03.09.2020 - 12:07 Uhr
AmbergOberpfalz

50 Jahre Umweltministerium - Naturpark Hirschwald mit dabei

Naturpark-Ranger Christian Rudolf führte eine Wanderung zum 50-jährigen Bestehen des Bayerischen Umweltministeriums im FFH-Gebiet Lauterachtal. Dabei gab es interessante Einblicke.

Die Exkursion führte entlang der Lauterach zu einer Reuse, die Aufschluss über die Krebs-Population geben soll.
von Externer BeitragProfil

Die Lauterach, tief hineingeschnitten in den Bayerischen Jura, mäandert in der Aue vor sich hin. Dieses Gebiet bei Schmidmühlen, im Südwesten des Naturparks Hirschwald, ist eine der artenreichsten Gegenden Bayerns und war die Kulisse einer Wanderung, die der Naturpark Hirschwald zu der Veranstaltungsreihe „50 Jahre Bayerisches Umweltministerium“ beigetragen hat. Einhergehend mit großem Interesse der Teilnehmenden. Geht man in Bayern bewusster mit seiner direkten Umwelt und der Natur um als anderswo in Deutschland? Meinen könnte man es, denn die Heimatverbundenheit und der Wille, die Schönheit der Heimat zu erhalten, haben in Bayern Tradition. 1970 wurde in München Deutschlands erstes Umweltministerium gegründet. Ein Aufbruch in eine neue Ära, so hieß es. Im selben Jahr wurde der erste deutsche Nationalpark im Bayerischen Wald ausgewiesen – 1978 der Nationalpark Berchtesgaden.

Naturpark-Ranger Christian Rudolf nutzte unter dieser Prämisse die Gelegenheit, sein aktuelles Projekt zum Schutz der heimischen Krebsarten in den Naturparkgewässern der Öffentlichkeit vorzustellen. Er führte die Gruppe zielsicher zu einer in der Lauterach ausgelegten Reuse. Dort sind mehrere amerikanische Signalkrebse gefangen. Eine invasive Art, die in den bayerischen Flüssen und Bächen keineswegs heimisch ist und unsere heimischen Krebsarten zunehmend verdrängt.

Mehr zum Krebs-Monitoring in der Lauterach

Amberg

Gesucht: Stein- und Edelkrebse

„Erst einmal machen wir ein sogenanntes Monitoring. Das bedeutet, dass wir mittels Reusen schauen, welche Krebsarten hier in der Lauterach überhaupt noch vorhanden sind. Wir wollen herausfinden, ob sich hier oder da noch eine Population heimischer Stein- oder Edelkrebse halten hat können“, erklärte Rudolf. „Die gefangenen invasiven Signalkrebse dürfen wir dann laut Naturschutzgesetz nicht mehr in den Fluss zurücksetzen. Sie müssen verwertet werden.“ Deshalb hat der Naturpark gerade zusammen mit der höheren Naturschutzbehörde eine Anfrage beim Umweltministerium gestellt, ob eine gastronomische Nutzung zulässig ist.

„Da ist eine Mühlkoppe“: Christian Rudolf zeigte auf einen kleinen Fisch, der ebenfalls fälschlicherweise in der Reuse gelandet ist. Die Mühlkoppe, auch Groppe genannt, ist eine in der Lauterach heimische Art und nach FFH-Richtlinie geschützt. Das bedeutet, dass die Art europaweit unter Schutz steht. Bayern trägt mit seiner Vielfalt an geeigneten Gewässern eine große Verantwortung für das europäische Naturerbe und zum Erhalt der Art. Deshalb wird dieser kleine Fisch umgehend wieder ins Gewässer entlassen.

„Das Projekt fordert die Beteiligten im Moment zeitlich sehr. Es darf nicht unerwähnt bleiben, dass diese Aktion ohne die Beteiligung der Fischereivereine nicht möglich wäre“, ergänzte der Naturpark-Ranger. Durch seine Koordination konnten alle Fischereiberechtigten (Fischereiverein Amberg, Fischereiverein Rieden, Fischereiverein Schmidmühlen, Lauterach Genossenschaft) an einen Tisch geholt und für das Projekt begeistert werden. Seit Juni haben diese Ehrenamtlichen gut 52 000 amerikanische Signalkrebse gefangen und verwertet und damit den Druck auf die unter Umständen verbleibenden heimischen Arten erheblich gemindert.

So sieht er aus, der Signalkrebs in der Lauterach.
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