Hochschule beschleunigte er seinen Wagen stadtauswärts laut Polizeiangaben auf etwa 200 Kilometer pro Stunde.

Das war einer Zivilstreife nicht entgangen, die sich sofort an die Fersen des Rasers heftete. Der Versuch, den Mann einzuholen, scheiterte aber zunächst. Der 25-Jährige setzte seine rasante Fahrt fort und erreichte dabei immer wieder Spitzengeschwindigkeiten jenseits der 140 km/h. Den Beamten gelang es erst in Sulzbach-Rosenberg, das voll besetzte Fahrzeug anzuhalten. "Das Rennen mit sich selbst", wie die Polizei den Vorfall in ihrem Pressebericht nennt, wird für den jungen Fahrer nun zum Problem, denn die Ordnungshüter stellten nicht nur seinen Führerschein, sondern auch sein Auto sicher. Gegen den Mann wird außerdem ein Verfahren wegen eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens eingeleitet.

Gut viereinhalb Stunden zuvor mussten Polizisten auf dem Parkplatz eines Baumarkts an der Fuggerstraße aktiv werden. Bei diesem Einsatz ging es am Samstag um 23.30 Uhr aber nicht um die Geschwindigkeit eines Autos, sondern eher um die Lautstärke. Wie es am Sonntag hieß, hatten sich mehrere junge Leute mit ihren Autos auf dem Parkplatz versammelt, "um ihren Fuhrpark zur Schau zu stellen". Ein 24-Jähriger aus dem Kreis Schwandorf fuhr auf dem Gelände umher und ließ seinen Motor so stark aufheulen, dass sein Auspuff "knallte", wie es die Polizei formuliert. Bei der Kontrolle stellte sich heraus, dass der Auspuff manipuliert worden war. Das Fahrzeug sollte sichergestellt werden.

Doch es gab ein Problem: Die Beamten wurden "von umstehenden Autofans nahezu bedrängt". Erst der Einsatz mehrerer Streifen und das Aussprechen von Platzverweisen führten dazu, dass das Fahrzeug beschlagnahmt werden konnte. Der 24-Jährige wird angezeigt und sein Auto vom TÜV unter die Lupe genommen. Dabei soll geprüft werden, ob sich der Mann durch die Umbauten strafbar gemacht hat.

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Kommentare

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Michael R.

Ich habe immer noch die Hoffnung nicht verloren, dass dieser Raserszene in Amberg einmal ein Riegel vorgeschoben wird.
Nacht für Nacht hört man quietschende Reifen und dröhnende Motoren.
Anwohner werden belästigt, Verkehrsteilnehmer gefährdet.
Mich wundert es auch, dass es hier noch keine Toten gegeben hat.

Die Frage ist, wie kann es sein, dass auf einer Strecke von nur 4 km das Problem nicht in den Griff zu bekommen ist.

Wird der § 30 Abs. 1 Satz 3 konsequent angewendet? (Der Tatbestand ist erfüllt, wenn man ohne Notwendigkeit innerhalb einer geschlossenen Ortschaft eine Strecke mehrmals abfährt). Das ist auf 80% der Verkehrsteilnehmer Nachts am Altstadtring zutreffend.

Warum wird kein fester Blitzer auf den bekannten Beschleunigungsstellen installiert?

Woran liegt es dass seit Jahrzehnten so ein Zustand in unserer Stadt herrscht?

11.01.2020