Wozu Theater an den Schulen? Oberbürgermeister Michael Cerny gab auf diese Frage die entschiedene Antwort, dass es eine der wichtigsten Aufgaben der Schulen sei, jungen Leuten Raum für Kreativität zu geben. Bei der Vorstellung des Programms der 33. Amberger Theatertagen sprach er den Theaterlehrkräften seinen Dank für ihre Arbeit aus. Die Theatertage beginnen am 6. März.
Dank kam aber auch von den Schulen zurück an den Oberbürgermeister, denn die Theaterlehrkräfte schätzten die organisatorische Unterstützung der Stadt und des Kulturamts sehr. Nicht zuletzt die großartige Möglichkeit einer Auftaktveranstaltung im Stadttheater, wie Schultheaterleiterin Claudia Ried betonte. Auch der Sparkasse Amberg-Sulzbach sind die Theatergruppen für ihre langjährige Unterstützung verbunden. Vorstandsvorsitzender Thomas Pickel sagte dazu: „Ich verfolge seit Jahren mit Begeisterung die Amberger Schultheatertage und finde es sehr beeindruckend, was da geleistet wird.“
Eigene Konzepte
Mehr als die Hälfte der Stücke der bevorstehenden Spielzeit sind Eigenproduktionen. Die Gruppen erarbeiten sich ihr Stück entweder ganz frei und selbstständig, oder sie schreiben vorhandene Texte um, bis sie in ihr eigenes Konzept passen. Nach diesem Prinzip beschäftigen sich die 6. und 7. Jahrgangsstufen des Erasmus-Gymnasiums mit der Bedeutung von menschlicher Wärme in einer Zeit der Gier und des Egoismus, und lassen sich dabei von Wilhelm Hauffs Märchen „Das kalte Herz“ inspirieren. (Aufführungen am 13. und 15.Mai).
Die Gruppe der 7. Klasse des Gregor-Mendel-Gymnasiums (GMG) erarbeitet ein eigenes Stück zum Jugendstrafvollzug, das den Titel „Locked up“ trägt (9. und 10. Juni). „Ein überaus hervorragender Schulkrimi“ wird von der Theater-AG der Luitpold-Mittelschule entwickelt (14. Juli). Die Theatergruppe der 9. und 10. Klasse des GMG arbeitet ein Stück von Stephan Hehl um; dort werden Fehlentwicklungen einer Gesellschaft kritisiert, die vor allem durch Egoismus zu scheitern droht. Im Gegensatz zur Vorlage will die Gruppe eine positive Zukunft als möglich darstellen, und so heißt ihr Stück „Der Frühling von morgen“ (7. und 8. Juli).
Blick hinter die Bühne
Die Mittel- und Oberstufe des Max-Reger-Gymnasiums nennt ihr Projekt „Der letzte Countdown“; hier wird die Idee eines Stücks von Julia Gastel thematisiert: Was würde man tun, wenn in wenigen Tagen die Welt unterginge (16. Juni)? Mit der Frage der sozialen Gerechtigkeit beschäftigen sich Schülerinnen und Schüler der 8. bis 12. Jahrgangsstufe des Erasmus-Gymnasiums. „CONTRAste“ heißt ihr Stück, in dem Menschen mit unterschiedlichen Ansichten und Hintergründen aufeinandertreffen (24. April).
Die Theaterarbeit selbst schließlich macht die Oberstufengruppe des GMG zum Gegenstand ihres Stücks. In „backstage (statt on stage)“ wird gezeigt, was passiert, wenn die Spielidee eines Regisseurs auf geteilte Begeisterung bei der Theatergruppe stößt (24. und 25. März).
Theatertexte zum Leben erweckt
Einige Theatergruppen haben sich die Aufführung existierender Stücke vorgenommen – was freilich nicht heißt, dass da nichts zu ändern wäre. Kürzen und Anpassen sind zeitintensive und nötige Arbeiten, die die Verwirklichung eines Theaterstücks auf der Schulbühne erst möglich machen. Die Unter- und Mittelstufentheatergruppe des Max-Reger-Gymnasiums hat sich so an das unterhaltsame Gerichtsdrama „Die Akte Max und Moritz“ von Franzi Klingelhöfer gemacht, in dem die Streiche der Lausbuben von Richter, Staatsanwalt und Verteidigung verhandelt werden (12. Mai).
Eine Theaterfassung des berühmten Romans „Die Welle“ von Morton Rhue wird von der 8. und 9. Jahrgangsstufe des GMG zum Leben erweckt: Es geht darin um einen Geschichtslehrer, der seinen Schülern durch ein Experiment vermitteln will, wie es möglich war, dass in Deutschland Nazis an die Macht kamen und sich angeblich keiner gegen sie wehren konnte (1. und 2. Juli).
Einen modernen Klassiker bringen Schülerinnen der Mittel- und Oberstufe der Dr.-Johanna-Decker-Schulen auf die Bühne: Friedrich Dürrenmatts „Der Besuch der alten Dame“ dreht sich um Gerechtigkeit, Verantwortung und Verführbarkeit durch Geld (18. Juni).
Musicals und ein Jubiläum
Drei Aufführungen stellen Besonderheiten dar. Zunächst sind das die musikalischen Abende mit den Musicalklassen des Max-Reger-Gymnasiums. Die Musicalklasse der 5. Jahrgangsstufe präsentiert „Passwort Zeitmaschine“. Hier fliehen Kinder aus dem Schul- und Alltagsstress in andere Zeiten - wo es dann aber gefährlich wird (8. und 9. Juli). Die 6. Jahrgangsstufe zeigt das Kindermusical „Anouk und ihre Reise ans Meer“, in dem das Mädchen Anouk das Meer erreichen muss, um sich selbst und die Erde vor dem Untergang zu retten, der durch die alles beherrschende Digitalindustrie angesteuert wird (24. Juni).
Ein Jubiläumsfeuerwerk schließlich wird zur Feier des 50-jährigen Bestehens der Schönwerth-Realschule gezündet: Fünf Spielszenen sowie Big Band, Schulchor und Soloeinlagen feiern die Schule unter dem Motto „Mission Bildung - it’s possible“ (28. Juli).
Die Auftaktveranstaltung am 6. März ist durch die teilnehmenden Spielerinnen und Spieler und deren Familien belegt und deshalb eine geschlossene Veranstaltung. Die Aufführungen an den jeweiligen Schulen beginnen meist um 19 Uhr. Der Flyer mit Einzelheiten zu den genauen Zeiten, den Aufführungsorten und eine Inhaltsübersicht liegt öffentlich aus und ist auch im Netz unter www.hostasxeng.de erhältlich.






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