Amberg
20.10.2026 - 21:35 Uhr

36 Hilfsanrufe pro Tag in der Leitstelle Oberpfalz: Forum Frühe Hilfen tagt in Amberg

Ob Suizidgedanken, psychische oder soziale Probleme oder einsame Senioren: Die Krisendienste Bayern leisten wertvolle Hilfe. Das Forum Frühe Hilfen in Amberg-Sulzbach hat die Arbeit der Krisendienste beleuchtet.

Reges Interesse am 30. Forum Frühe Hilfen: Der König-Ruprecht-Saal im Landratsamt in Amberg war mit einem interessierten Fachpublikum gefüllt. Bild: Anja Vogl
Reges Interesse am 30. Forum Frühe Hilfen: Der König-Ruprecht-Saal im Landratsamt in Amberg war mit einem interessierten Fachpublikum gefüllt.

Wie arbeiten Krisendienste in Bayern? Das war Thema beim 30. Forum Frühe Hilfen, das am Mittwoch, 14. Oktober, im Landratsamt Amberg-Sulzbach stattfand. Organisiert wird es von den Koordinierenden Kinderschutzstellen (KoKi) des Landkreises sowie der Stadt Amberg.

Nach einer Begrüßung und Dankesworten von Kreisjugendamtsleiter Thomas Schieder hat Katjenka Wild, fachliche Leitung der Leitstelle Oberpfalz der Krisendienste Bayern, den anwesenden Fachkräften einen Einblick in die Aufgaben, Arbeitsweisen und Unterstützungsangebote des Krisendienstes gegeben. Wie es in einer Pressemitteilung heißt, stehe der Dienst Menschen in psychischen oder psychosozialen Krisen rund um die Uhr zur Verfügung und ist bayernweit unter der Telefonnummer 0800/6553000 erreichbar. Die Beratung ist kostenfrei und auf Wunsch anonym.

Schnelle Hilfe in Krisen

„Menschen in Krisen brauchen Halt. Sie müssen gesehen und ernst genommen werden“, betonte Katjenka Wild. Oft könne bereits ein entlastendes Gespräch helfen, eine schwierige Situation besser einzuordnen und erste Schritte zur Bewältigung zu finden. Die Arbeit des Krisendienstes konzentriert sich auf die unmittelbare Krisenintervention und greift auf ein umfangreiches Netzwerk weiterer Hilfs- und Unterstützungsangebote zurück.

Die Leitstelle Oberpfalz verfügt über 15 geschulte Mitarbeitende für den Telefondienst sowie über rund 60 Mitarbeitende für mobile Einsätze. Das multiprofessionelle Team setzt sich unter anderem aus Psychologinnen und Psychologen, Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen sowie Fachpflegekräften für Psychiatrie zusammen. Es berät, informiert und unterstützt Betroffene ebenso wie deren Angehörige und das soziale Umfeld, heißt es in der Mitteilung weiter.

Vielfältige Gründe für Hilfesuche

In ihrem Vortrag erläuterte Katjenka Wild, mit welchen Anliegen sich Menschen an den Krisendienst wenden. Dazu zählen häufig psychische Erkrankungen oder Probleme im sozialen Umfeld. Ein besonders sensibles Thema sind Suizidgedanken und die Angst, sich nicht mehr ausreichend davon distanzieren zu können. Auch ältere Menschen, die aufgrund körperlicher Einschränkungen unter Einsamkeit leiden, gehören zu den Hilfesuchenden.

Die Leitstelle Oberpfalz verzeichnete im Jahr 2025 insgesamt 8049 Telefonkontakte sowie 95 persönliche Kriseninterventionen. Damit stieg die Zahl der Telefonkontakte gegenüber dem Vorjahr um 1533. Die durchschnittliche Dauer eines Telefonats betrug knapp 18 Minuten. Im Durchschnitt wurde die Leitstelle rund 36-mal täglich kontaktiert. Die meisten Gespräche fanden an Werktagen zwischen 12 und 15 Uhr statt.

Auch bei den persönlichen Kriseninterventionen zeigte sich ein Anstieg: Ihre Zahl erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 28,4 Prozent. Die meisten Einsätze entfielen auf den Landkreis Regensburg (22,6 Prozent) und den Landkreis Schwandorf (21,4 Prozent). Weitere Einsatzorte waren die Stadt Regensburg, der Landkreis Cham sowie die Landkreise Neumarkt in der Oberpfalz und Tirschenreuth. Diese Zahlen würden zeigen, wie wichtig "eine niedrigschwellige, jederzeit erreichbare Anlaufstelle für Menschen in akuten Krisen ist", heißt es. Der Krisendienst bietet Betroffenen eine erste Entlastung und Orientierung und unterstützt sie dabei, die aktuelle Situation besser zu bewältigen.

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.