Update 29.01.2019 - 14:54 Uhr
AmbergOberpfalz

21-Jähriger kauft Drogen im Darknet

Ein 21-jähriger Amberger hat im Darknet für Bekannte Methamphetamin gekauft, um es selbst zu konsumieren und um es in einem Fall mit Gewinn zu verkaufen. Dafür wurde er zu sechs Monaten Freiheitsstrafe verurteilt.

von Stephanie Wilcke Kontakt Profil

Die Fälle sind zahlreich: Zwischen April 2016 und November 2017 hat ein 21-jähriger Amberger unter anderem im Darknet, aber auch im persönlichen Kontakt, Methamphetamin und Ecstasytabletten gekauft. Einerseits konsumierte er die Drogen selbst, andererseits besorgte er es für Bekannte. Einmal vertickte er die Drogen, indem er sie teurer verkaufte als er sie bekommen hatte. Das gab der junge Mann, der seit einiger Zeit als Pflasterer arbeitet, vor Richter Peter Jung und den beiden Schöffen am Amberger Gericht unumwunden zu. Die Staatsanwaltschaft legte ihm insgesamt 50 Taten zur Last.

Auf den 21-Jährigen war die Polizei gekommen, weil sie einen seiner Drogenkunden beziehungsweise auch -beschaffer geschnappt hatte und der Angeklagte in dessen Handy als Kontakt gelistet war. Bei einer Hausdurchsuchung fanden die Beamten bei dem Amberger damals nichts. "Da habe ich schon kein Crystal Meth mehr genommen", versicherte der junge Mann. Seit März 2018 sei er clean. Bei der Polizei machte der Angeklagte daraufhin ein umfassendes Geständnis. Er nannte dabei auch Namen. "Mit der Gruppe habe ich seither nichts mehr zu tun.

Richter Jung wollte wissen, wie der 21-Jährige überhaupt mit Drogen in Kontakt kam: Angefangen habe es mit einem Zug am Joint in der Schule mit 17 Jahren. "Ein Kumpel hat mich dann 2016 Crystal Meth probieren lassen", erinnerte er sich. Hauptsächlich fürs Wochenende habe er die Drogen am Freitag genommen. "Während der Arbeit wollte ich nicht in dem Zustand sein. An der Flex wäre das zu gefährlich gewesen." Doch kurz vor der Hausdurchsuchung der Polizei sei mit dem Konsum Schluss gewesen. "Ich habe das einigermaßen im Griff", war er überzeugt. "Leicht ist es nicht, damit aufzuhören. Zum Ablenken bin ich arbeiten gegangen." Auch wochenends.

Wie sollte das Gericht entscheiden, bei einem jungen Mann, der wegen eines Familienstreits mit 18 Jahren vor die Tür gesetzt wurde, geständig war, arbeiten geht und nach den Angaben seines Pflichtverteidigers "kein großer Dealer ist" und "es sich um überschaubare Konsumeinheiten handelt"? Die Staatsanwältin forderte daher sechs Monate Freiheitsstrafe nach Jugendstrafrecht, ausgesetzt auf drei Jahre Bewährung, sowie einen Wertersatz für die Drogen von etwas mehr als 950 Euro. Dem schloss sich Richter Jung in seinem Urteil an. Zusätzlich muss sich der 21-Jährige regelmäßig untersuchen lassen, ob er Drogen genommen hat.

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